helfen,
V., unr. abl.
1.
›jn. (geistig-moralisch, z. B. mit Ratschlägen) unterstützen, jm. beistehen, behilflich sein, zur Seite stehen (besonders im Sinne der Leistung allgemeiner Lebenshilfe)‹.
Bedeutungsverwandte:
(s. v. , V., 12), ; vgl. ,  3, ,  2,  3, (V.) 2,  1,  26.
Syntagmen:
jm. (mit almosen / rat / tat) h., jn. h.
(selten),
sich selbe / selber / selbst, einander h.
;
in kurzer zeit, in der not, nach höchstem vermögen, aus warem glauben, herzengrunde, gern / willig h.
;
der helfende got, die helfende hand
.

Belegblock:

Luther, WA
35, 436, 26
(
1524
):
Diser tisch auch dyr nicht gillt, | so du selber dyr helffen wilt.
Mieder, Lehmann. Flor.
384, 16
(
Lübeck
1639
):
Helffen / muß so geschehen / daß man nicht auff der andern seit wider abfall.
Große, Schwabensp.
208a
, 14 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
WJrt ein maget [...] in deme huͦse wedder iren willen gehelset, Rouͦfet se, ir suͦlen alle, de in deme huͦse sin, helfen.
Quint, Eckharts Pred.
2, 122, 7
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Sie wellent alle vride hân, dar umbe hilfet ieglîcher dem andern.
Dubizmay, kurß zu Teutze
22, 6
(
hess.
,
1463
):
Dar vmbe bitten wir dich hilffe deynnen dyneren die du hast erlost mit deynem teürem blüte.
Ebd.
54, 4
:
GOt gedeinck an mich here eyle mir zu helffen.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
35, 35
(
omd.
,
1487
):
Szo man vnd weipp ( Jn hau̇ßhalden vnd zceittlicher naru̇nge) nicht einander helffenn, müssen sÿe gemeinlich vorterbenn.
Ebd.
76, 31
:
welchem man zcu erst helffen und guth thun?
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
15, 25
(
osächs.
,
1343
):
si [ein chananêisch wîp] quam und anebette en und sprach: „Herre, hilf mir!“
Weise. Jugend-Lust
79, 23
(
Leipzig
1684
):
Die Widersacher sind Schuld daran / daß wir viel wuͤnschen und wenig helffen koͤnnen.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
249
(
Nürnb.
1517
):
Darumb mögen und söllen wir einander helfen und einer dem andern die hendt auflegen, das ist: hülf tun und der frucht seins eignen werks teilhaft machen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
256, 32
(
Nürnb.
1548
):
Wer das weiß / und glaubet / der empfindet / das Gott ein gnedige / vnnd helffende hand hat.
Ebd.
266, 21
:
Herr Gott du bist mein schutz / das heist ye / Got fuͤr ein gnedigen helffenden Gott erkennen.
Glatz, Chron. Bickenkl.
83, 2
(
önalem.
,
um 1640
):
die krankenwarterin hulf der selligen muetter nach höstem vermögen und fürte sie in den garten an einem kleinen krickle.
Vetter, Pred. Taulers
193, 25
(
els.
,
1359
):
Du solt och dine minne lossen lúchten uswendig als verre du es vermacht: mit goben, mit trost und helfen und raten.
Goldammer, Paracelsus
6, 189, 20
(
1530
):
Christum am kreuz. der wird dir helfen; so lang du lebest, ist er dein.
Behrend, Spangenb. Anbindbr.
13, 25
(
Straßb.
1611
):
Das Holdselige Kindelein | Will unser Trost und Heiland sein / | Und kann uns helffen / dergestalt / | Weil er alles hat in seiner Gewalt.
Schmidt, Rud. v. Biberach
31, 1
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Dvͥ minnerein nimt ir selben dis wege in dem minne buͦch, vnd dar zvͦ ruͦft ir ir gemal [Cristus], erluͥcht si, hilft ir, enphahet si.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 34, 4
(
Hagenau
1534
):
Wem nit zu rathen steht / dem ist auch nit zu helffen.
Wyss, Luz. Ostersp.
9387
(
Luzern
1545
):
der ist warlich ein schantlich man, | Der andren hilfft vnd sim selbs nit helffen kan.
Barack, Zim. Chron.
1, 567, 11
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
ain gemain sprüchwort, das die Schweizer kainem nie haben geholfen, dem darvor nit bass sy gewest.
Klein, Oswald
27, 38
(
oobd.
,
1420
/
21
):
hilf, adler gross, dein swaimen las erwachen!
Bauer, Imitatio Haller
46, 18
(
tir.
,
1466
):
Wem got der herr helffen wil, dem mag nicht geschaden kchainerlay widerwertikchait.
Luther, WA
35, 459, 14
;
41, 571, 1
;
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. vngerat. Sohn
353, 10
;
Lohmeyer, K. v. Nostitz
68, 5
;
Ettmüller, Heinr. v. Meißen
230, 7
;
Chron. Köln
1, 26, 12
;
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
1124
;
Froning, Alsf. Passionssp.
1592
;
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
34, 74
;
Bechstein, a. a. O. Lk.
5, 7
;
Schönbach, Adt. Pred.
22, 1
;
25, 34
;
Anderson u. a., Flugschrr.
5, 4, 10
;
Hoffmeister, Kuffstein. Gef. A viijr,
22
;
Böhme, Morg.R.
145, 8
;
Leman, Kulm. Recht
2, 5, 48
;
Schultheiss, Achtb. Nürnb.
123, 28
;
Stackmann u. a., Frauenlob
14, 33
[C], 1;
Rennefahrt, Stadtr. Bern
179, 1
;
Schmidt, Rud. v. Biberach
42, 12
;
Lemmer, Brant. Narrensch.
21, 23
;
Gilman, a. a. O.
1, 15, 14
;
Morgan u. a., MHG. Transl. Summa
251, 17
;
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel,
1175
;
Spechtler, Mönch v. Salzb.
37, 130
;
Klein, a. a. O.
10, 85
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz 2;
Rechn. Kronstadt
3, 491, 22
.
Vgl. ferner s. v.  5,  4, (V.) 3, .
2.
Konkretisierung zu 1: ›jn. bei der Ausführung einer (konkreten) Handlung unterstützen, jm. behilflich sein, etw. zu tun; zu einer Handlung etw. beitragen‹; fließender Übergang zu 3.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (V.) 1,  2.
Syntagmen:
kochen h.
;
etw. aufhalten / ausräumen / ausrichten / bauen / einnemen / erhalten / fangen / fischen / gewinnen / machen / tun / verbrauchen / verderben h., jn. henken / vertreiben h., jn. zu beschirmen h.
;
jm. bitten / klagen h., jm. etw. abkeren / auflesen / ausbutzen / behalten / behauen / bestatten / bringen / erwerben / halten / kaufen / stelen / tragen / verstecken / verrichten / volbringen / volfüren / waschen h., jm. zu kriegen h., jn. jm. bezalen h
.

Belegblock:

Schorer, Sprachposaun
43, 22
(o. O.
1648
):
Gehen wir von den Cantzleyē hinweg / so treffen wir alsbald Leut an / die die Teutsche Sprach auch tapffer helffen verderben.
Mieder, Lehmann. Flor.
386, 18
(
Lübeck
1639
):
Wer einen einfallenden Thurn wil helffen erhalten / der wird drunter erschlagen.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 244, 3
(
Mainz
1605
):
Maria du bist außerkorn, | [...] | So hilf uns gnade zu erwerben.
Perez, Dietzin
1, 321, 22
(
Frankf.
1626
):
Ein Edelman versprach dermahl eins Herrn Johan̄i de Frara einen guten suͤssen newē Wein / wen̄ er wuͤrd mit jm heym gehen vnd die Nachtmahlzeit helffen einnemen.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
259, 14
(
thür.
,
1474
):
Dy schepphin zcu Lipczk: eyn rechtspruch getan an daz gerichte zcu Wyda umbe eyn thorm an eyner kerchen helffen zcu buwene.
Ebd.
314, 9
:
der genante Mertin solle unde muße die frone von syner halbin hofen nach syner anczal des agkers und erkenteniße der nagkebur [...] unnserm genedigen heren helffin vorrichten unde vorrechten.
Skála, Egerer Urgichtenb.
76, 1
(
nwböhm.
,
1571
):
Habe khein gesellen gehabt der Ime dj Khue STeelen helffen.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
87, 8
(
1445
):
derselbe nuwe gekorn schinbott musß den obgemelten scheffen zwoe maß wins geben; die mussen dan im helfen bezalen die andern.
Fastnachtsp.
98, 35
(
nobd.
,
15. Jh.
):
Ich pat in, er solt mir ackern und ern | Und solt mir helfen mein wiesen abkeren.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
586, 6
(
nobd.
,
n. 1525
):
Dis hernach geschriben sollen mitsampt andern, so inen den see zu Hegnich haben helfen fischen, denselben see wider ausfegen.
Dierauer, Chron. Zürich
260, 19
(
halem.
,
15. Jh.
):
der fúrst von Iͤsterich und die stett, mit denen [er] in vereinung was, [...] wurben an die Eidgnossen, das si mit inen zugen und den zug hulfen tuͦn.
Dreckmann, H. Mair. Troja
15, 15
(
oschwäb.
,
1393
):
der küng [...] sant nach seiner ainigen tohter, daz si zu in kom, und in hulff die wirtschafft volbringen.
Bastian, Runtingerb.
2, 22, 33
(
oobd.
,
1392
):
Fridr. Smieher hat den heirat helfen machen.
Dirr, Münchner Stadtr.
439, 18
(
moobd.
,
um 1365
):
ez sol fuͤrbaz chain purger [...] chainem gast vich kauffen noch helffen chauffen in der stat noch auf dem land.
Weber, Füetrer. Poyt.
8, 5
(
moobd.
,
1478
/
84
):
das si mit flaisse im des hulffen werben | dem künig nach ainer frawen klar.
Rechn. Hermannst.
382, 12
(
siebenb.
,
1503
):
dem koch, der do hat hÿlffin kochin auff dem turren, hat man gekofft 1 hassuck.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
35, 11
(
mslow. inseldt.
,
1605
):
Er śelbśt welle helffen etliche Teütśche auß ihren heüßern stośśen.
Luther, WA
49, 477, 8
;
Peil, Rollenhagen. Froschm.
530, 734
;
591, 2710
;
Ettmüller, Heinr. v. Meißen
285, 15
;
422, 6
;
Herborn u. a., Rechn. Jülich
112, 19
;
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
159, 21
;
Logau. Gott
157, 24
;
Chron. Nürnb.
4, 285, 13
;
Stackmann u. a., Frauenlob
14, 5
[E], 9;
Rupprich, Dürer
1, 46, 20
;
v. Birken. Erzh. Österreich
82, 6
;
Roloff, Brant. Tsp.
1018
;
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel,
38
;
Klein, Oswald
26, 12
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
216, 2
;
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
595
;
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
81
;
Qu. Brassó
4, 284, 8
;
Ágel, Valenzlexikon.
1988, 199
.
Vgl. ferner s. v.  2,  1,  22,  1, ,  1,  1,  2, (V.) 13.
3.
›jm. zu etw. (zum Besitz einer Sache oder zum Eintreten eines angestrebten Zustands) verhelfen; einen Beitrag zur Erreichung eines Zieles leisten, jm. Beihilfe zu etw. leisten‹; anschließbar an 2; während in 2 stärker der Vorgang / die Tätigkeit fokussiert wird, betont 3 eher das Ziel / Ergebnis.
Phraseme:
sich davon helfen
›sich das Leben nehmen‹;
jm. helfen
›jm. Geld leihen, jn. finanziell unterstützen‹;
jm. dannen / davon helfen
›jm. zur Flucht verhelfen‹.
Syntagmen:
jm. der sache, des himelreiches / unrechten h., jm. etw. zu meiden h.
;
zu dem auflauf, der armut / rauberei, freuden h., jm. zu dem keisertum, der freiheit / getat / alten gewonheit / guttat / herschaft / sache / wiesen, den dingen, eren h.
;
jm. (dazu) h., das [...]
.

Belegblock:

Mannack, Rist. Pers.
165, 33
(
Hamburg
1634
):
dieser heutiger Tag soll auch der letzte meines Lebens seyn / mit diesem kalten Eisen will ich mir augenblicklich davon helffen.
Fastnachtsp.
1457, 36
(
17. Jh.
):
Hylff, gelück, zue frewdenn!
Dat nuwe Boych
442, 18
(
rib.
,
1396
):
dat yn der Rait vorbas gunstich sijn weulde sij zo laissen vnd yn zo helpen zo yren guden alden vrijheiden vnd gewoynheit.
Thür. Chron.
10v
, 12 (
Mühlh.
1599
):
Ein solch ubel begieng dieser an deme / der jhm zuuor zu Ehren geholffen.
Schönbach, Adt. Pred.
4, 8
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
Mach der geloube alleine in gehelfen des himelriches?
Skála, Egerer Urgichtenb.
248, 1
(
nwböhm.
,
1578
):
Sein herr hab Ihn geschlagen, Wan er Zu etlichen Sachen nicht helffen Wollen.
Schultheiss, Achtb. Nürnb.
116, 28
(
nobd.
,
1384
):
Danne vͤmb Niclas Newbawr [...] und Heinrich Reschen, die zu dem auflauff geholfen haben, den verbieten wir die vorgenante stat Winsheim.
Ebd.
127, 32
(
1392
):
H[einrich] Lauffer [...] wer ir wirt gewesen und het darzu zu der rauberey geholfen.
Rupprich, Dürer
1, 42, 46
(
nobd.
,
1506
):
ob jr geleicht manglett, so mus jr der schwoger helfen; pis daz jch heim kum, so [will] jch jnn erberlich wider tzalen.
Wickram
4, 30, 29
(
Straßb.
1556
):
Zuͦ letst aber halffe ihnen Gott zuͦ land / das sie ein Port erlangten.
Bachmann, Morgant
206, 6
(
halem.
,
1530
):
do fuort er [häncker] die zwen gfangnen under ein boum und sprach zuo innen: „Mag ich, so wyll ich üch darvon hälffen.
Morgan u. a., MHG. Transl. Summa
208, 28
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
ez geschiht, daz got etlichem niht enhilfet ze midenne die sünde.
Chron. Augsb.
1, 124, 1
(
schwäb.
, zu
1439
):
die dem alten herrn seiner sach hulfen gegen dem jungen herren.
Jellinek, Friedr. v. Schwaben
2928
(
schwäb.
, Hs.
1478
):
Meiner fräwen hat geholffen got | Ain lebendigs kind von irm libe.
Klein, Oswald
67, 69
(
oobd.
,
1422
/
24
):
hilf uns, Barbara, | [...] | das wir der sünden werden frei.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
235, 24
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Er [munich] het das in den schein getan, das er dem kunig von Franckreich het hellffen wellen zu der herschafft Florentz und darnach zu dem kayserthumb.
Buijssen, Dur. Rat.
4, 13
(
moobd.
,
1384
):
Daz wïr di schrift der gotes wort also versten und auch behalten, daz wïr danne pezzer werden, des helf uns der, der ewch die schrift geliebet hat.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
192, 22
(
moobd.
,
1478
/
81
):
die wolten ersterben oder der frawen mit in dannen helfen.
Große, Schwabensp.
41a
, 13;
Ettmüller, Heinr. v. Meißen
350, 4
;
Altmann, Wind. Denkw.
178, 10
;
Quint, Eckharts Pred.
2, 147, 9
;
2, 506, 4
;
Herborn u. a., Rechn. Jülich
152, 20
;
Froning, Alsf. Passionssp.
1052
;
Anderson u. a., Flugschrr.
19, 19, 23
;
v. Ingen, Zesen. Ged.
384, 29
;
Skála, Egerer Urgichtenb.
176, 3
;
Chron. Nürnb.
1, 162, 40
;
Reichmann, Dietrich. Schrr.
121, 5
;
Morgan u. a., MHG. Transl. Summa
260, 27
;
Jellinek, a. a. O.
2936
;
Dreckmann, H. Mair. Troja
19, 2
;
Henisch
46
.
4.
rechtssprachlich: ›jm. vor Gericht (z. B. als Zeuge oder durch Leistung eines Eides) beistehen‹; ›jm. Rechtshilfe gewähren, zu seinem Recht verhelfen‹; speziell vom Gericht: ›den Anspruch eines Klägers gerichtlich anerkennen und durchsetzen‹, z. B.: ›dem Gläubiger etw. aus dem Besitz des Schuldners als Pfand gerichtlich zuerkennen‹; ›die Zwangsvollstreckung verhängen / vollziehen‹; ›den Schaden ersetzen lassen‹.
Gehäuft ˹omd., Rechtstexte˺.
Gegensätze:
 1.
Syntagmen:
jm. des pfandes h.
;
j.
(Subj.) (z. B.
das gericht
)
jm.
(z. B.
dem arbeiter, kläger
)
zu etw. h., j. mit dem eid h.
;
jm. um etw.
(z. B. eine Geldsumme)
h.
;
jn. von schaden h.
;
etw. wieder jn. h.
;
jm. (des) rechtes, zu recht, zum rechten, zu seinem recht h.
;
jm. zeugen h., das [...]
.

Belegblock:

Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 212
(
rhfrk.
,
1363
):
han ir schult erfullet an Gerharte, daz er in von schadin helfin sol.
Ebd. (
1369
):
der scheffen hat geteylit, daz der voyd Hartman Zegeler helfen vnd yme rychten sal uff.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
63, 11
(
omd.
,
1514
/
18
):
Vertregt sich der gewercke mit dem erbeter mitlertzeit auch nicht, so wirt ym ausgangs der tzeit geholfen.
Ebd.
60, 30
(
1564
):
so söllen sie die bergmeister denn vört umb die hulfe an gerichte weißen, der sol in darzcu helfen, ab sie sich mit gerichtshulfe umb ir lidlon an andern gutern nicht erholen mochten.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
57, 44
(
thür.
,
1468
):
Zum ersten theilen wir, wer den grossen thurn zu Lichtenbergk inne hat, alle mugliche geboth und ein dorfgericht im dorf zu Kaldensontheim 14 tage vor oder nach sanct Peters tage Cathedra, so dick das noth thut, und darynne zu helfen und zu enthelfen.
Ermisch, Freib. Stadtr.
221, 14
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Her richter, ich weiz einen man an einer stat, zu dem habe ich zu teidingene, tut wol unde get mit mir unde helfet mir rechtis.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
792, 13
(
osächs.
,
1523
/
4
):
Nun P.bitt eins urteils von des rechten wegen, wan ime geteilt ist, das er den schaden sol gemindert haben, und hat das nicht getan, ap man ime nun icht helfen solle umb die XII schock gr., oder was darumb recht sei.
Berthold u. a., Zwick. Stadtrref.
67, 18
(
osächs.
,
1542
/
70
):
Wo das nicht geschehe, so sal der burge dasjenig, darumb er haft, erlegen ader in mangel des wider ihne geholfen werden.
Weizsäcker, Graupn. Bergb.
142, 31
(
osächs.
,
1551
):
Haben di obgemelte arbeter das recht zu der zeche getriben noch laut der bergurdnunge von wegen ires vordinten lidlons. Haben di gerichte den arbetern dozu geholfen und auch eingeweist und alle recht doruber ergangen.
Leman, Kulm. Recht
2, 3, 105
(
Thorn
1584
):
Irsteit eyn man vf den andirn alle syne tage vmme gelt alse recht ist. vnde man ym pfandes dorumme hilft tzu erbe adir tzu varnder habe.
Dinklage, a. a. O.
95, 1
(
nobd.
,
1409
):
Wer es dann, wann man den clegern helfen solte, queme dann der amptmann von Hoenburg nit darzu.
Piirainen, Stadtr. Sillein
106, r
, 4 (
sslow. inseldt.
,
1378
):
so pitte er dez gesprechez ob er wil Vnd vrage an eym vrteil czu versuͦchen wy er der clage begynnen schulle alz ym helf czu seym recht.
Luther, WA
41, 537, 31
;
Große, Schwabensp.
122a
, 24;
Behrend, Magd. Fragen
115, 8
;
Löscher, a. a. O.
114, 13
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
328, 21
;
Ermisch, Sächs. Bergr.
177, 12
;
Weizsäcker, a. a. O.
229, 13
;
Dinklage, a. a. O.
53, 32
;
61, 11
;
Roloff, Brant. Tsp.
91
;
Chron. Augsb.
1, 179, 9
;
Cirullies, a. a. O.
211
 f.
5.
›jn. aus einer mißlichen Lage / Notsituation befreien, erretten, erlösen‹; im religiösen Kontext: ›von der Sünde, vom Tod erlösen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  5,  2,  1,  1, (V.) 5,  6,  1,  4,  2.
Syntagmen:
aus dem zwang h., wieder sünde / tod h., jm.
(selten
jn.
)
aus dem gefängnis / last, der fängnis / not
(häufig),
der (helle)pein, vom feind / galgen, ewigen tod h.

Belegblock:

Luther, WA
10, 1, 1, 278, 7
(
1522
):
wer eynem vom galgen hilfft, dem hilfft der widder dran.
Kehrein, Kath. Gesangb.
3, 132, 3
(
Köln
1582
):
Ach Herr wie bleibestu so lang, | Vnd helffest nicht aus diesem zwang?
Froning, Alsf. Passionssp.
2330
(
ohess.
,
1501 ff.
):
hilf mich lieber uß aller noit!
Reichmann, Dietrich. Schrr.
167, 7
(
Nürnb.
1548
):
so kan es [kindlin] doch kein Heyland sein / noch wider suͤnde / vnnd todt helffen.
Köbler, Stattr. Fryburg
168, 15
(
Basel
1520
):
Ob ein kind den Eltern nit vß venknuß helffen woͤlt.
Sappler, H. Kaufringer
14, 3
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
Got [...] hilft im [dem gerechten menschen] allzeit gar gewär | aus nöten und von aller swär.
Klein, Oswald
19, 45
(
oobd.
,
1417
):
Plum, schon und plank, hilf mir auss pein.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
68, 13
(
mslow. inseldt.
,
1585
):
Wo aber, der Allmechtig Gott des Waśchels armen gefangnen hauśfrawen aus dem türkiśhen gefengnis hilfft.
Luther, WA
17, 2, 475, 20
;
Reichmann, a. a. O.
104, 29
;
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 49, 12
;
Sappler, a. a. O.
21, 41
;
Klein, a. a. O.
51, 8
;
Niewöhner, Teichner
90, 53
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
37, 8
.
Vgl. ferner s. v. (Präp.) 8, ,  3.
6.
›jn. durch eine Therapie im Falle einer Krankheit behandeln, jm. Hilfe bringen, jn. kurieren‹; von Arzneimitteln: ›bei einer Krankheit eine Besserung, Heilung bewirken‹; selten allgemeiner: ›in einer verfahrenen Situation Abhilfe schaffen‹.
Gehäuft Arzneibücher.
Syntagmen:
etw.
(Subj.) (z. B.
der schwefel, die arzetei, das mittel
)
jm.
(seltener
jn.
)
/ etw.
(z. B.
der brust, dem glied
)
h., etw. für / wieder etw. h., etw. wol h.
;
mit etw. jm. h.
;
jm. also h.
;
der krankeit / sache h
.

Belegblock:

Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
182, 6
(
Frankf.
1535
):
Lebendiger Schwefel pepüluert / [...] ist sonderlich guͦtt für die pestilentz / vnd hat manchem menschen geholffen.
Roloff, Naogeorg/Tyrolff. Pamm.
443, 4364
(
Zwickau
um 1540
):
Drumb zeig ein ider bald sein meynung an / Wie man vorwirter sachen helffen kan.
Keil, Peter v. Ulm
132
(
nobd.
,
1453
/
4
):
Wem der kinpack auß der stat vert: [...]. Dem scholtu also helffen: Greiff im mit einem finger in den mund vast hin hinder.
Ebd.
211
:
Wölich weib nit geharn müg, Die nem treib-wurtz [...] vnd esse sie, daz hilft sie ser.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
123, 11
(
Nürnb.
1548
):
dz vngehorsame kinder [...] alles vngluͤck [...] inn allem jrem thun erfaren / vns soll sie nichts dafuͤr helffen.
Dietrich. Summaria
18r
, 23 (
Nürnb.
1578
):
ein schoͤne Historia von dem Gichtbruͤchigen / Jnn welcher man sihet / wie der Kranckheit bald zu helffen ist.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
203r
, 4 (Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
Dem das hopt we tuͦt, dem hilff alsus.
Menge, Laufenb. Reg.
5674
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
frage der meister list | Wamit yme ze helffent ist | Wie er sich regiere | Oder perseueriere | Vnd auch confortieren mag | Oder artzenen dise tag.
Vetter, Pred. Taulers
11, 23
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Du solt dinen wandelberen willen insencken in den goͤtlichen willen, [...], daz diner krangheit geholffen werde.
Memminger Chron. Beschr.
34, 19
(
Ulm
1660
):
es [dieses Wasser] hilfft auch wider alle Vnreinigkeit der Haut / heilet das Jucken vnd die Schaͤbigkeit oder Rauden derselben.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 304, 17
(
Hagenau
1534
):
Hilfft es nicht / so schadet es doch nicht.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
336, 3
(
oobd.
,
1349
/
50
):
ez [öl des ölpaums] hilft auch den müeden und den swærn glidern.
Eis, Gesundheitsl.
128, 26
(
oobd.
,
1520
/
30
):
bißweylen drinckt man warmen essig uff artztey, die döttlich seyn vnd hilfft.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
233r
, 3;
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
1, 11, 5
;
J. W. von Cube. Hortus
83, 21
;
Belkin u. a., a. a. O.
76, 1
;
112, 24
;
Knape, Messerschmidt. Bris.
16, 10
;
Ott-Voigtländer, a. a. O.
210v
, 10;
Eschenloher. Medicus
67, 28
;
Pfeiffer, a. a. O.
148, 17
;
155, 35
.
Vgl. ferner s. v. , .
7.
vor allem von Vorgängen und Sachverhalten: ›hinsichtlich eines bestimmten Ziels / einer Absicht jm. nützen, förderlich sein‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1, ,  2,
1
 3,
1
 2.
Syntagmen:
etw.
(Subj.) (sehr häufig
es
)
jn. nicht(s) / lützel h., etw. (da) nicht (ein pflaumen) / viel / wenig h., etw. jn. kleine / wenig h., etw.
[e. S.]
h., es hilft nicht, das [...], was jn. h., das [...]
.

Belegblock:

Luther, WA
30, 3, 288, 35
(
1531
):
das luͤgengeschrey muͤssen wir lassen gehen, Es sol sie doch nicht helffen.
Ebd.
32, 300, 12
(
1532
):
sie
[Papstpartei]
koͤnnen solchs nicht leugnen und hilfft sie kein decken noch putzen, so lange dis funfft Capitel Matthei bleibt.
Ebd.
48, 62, 3
(
1547
):
Wer sich furcht. der zihe ein Pantzer an Hilffts so hilffts, Aber wir wissen, das es helffen mus.
Lappenberg, Fleming. Ged.
189, 149
(
1638
):
Kein Helfen half uns mehr, wir stürzten auf das Land.
Köbler, Ref. Wormbs
272, 11
(
Worms
1499
):
Deßglychen ist es den Erben des Schuldners so ir einer syn anteil bezalte das hilfft die andern nit.
Dedekind/Scheidt. Grob.
177, 12
(
Worms
1551
):
So keltest du dein essen mit / | Dann hübschlich blosen hilfft dich nit.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
26, 7
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Grammatica, gruntfeste aller guten reden, enhilfet da nicht mit iren scharpfen und fein gegerbten worten.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
35, 10
(
omd.
,
1487
):
Doch wenn yo guttige wortt nicht helffenn [...] machstu̇ woll ein eÿchen putterwegk adder vngebrantte asche nemen.
Ermisch, Freib. Stadtr.
272, 21
(
osächs.
,
1344
/
50
):
Were aber, daz her sich umbe dazselbe gelt welde czihen an eynen tag und welde den behalden, daz sal in nicht helfen.
Anderson u. a., Flugschrr.
19, 12, 9
([
Eilenb.
]
1524
):
Ab du auch schon die Biblien gefressen hets / hilfft dich nit / du must den scharffen pflugschar leiden.
Dietrich. Summaria
21v
, 8 (
Nürnb.
1578
):
es soll die Juden nicht helffen / das sie nach dem fleisch Abrahams kinder sind.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 165, 28
(
Hagenau
1534
):
Was hilffts wenn ers schon lang weyß / und thut es nicht.
Ebd.
1, 304, 13
:
Es hilfft was es kan. Diß ist ein verachtung eines radts / den uns ein ander gibt / Es hilfft was es kan / das ist / Es hilfft nichts.
Morgan u. a., MHG. Transl. Summa
350, 8
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
so heizet man, daz die fürbereitunge helfe den gebetten der heiligen unde den andern guoten werken.
Dreckmann, H. Mair. Troja
16, 13
(
oschwäb.
,
1393
):
sagan, waz half dich diu hut dez gotes Martis wider die kundikait und list der weib.
Klein, Oswald
9, 9
(
oobd.
, wohl
1421
):
Was hilft mich, das ich manig nacht | in grossen freuden han gewacht.
Ebd.
105, 63
(
1432
):
Von slegen ward der Steren blaw | und schrai: „misericordia!“ | das half in lützel umb ain ai.
Luther, WA
30, 3, 350, 24
;
Lappenberg, a. a. O.
27, 437
;
Quint, Eckharts Trakt.
14, 1
;
Karnein, Salm. u. Morolf
274, 2
;
Froning, Alsf. Passionssp.
6141
;
Harms u. a., Alberus. Fabeln
37, 17
;
Jungbluth, a. a. O.
6, 13
;
Pyritz, Minneburg
5310
;
Langen, Myst. Leben
154, 13
;
159, 6
;
Reichmann, Dietrich. Schrr.
229, 9
;
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 629, 9
;
Goldammer, Paracelsus
6, 185, 7
;
Lemmer, Brant. Narrensch.
24, 25
;
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 166, 63
;
Morgan u. a., a. a. O.
139, 5
;
Chron. Augsb.
1, 103, 27
;
2, 307, 11
;
Sappler, H. Kaufringer
6, 187
;
Primisser, Suchenwirt
38, 206
;
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
202, 42
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
44, 4
.
Vgl. ferner s. v.  1,  1,  4,  3.
8.
›etw. verbessern, auffrischen, einer Sache nachhelfen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,  1,  1,  1,  3.

Belegblock:

Bauer, u. a., Kunstk. Rud.
637
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein s.
t
Johanneskopf und brustbildl in rottem rockh und grienem übermanttel. [...] Der schattierung ist mit farben geholffen.
9.
im Part. Prät.
geholfen
: ›hilfreich, helfend, behilflich‹.

Belegblock:

Primisser, Suchenwirt
24, 241
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Darum ıͤr leidet soleichen pein, | wer mag euch des geholffen sein?
Niewöhner, Teichner
419, 65
(
moobd.
,
1360
/
70
):
herr, ich [...] wil tuͦn waz ew gevellet. | seit mir heut ein geholfen man!
Ebd.
429, 18
:
lieber herr mein, | ir sult mir geholffen sein.
Dwb
4, 1, 2, 2493
(s. v.
geholfen
).