hausieren,
V.
– Gehäuft obd.; meist Rechts- und Wirtschaftstexte.
1.
›von Haus zu Haus ziehen (und Waren zum Verkauf anbieten)‹; meist negativ konnotiert; in einem Beleg ohne Bezug auf eine Handelstätigkeit;
vgl.  12.
Bedeutungsverwandte:
 2.

Belegblock:

Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 120, 38
(
hess.
,
1602
):
demnach sich auch die unzunfftige maister bißhero des hausirens sowohl in der statt als auch der juden gassen vielfaltig beflissen, dannenhero den zunfftigen maistern gleichsam das brodt aus dem mundt gezogen.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
123, 18
(
halem.
,
1593
):
von so vil frombden ußlendischen krämeren, krätzen-, körb- und siebtrageren, welliche dann [...] husierende im land umbschweybend.
Chron. Augsb.
6, 52, 23
(
schwäb.
, zu
1532
):
also hat ain rath gehausiert von ainem haus zum andern und haben gefunden bei 14 karren korn.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
248, 5
(
smoobd.
, Hs.
17. Jh.
):
Es soll auch kain cramer oder cramerin [...] im land hausieren und inen niemand abkaufen, sonder vor der kürchen und auf offnem markt, damit niemand betrogen werd.
Schmidt, a. a. O.
1, 48, 24
;
Sachs
3, 497, 20
;
Rennefahrt, a. a. O.
111, 17
;
Wintterlin, Würt. Ländl. Rechtsqu.
1, 102, 25
;
Winter, Nöst. Weist.
3, 84, 20
.
2.
›vagabundieren, herumstreunen und dabei betteln‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1c, (V.), ,
1
 2, (V.) 4.

Belegblock:

Siegel u. a., Salzb. Taid.
210, 10
(
smoobd.
,
1565
):
Der starken stolzen pettler halben, die durch land und all jarmärkt ausziechen, auch perg und tal stërzen und hausiern, daz soll nit gestatt werden.
Mell u. a., Steir. Taid.
33, 8
.
3.
›wüten, Verwüstungen anrichten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. , , ,  9.

Belegblock:

Jörg, Salat. Reformationschr. (
halem.
,
1534
/
5
):
da sy ouch plündertend / husiertend / wie die fussinischen kraͤmer / jn der kilchen / und anderswo.