helen,
V., unr. abl.
1.
›etw. verheimlichen, verschweigen, geheim halten‹.
Bedeutungsverwandte:
; vgl. , (V.) 22,  4,  2, (V., unr. abl.) 5,  7,
2
.
Gegensätze:
, ; vgl. (V.) 1,  3.
Syntagmen:
(jm.) etw.
(z. B.
den namen / rat, die liebe
)
h.
;
der tugend
(Gen.)
h.
;
etw. sonder h. sprechen
.
Wortbildungen:
helung
1.

Belegblock:

Thiele, Minner. II,
27, 394
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
joncfrow, daz ortel willich telen | sonder beraet und suͦnder helen.
Wolf, Gesetze Frankf. A
79
(
hess.
,
1366
):
Der eyd der ratlude: Daz ich en guden truwen an eydistad globit und zun heilegin gesworn han und globin und swern, den rad zu verswigen und zu helin.
Hübner, Buch Daniel
5032
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Sin wirde ich nicht helen | Kan vor al der werlde trost.
Ebd.
6788
:
Ez sprichit sundir helen | Augustinus der lerer.
Merk, Stadtr. Neuenb.
130, 10
(
nalem.
,
1616
):
Eine jede hebam soll einen leiblichen eid zue gott und allein hailigen schweren, [...] was sie von einem oder andern weib in geheimb vrnimbt, solches zue hälen.
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 279, 30
(
Straßb.
um 1545
):
Darumb verdreußt die pfaffen und münch, daß man teutsche buͤchlein truckt, darin ir hälung herfür bricht.
Barack, Zim. Chron.
4, 224, 26
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Sie sprach: „Gesell, ich kan | Mein lieb nit lenger helen.“
Pfaff, Tristrant
57, 23
(
Augsb.
1498
):
wie groß die lieb was, so kunden sy es doch beidenthalb helen.
Klein, Oswald
18, 54
(
oobd.
,
1431
/
2
):
Die weil ich [...] dient zu willen ainer frauen, des ich hil, | die wolt mein nie genaden ainer nussen vil.
Niewöhner, Teichner
124, 74
(
moobd.
,
1360
/
70
):
waz man hilt an ains leben, | daz melt der wein zu maniger zeit.
Stackmann u. a., Frauenlob
5, 45, 15
;
Merk, a. a. O.
121, 28
;
Welti, Stadtr. Bern
544, 34
;
Boos, UB Aarau
329, 24
;
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
717, 6
;
Niewöhner, Teichner
564, 2357
;
Kummer, Erlauer Sp.
3, 769
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 383
;
Bad. Wb.
2, 595
.
2.
›jn. (selten etw.) verbergen, verstecken‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,  13,  3,  4, ,  5,  5.

Belegblock:

Kurz, Murner. Luth. Narr
336
(
Straßb.
1522
):
Vil narren haben in mich gehollen | Vnd sein fast vil in mir vergraben, | Die es kein namen woͤllen haben, | Die alle sein in mir verborgen.
Thiele, Minner. II,
12, 151
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
wurd er dann lutte karren, | so hat er nit vil helender inbynnen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
277, 39
(
m/soobd.
,
1391
, Hs.
15. Jh.
):
Wo ainer auf der vischwaid begriffen wiert, auch der in helt, ist verfallen v℔ lx ₰.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
6716
;
Stackmann u. a., Frauenlob
7, 38, 2
.
3.
Spezialisierung zu 1 und 2: ›geraubtes Gut verbergen (und daraus selbst einen Nutzen ziehen, z. B. durch den Weiterverkauf)‹; wohl auch allgemeiner: ›krumme Geschäfte machen‹.
Wortbildungen:
heler
,
helerei
,
helung
2.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
2963
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Her ist so schuldic der da hilt, | Als der dieb der da stilt.
Aubin, Weist. Hülchrath
268, 3
(
rib.
, o. J.):
alles, was unsre gge. gebietende herrn straflich, als scheltword, metzerzucht, zanken, hauen, stechen, morden, dieberei, wach, helerei, kannenschlegerei, koppelerei, aufhälter, unrechte weeg und steeg, fuhr und pol, wasserfluß, böse maaß und gewicht.
v. d. Broek, Suevus. Spieg.
72v, 19
(
Leipzig
1588
):
sie sind beide Diebe / der es annimpt / so wol als der es gestolen hat. daher auch das gemeine Sprichwort koͤmpt: Der Heler ist wir der Steler.
Henschel u. a., Heidin
1332
(
nobd.
,
um 1300
):
Wa zwen gevangen diebe | Zv ein ander tragen lıͤbe | Die mvgen mit ein ander steln | Wollen si iz mit ein ander heln.
Niewöhner, Teichner
429, 38
(
moobd.
,
1360
/
79
):
so sindz paid in ainer swaͤr, | heller als der stellaͤr.
Schülke, Geistl. Gemahelsch.
2097
(
moobd.
, Hs.
15. Jh.
):
Du scholt nich rauben näch stelen, | durch gwin, durch günst mit niempt heln.
Piirainen, Stadtr. Sillein
93r, 32
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
sol einer [...] selber sweren ab er sich helvnge vnd schadens getroͤsten wil der ym dar ab chvmen mach.
Franck, Decl.
332, 9
;
Matthaei, Minner. I,
2, 129
;
Barack, Teufels Netz
1335
;
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 246, 2
;
Schülke, a. a. O.
3579
.