hellebarte,
helmbarte,
die
;
–/-n
;
Bw gelegentlich ohne Uml.
1.
›Hellebarde‹; eine (spät)mittelalterliche Hieb- und Stoßwaffe, bestehend aus einem langen Stiel mit (Stoß-)Klinge, Haken und Beil;
zu
2
, .
Beleghäufung im 16. Jh.
Bedeutungsverwandte
(bzw. im Orientierungsfeld):
1
,  3,
2
 1,  1, , , , , , .
Syntagmen:
der stat eine h. bezalen, die h. brauchen / haben / nemen / schleifen / tragen, nach etw. schlagen, durch jn. stossen
;
mit der h. aufziehen / dreinschlagen, etw. abschlagen / aufrennen / zuschlagen, jn. schlagen, mit der h. scharten / wunden hauen / schlagen, zu der h. springen, von den helleparten kommen
;
die alte / böse / silberne / zerbrochene h
.
Wortbildungen:
hellebartenmacher
,
hellebartierer
(dazu bdv.: ,  1).

Belegblock:

Goedeke, P. Gengenb.
133, 599
(o. O.
1516
):
Ich [kriegsman] wolt ee mit mim swaͤrt drin schlagē, | Vnd auch mit miner halleparten.
Schöpper
108a
(
Dortm.
1550
):
Satelles. Trabant gwardeknecht helleparthierer.
Luther, WA
36, 608, 34
(
1532
):
Warumb wolt ich denn on ursach mich stecken zwischen die spiesse, hellebarten und buͤchsen des Teuffels.
Ebd. Tr.
3, 591, 7
(
1538
):
Die Römer haben Würfspieße gebraucht in Kriegen, die Franzosen gebogene runde Spieße. Virgilius nennet der Deutschen Waffen Lategios; sind vielleicht die Helleparten.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
606, 3168
(
Magdeb.
1608
):
Darumb zog er auff gar verwegen / | Mit seinem Schild / Helbart / vnd Degen.
Lau, Qu. Neuß
260, 3
(
rib.
,
1579
):
eines meisters oder ambachtsbruders son, welcher das amt zu werben furhabt, solle den hern burgermeistern 2 gulden, der stat 2000 stein und eine helbart [...] bezalen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 199, 4
(
Köln
1582
):
Was von bildwerck verhanden war, | Das haben sie zuͦschlagen gar, | Mit beilen vnd hellebarten.
Kopp, Volks- u. Gesellschaftsl.
61, 28
(Hs. ˹
pfälz.
,
M. 16. Jh.
˺):
eß sprung ein itzlicher [landtsknecht] zu seiner heleparten.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
84, 5
(
Frankf./M.
1568
):
Jch [Schleyffer] schleiff sehr scharff auff meim schleyffstein | [...] | Helleparten / Dolch / Schwert vnd Degn / | Allen Harnisch zu Fuß vnd Roß.
Fastnachtsp.
589, 16
(
nobd.
,
15. Jh.
):
Ich wil mit meiner helmparten | Schlahen wunden und scharten, | Das man in dem plut muß gan | Uber di sporn auf dem plan.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 359, 29
(
Straßb.
1522
):
Der Wirt ward zornig, und nam sein Knecht mit im, nam jeglicher ein Hellenbart uff sein Achsel.
Roloff, Brant. Tsp.
303
(
Straßb.
1554
):
Die Kriegsknecht hant mir wunden und scharten | Gehauwen mit tegen und hallenbarten.
Müller, Lands. St. Gallen
23, 1
(
halem.
,
1525
):
es sol mengklich sin guͦt waffen haben, ain hällbarten oder ain spieß.
Maaler
207v
(
Zürich
1561
):
Hallenbarten (die) [...]. Der ein Hallenbarten oder mordax tregt. [...]. Er rennt die thür mit einer Hallenbarten auff.
Müller, Nördl. Stadtr.
553, 32
(
schwäb.
,
1481
):
welche nit schitzen sind, das dieselben guͦt spiess oder helmparten haben.
Chron. Augsb.
5, 43, 15
(
schwäb.
,
1523
/
7
):
die Frantzosen [...] schuͦssen gros gassen durch der Schweitzer ordnung aus, daß sie von spiessen und helenparten fast kamen.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 172, 33
(
schwäb.
,
1527
):
Es soll kainer kain spieß, bichsen, armbrost, bogen, hillebart oder würfhack in kain wirtzhuß in die stuben tragen, dar ain gesöllschaft in versamlet ist, noch vil minder in ain gericht.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
21, 2
(
schwäb.
,
v. 1542
):
Alß man die schnelpruck auf ließ, da waren etlich knecht da, die schlugen die hellenbarten nach der pruck.
Barack, Zim. Chron.
2, 80, 1
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Der [Hanns Sparvöglin] [...] schlueg den Reischacher mit seiner hellenbarten über die lauten, das er am satel hieng.
Gereke, Seifrits Alex.
5504
(
oobd.
, Hs.
1466
):
den schilt er an den arm nam | und sein helmparten alsam | und gieng zu stechen und zu hakchen | an den slangen und den trakchen.
Winter, Nöst. Weist.
2, 259, 8
(
moobd.
,
1658
/
78
, Hs.
A. 18. Jh.
):
wer mit einem spieß, stecken oder helmparten schlegt, der verwandlet sechß schilling 2 ₰.
Zingerle, Inventare
67b, 19
(
tir.
,
1472
):
ain alte, pöse helempartt vnd ain alter hakhenspies.
Rechn. Kronstadt
386, 9
(
siebenb.
,
1534
):
qui vulgo dicitur hellmpart macher.
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich
846, 4
;
Chron. Magdeb.
2, 57, 11
;
Ziesemer, Gr. Ämterb.
349, 36
;
Scholz-Babisch, Klev. Rheinzollw.
404, 6
;
Chron. Strassb.
970, 24
;
Chron. Nürnb.
1, 182, 33
;
2, 257, 28
;
4, 433, 20
;
5, 555, 2
;
Loose, Tuchers Haushaltb.
61, 9
;
v. Keller, Ayrer. Dramen
2444, 3
;
Müller, a. a. O.
127, 28
;
Chron. Augsb.
4, 308, 4
;
5, 141, 13
;
8, 328,
Anm. 5;
Diehl, Dreytw. Essl. Chron.
21, 19, 76, 4
;
126, 25
;
Gehring, a. a. O.
3, 71, 38
;
3, 807, 27
;
Mell u. a., Steir. Taid.
216, 30
;
Zingerle, a. a. O.
15b, 26
;
39a, 15
;
97a, 14
;
Rechn. Kronstadt
3, 476, 36
;
Bremer, Voc. opt.
29027
;
Brack
b 2v
.
Vgl. ferner s. v.  2, .
2.
›Krieger mit einer Hellebarde‹; metonymisch zu 1.

Belegblock:

Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
90, 1
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
zu acht spissenn gehort ein bussem vnd ein helmpart.