hausrat,
der
;
-es/–
.
1.
›alle zu einem Haushalt gehörenden beweglichen Sachen; Haushaltsgegenstände‹. Die Belege thematisieren besonders die Veräußerung, Schenkung und Vererbung des
hausrats
.
Gehäuft Chroniken und Rechtstexte.
Syntagmen:
h. in die ehe bringen, jm. den h. nemen / lassen, h. aufladen / ererben / erkaufen / ersuchen / haben / verkaufen / versteuern, feil halten, mit sich bringen / füren
;
etw.
(Subj.)
zu dem h. gehören, etw. von dem h. ausnemen / nemen
;
farender / kleiner h
.

Belegblock:

Scholz-Babisch, Klev. Rheinzollw.
322, 37
(
rib.
/
westf.
,
1558
/
59
):
Klaeß Heups van Neuyß vertolt 1 tolber foder wynß und 2 gr. van hauyßraidt.
Wyss, Limb. Chron. U
121, 25
(
mfrk.
,
1371
):
eẏn bette, daz sal he geben vuͦr mẏne sele in den spital zu Limpuͦrg, unde sal daz nemen von dem huisrade, daz ich ẏme besast han.
Thiele, Chron. Stolle
436, 29
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
das wasser [...] warff fele husere umme unnd furte sy enwegk unnd fele hussrotes, unnd warff fele wende nedder.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
61, 22
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
das [volk] anebetit eyn rint; noch si essin rynt vleysch, si totin is ouch nicht, und mit deme unslet do besalbin si sich und alle iren husrot.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
448, 11
(
osächs.
,
1523
/
4
):
das die seinen mit frevel und mit gewald gefaren haben in mein gericht und haben daraus gefurt [...] sechs pienstocke, betgewand, cleider und anderen hausrat.
Fastnachtsp.
590, 5
(
nobd.
,
15. Jh.
):
Dem wil ich nemen, was er hot, | Kü, kelber und clainen hausrot.
Chron. Nürnb.
2, 221, 3
(
nobd.
,
1449
/
50
):
die unsern [...] zünten do die kirchen an und brenten sie aus. und namen waz sie da funden von plundern, hausrot und etliche vaß mit wein.
Hampe, Ged. v. Hausrat
2, 2, 7
(
nürnb.
,
1544
):
Es ghört vil hausratz zum haushalten | Wiltw es anderst recht verwalten.
Köbler, Stattr. Fryburg
105, 6
(
Basel
1520
):
WElchem varende pfand als silbergeschir / kleinotter / betgewand / hußrat / win / korn vnd derglichen / ingesetzt werden / die sol vnd mag ein yeder in sin gewaltsam nēmen.
Merz, Urk. Wildegg
185, 11
(
halem.
,
1622
):
der Hochzeiter bringt in die Ehe all sein liegend und fahrend Gut, die Hochzeiterin ihres Vaters und ihrer Mutter sel. ererbtes Gut im Betrage von 3000 Gl. Zürich müntz, samt Hausrat, Kleidern und Kleinodien, das zu widerlegen ist.
Schulte, Rav. Handelsges.
3, 265, 40
(
schwäb.
,
1479
):
Hie naich sou stait der huißraut, sou ich Hanssa Clottar leysß im huisß, sou unsser ist.
Nyberg, Birgittenkl.
2, 154, 46
(
schwäb.
,
1522
):
dan nach seinem tod do kamen sein freind, namend allez daz er het vnd was er vor lang vff daz closter gezeht het, als hausrat, damit er die schwester wolt in irer zuͦkunfft wol erfroͤen.
Chron. Augsb.
4, 403, 32
(
schwäb.
,
v. 1536
):
Ain rat hie hat nach sant Gallen tag allen hausraut im Predigercloster, den minchen und gotzhaus zuͦgehörig, durch Simprecht Hofer auff offnem marckt [...] verkauffen laussen.
Müller, Stadtr. Ravensb.
294, 12
(
oschwäb.
,
1545
):
die würt [...] sollen | allen haussrat, so si zu ir selbs und irs haußgesinds noudturft nit brauchen, [...] zu versteuren schuldig sein.
Bauer, Geiler. Pred.
230, 6
(
Augsb.
1508
):
Das ander darumb man rainiklicher lebet in dem kloster / dann in der welt / das ist. Keüschait / das ist die ander layschwoͤster / die den haußradt guͦtter wirckung / deßs ynnerlichen klausters der seelen rain haltet.
Bastian u. a., Regensb. UB
470, 50
(
oobd.
,
1378
):
Ich lazz auch wizzen, daz ich noch uͤber allez mein geschaͤfft han 4 pet, 2 poͤlster, 4 chuͤsse, 1 pankchpolster, 4 pankchuͤzz und andern hausrat, den ich noch nicht hingeschafft han.
Ebd.
2, 283, 33
(
1538
/
40
):
Die 5 swester, Appolonia Kloblin von Nuremberg [...] hat all ir fertigung mit ir bracht vnd etlich haußrat.
Piirainen, Stadtr. Sillein
78v, 13
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
So wo dy frawe cheinen ander pruder hot den einen phaffen sy nimpt geleich teil mit im an dem erbe alz an dem hauzrat.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
84, 21
(
mslow. inseldt.
,
1607
):
Die Erben haben hernach an śtatt diśes florin der wittib den houßrath (welcher ohne dz gar gering) gutwillig gelaßen.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
57, 3
;
Koeniger, Sendgerichte
99, 37
;
Köbler, Ref. Wormbs
89, 9
;
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
2, 4, 1
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
107, 26
;
Küther, UB Frauensee
409, 37
;
v. Tscharner, a. a. O.
17, 13
;
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
390, 37
;
Schultheiss, Achtb. Nürnb.
132, 33
;
Chron. Nürnb.
2, 151, 11
;
Köbler, Ref. Nürnberg
176, 10
;
Sachs
17, 106, 2
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
92, 41
;
Geier, Stadtr. Überl.
476, 16
;
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
3, 149, 2
;
Sexauer, Schrr. in Kart.
243, 15
;
Rennefahrt, Zivilr. Bern
115, 38
;
ders., Recht Laupen
60, 3
;
Müller, Grafsch. Hohenb.
2, 57, 31
,
Chron. Augsb.
2, 276, 23
;
7, 489, 19
;
8, 210, 3
;
Turmair
4, 686, 27
;
Zingerle, Inventare 27, a,
1
;
Stolz, Zollwesen
81, 36
;
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
186
;
Maaler
215r
.
Vgl. ferner s. v. (
das
), , .
2.
Ütr. zu 1: ›Penis‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , , , ,  5,  3,  2,  1,  3.

Belegblock:

Barack, Zim. Chron.
2, 556, 18
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Anna, die war im [...] zu seim willen in der ersten ganz unwillig und clagt oftermal irer mutter [...] mit wainenden augen über iren hauswürt, von wegen des übergrossen, ungefüegen hausraths.