hauen,
hauwen,
V.,
im Prät. meist unr. abl., seit M. 15. Jh. auch regelmäßig, im Partizip Präteritum beinahe ausschließlich unregelmäßig, meist
gehauen
, selten
gehieben
. Allen Bedeutungspositionen gemeinsam ist das Merkmal des Schlagens in jeweils aber unterschiedlichen Kontexten und mit unterschiedlichen Zielen. 1-7 beziehen sich auf Tätigkeiten im landwirtschaftlichen und handwerklich-künstlerischen Bereich, 8 und 9 betonen den Aspekt der Ortsveränderung des jeweiligen Objekts, 10-12 verbindet das Merkmal des Kämpfens und Bestrafens, 13 und 14 das Merkmal des Zerkleinerns, 15-17 sind speziell auf Tiere bezogen mit verschiedenen Akzentuierungen.
1.
›etw. (Holz, Bäume) fällen; etw. von etw. (z. B. Äste von Bäumen) abschlagen, abtrennen‹; auch ütr.
Syntagmen:
bäume / holz / wald h.
;
einen span aus einer buche h., äste von den bäumen h
.
Wortbildungen:
hauholz
(a. 1555).

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
837, 10
(
Lübeck
1639
):
Wenn der Baum faͤllt / so hawet vnd bricht jedermann Holtz.
Luther, WA
33, 401, 5
(
1531
):
Es ist zu hoch gehauen, das die spen einem in die augen fallen.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
271, 3
(
Wolfenb.
1593
):
Es können keine Spöhne gehawen werden, der Baum müste erst gefellet sein.
Ziesemer, Marienb. Ämterb.
102, 20
(
preuß.
,
1394
):
425 ruten holcz, dy gehawen sint und noch legen in deme walde.
Große, Schwabensp.
166a, 11
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
SWer holt howet, daz sin nicht ne ist, [...], der sol daz buͦzen mit dren schilligen.
Quint, Eckharts Trakt.
52, 7
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Der dâ bûwet und houwet daz holz und bicket den stein dar umbe.
Chron. Nürnb.
2, 326, 24
(
nobd.
,
1441
/
50
):
waz die armen leut hauten zu hüttlein oder prennholcz.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 268, 16
(
nobd.
,
1464
):
Hage, das holze; darinnen hewet man zymmerholz.
Chron. Strassb.
271, 16
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
von zimmerlüten die do zederin boume in den welden hiewent zuͦ dem tempel.
Anderson u. a., Flugschrr.
2, 4, 28
([
Augsb.
]
1523
):
Daz euangeliū hawet den euangelischen son / von dem vngelasne vatter.
Kohler, Ickelsamer. Gram.
9, 14
(wohl ˹
Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺):
Diser laut [a] ist im anfang des worts Axt, ja es ist auch der laut den die Axt im hawen gibt.
Klein, Oswald
82, 64
(
oobd.
,
um 1418
?):
Louff, hau das holz, wer dich der kelt.
Piirainen, Stadtr. Sillein
45v, 32
(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Von dem der do holcz heuͤwet vnd graz sneydet.
Chron. Magdeb.
2, 190, 15
;
Beckers, Bauernpr.
57, 3
;
Kollnig, Weist. Schriesh.
120, 15
;
Skála, Egerer Urgichtenb.
251, 22
;
Chron. Nürnb.
2, 326, 23
;
Kocher, Rechn. Schönenwerd
359, 26
;
Rennefahrt, Statut. Saanen
48, 8
;
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
224, 37
;
Hauber, UB Heiligkr.
2, 379, 20
;
Schwäb. Wb.
3, 1245
.
Vgl. ferner s. v. , ,
1
 4,  8.
2.
›etw. (z. B. Gestein) ab-, losschlagen; etw. (z. B. Erz) gewinnen (im Bergbau)‹.
Gehäuft omd.; Bergbau- und Rechtstexte.
Phraseme:
im schalksberg hauen
›sich närrisch benehmen‹ (gelegentlich mit sexueller Komponente).
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4,  3,  2,  7.
Syntagmen:
erz h., aus dem gebirge die steine h.
;
jm. in sein feld hauen
;
jm. etw. zu h. geben
.

Belegblock:

Löscher, Erzgeb. Bergr.
123, 31
(
omd.
,
um 1559
):
Kein stollen hat die zechen, darinnen er ist, zu zwingen, das ercz zu hauen umb seines neunthen willen.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
8, 4
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Do hoyt man us deme gebirge di edile gesteyne di do heysin turchicases, in grozer obirvlussikeit.
Wutke, Schles. Bergb., Cod. Sil.
20, 160, 15
(
schles.
,
1509
):
was man ihm [dem heuer] von einer hielle ertz zu hauen oder zu gewinnen geben sol.
Ebd.
21, 130, 32
(
schles.
,
1563
):
was [...] für allerlai metal, so nicht wachsen, sonder aus der erden und pergen gewunnen gehauen oder erzeugt werden als gold silber salz kupfer zin eisen plei alaun vitriol saliter und anders dergleichen gemacht werde.
Sachs
13, 244, 11
(
Nürnb.
1557
):
Der [ein alter artzt] het ein schöne frawen, | Die haimlich thet in schalcksperg hawen | Mit eim jüngling.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
18
(
mslow. inseldt.
,
1492
):
ob sich begebe daß czwen mit Enander pautt(e)nn : Es wer weith czwissch(e)nn aber nit vnnd ßo Ein taÿll wold dem ander(e)n hawe(n) in sein veldt.
Ermisch, Freib. Stadtr.
226, 29
;
ders., Sächs. Bergr.
50, 12
;
Wutke, a. a. O.
20, 67, 27
;
Schib, Urk. Laufenb.
282, 12
;
Piirainen, Igl. Bergr.
32, 3r
.
Vgl. ferner s. v.
1
 1, (
der
5.
3.
›Acker (speziell den Weinberg) bearbeiten (wohl durch Auflockerung des Bodens mit einer Hacke)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
1
 1, ,  2, .
Wortbildungen:
haueisen
›Hacke‹ (a. 1422).

Belegblock:

Banz, Christus u. d. minn. Seele
1115
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Du solt an ainen aker howen gan.
Fuchs, Kart. Aggsbach
291, 13
(
moobd.
,
1430
):
den weingarten sullen und wellen wir alczeit halten in gutem voderm paw mit mist mit stechchen mit grubm mit hawn mit aller arbeit und notdurftichait.
Winter, Nöst. Weist.
4, 187, 3
(
moobd.
,
1691
):
So rueget man daß ein ieder nach dem andern hauen soll unten in die weingärten gehen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
408, 35
(
m/soobd.
,
15. Jh.
):
wann ainer in drein jaren nicht haut [...] und mit lassheit oder muetwillen also den weingarten ligen lat.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
222, 31
;
Gille u. a., M. Beheim
79, 519
;
Winter, a. a. O.
4, 34, 30
;
4, 153, 31
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
118, 29
.
4.
›(Gras) (mit der Sense) mähen‹; daneben: ›etw. (Unkraut) (mit der Hacke) aus der Erde ziehen, jäten‹; wohl auch: ›etw. (durch Abschneiden) ernten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1,  3,  1, ;  1,  1, ,  1,  1,  1.

Belegblock:

Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
17, 9
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Ir sprecht, euer sengse haue eben für sich. Wie ist dem, das sie dann mer disteln dann guter blumen [...] unversert leßt beleiben?
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
46, 29
(
omd.
,
1487
):
Dÿe menner hawen mitt der ßenßen vnd dÿe weiber graßen mit der sichel.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
313, 17
(
m/soobd.
,
16. Jh.
):
Wan man das kraut haut, so geit man jeden zwai laibel prot und ain viertl aines zehentkaß zu den fruestuck.
Jungbluth, a. a. O.
17, 6
;
Winter, Nöst. Weist.
1, 101, 31
.
Vgl. ferner s. v.  1.
5.
›ein Material (z. B. Stein, Holz) mit einem Werkzeug bearbeiten (durch Schlagen, Ritzen o. ä.), um etw. Neues herzustellen; etw. erschaffen‹.
Phraseme:
über die schnur hauen
›den (angemessenen) Rahmen überschreiten‹;
neben die schnur hauen
›einen Fehler machen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  10,  2, , ,  1,  1.
Syntagmen:
den balken / fels / stein h.
;
etw. in gold / stein h
.
Wortbildungen:
haustein
.

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm
586
(
preuß.
,
1331
):
Darzu du nicht énhibe | Uz diner almechtekeit / Ymmer wernder ewekeit | Den mensch nach dinem bilde.
Hilliger, Urb. St. Pantaleon
507, 10
(
rib.
,
1640
):
Supra chorum S. Pauli ist das gesimpts mit haustein sambt dem tach aufs neu gemacht.
Quint, Eckharts Pred.
1, 290, 7
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
rehte als daz bilde, daz in daz golt gehouwen und durchgraben ist, alsô sint aller dinge bilde einvaltic in der sêle.
Ebd.
2, 243, 3
:
als dâ ein spân abevellet von einem balken, den man houwet.
Thür. Chron.
6v, 25
(
Mühlh.
1599
):
Das fuͤnffte Wunder / ist das Tantzhauß zu Arachia in der Stadt / welches von den Steinmetzen auß einem einigen Marmelstein formirt vnd gehawen auff sieben Kreps.
Fastnachtsp.
724, 6
(
15. Jh.
):
Wir haben zu ser über di schnur gehauen | Und haben ain grobs leben gefürt.
Dienes, E. Gros. Witwenb.
275, 12
(
Nürnb.
,
1446
):
Iosep von Arymathia [...] leget yn [Cristus] also yn seyn grab, das in eyn stayn was gehawen.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
238, 29
(
els.
,
1362
):
An der selben stat súllent ir den fels howen: do wil uch got wasser geben.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
16, 8
(
Straßb.
1650
):
damit sie [die Poeten] ja nicht vmb einen Buchstaben neben die schnur hauen.
A. à S. Clara. Glori
44, 2
(
Wien
1680
):
Es gibt viel / die beherzt mit ihren Feinden herum hauen / und doch nicht über die Schnur hauen.
Herborn u. a., Rechn. Jülich
101, 36
;
Struck, Marienst. Wetzlar
570, 76
;
Mayer, Folz. Meisterl.
55, 15
;
Fastnachtsp.
241, 8
;
v. Keller, Ayrer. Dramen
1627, 32
,
Päpke, Marienl. Wernher
12916
;
Vetter, Schw. zu Töß
12916
;
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 82
;
Bremer, Voc. opt.
24004
.
Vgl. ferner s. v. .
6.
›etw. (ein Werkzeug, ein Arbeitsgerät) bearbeiten (z. B. schärfen), um es funktionstüchtig zu halten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,
1
(V.) 1,  1,  1, (V.).
Syntagmen:
den läufer, die feile / säge h
.

Belegblock:

Ermisch, Freib. Stadtr.
157, 17
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Ist der leufer noch ehlen hoch [...] und wirdet alle morgen gehauen oder gescherfet, so mahlet er tag und nacht [...] acht schöffel.
Rechn. Kronstadt
3, 75, 5
(
siebenb.
,
1544
):
Mer czolt, das man dy 2 feyl hot gehawen, asp. 8.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
156, 27
;
7.
›eine Grube ausheben; etw. aufhacken‹.

Belegblock:

Bernoulli, Basler Chron.
6, 60, 8
(
alem.
,
1514
):
Am mitwuchen noch sant Paulus bekerung tag bot man [...] von yeder zunfft dry mannen mit aͤxen uff den Rin, [...] fiengent unden by den Predigern an zu howen, und huͤwent das ysz uff.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
65
(
schles. inseldt.
,
1453
):
Wir [...] habin geseen, das Belsner hot gruben gehawen vnd phecke geslayn of seyn erbe.
8.
›etw. in etw. hinein / aus etw. heraus schlagen‹; auch ütr.

Belegblock:

Luther, WA
22, 68, 3
(
1544
):
feret er flugs zu, wil dem andern einen schmarren aus dem kopff hawen.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
55, 5
(
Frankf./M.
1568
):
Auß Messing mach ich Fingerhuͤt / | Blechweiß / werden im Feuwer gluͤt / | Denn in das Eysen glenck getriebn / | Darnach loͤchlein darein gehiebn.
Hübner, Buch Daniel
8302
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Uz dem latin ich ez [daz ticht] hieb, | Als ez an den worten stat.
Chron. Köln
1, 87, 22
.
9.
›etw. an einen Ort werfen, legen; einer Sache etw. hinzugeben‹.
Phraseme:
jn. zur fleischbank hauen
›Übles von jm. reden‹ (vgl. Dwb
4, 2, 577
).

Belegblock:

Luther, WA
22, 145, 9
(
1544
):
Es sind rohe, bittere, vergiffte hertzen, die allein haben eine schwartze vergiffte zungen, koͤnnen jederman zur fleischbanck hawen.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
22, 2
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Die speisefleischschweine aber werden, alsbalt sie geschlachtet, in das salz gehauen.
Stambaugh, Friederich. Saufft.
19, 9
;
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
391, 18
.
Vgl. ferner s. v.  5.
10.
›(mit dem Schwert) kämpfen, sich (mit Waffen) schlagen, raufen‹.
Bedeutungsverwandte:
 1, (V., unr. abl.) 6,  1, , , , , (V.) 4, , , .
Syntagmen:
aneinander / einher h., mit dem säbel um sich h.
;
h. und stechen
.
Wortbildungen:
hauenschild
›Draufgänger‹ (a. 1539),
hauerei
(a. 1554).

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
594, 2803
(
Magdeb.
1608
):
Wir wollen in der mitte gehen / | Wie Helden bey einander stehen / | Mit werffen / stechen / hawen / schlagen / | Ob Gott wil / den Sieg davon tragen.
Chron. Köln
1, 34, 14
(
rib.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
Do geinck it alre eirst an ein ryden, | an hauwen, stechen ind an stryden.
Loersch, Weist. Boppard
134, 3
(
mosfrk.
,
1620
):
als wan etliche oneinig wurden mit scheltworten, thaten, wercken, schlagen, reufen, stechen, hauen.
Allg. Schau-Buͤhne
37, 38
(
Frankf.
1699
):
Wie er sich tapffer wehret / und mit dem Sebel umb sich hauet / thun sie ihm nichts.
Goedeke u. a., Liederb.
259, 73
(
Marburg
1549
):
Laßt sie nun einher hauen, | das arm beschorn geschlecht.
Chron. Nürnb.
2, 157, 1
(
nobd.
,
1449
/
50
):
Jn dem riten etlich unserr geraisigen hie aus [...]; desgleichen teten die marggraffischen [...], und komen an einander und stachen und hauten an einander.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
33, 20
(
Straßb.
1650
):
da kame ich in eine Gasse [...], welche allenthalben mit tumult, mit zancken vnd beissen, mit hauen und schmeissen, mit schlagen vnd balgen erfüllet.
Peil, a. a. O.
567, 1915
;
Hübner, Buch Daniel
1795
;
Küther, UB Frauensee
375, 5
;
Henschel u. a., Heidin
1121
;
Sachs
5, 36, 25
;
Diehl, Dreytw. Essl. Chron.
153, 4
;
Munz, Füetrer. Persibein
475, 4
;
Qu. Brassó
5, 612, 10
.
Vgl. ferner s. v.  2,  4.
11.
›jn. (z. B. mit einer Rute) (auf ein Körperteil) schlagen (um ihn zu bestrafen, zu züchtigen)‹; auch ütr.
Phraseme:
sich in seine eigenen backen hauen
›sich selbst schlagen‹;
einem in die ferse hauen
›jm. Schaden zufügen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  10,  3, ,  1.
Syntagmen:
jn. (lam) h., mit gerten / ruten h
.

Belegblock:

Luther, WA
30, 2, 442, 21
(
1530
):
Dem Bapst kan ich nicht gleuben, denn er heisst sich selbs ynn sein maul liegen, Vnd hewet sich ynn seine eigen backen.
Ebd.
32, 234, 32
:
Do hawen sie eynem yn die ferße, do muß eyner eyne fedder lasßen.
Voc. Teut.-Lat.
o jv
(
Nürnb.
1482
):
Hawen mit gerten. corrigere oder straffen.
Sachs
20, 251, 17
(
Nürnb.
1556
):
So wil ich dich mit einer rhuten | Hawen, daß dir dein ars muß bluten.
Reu, Süddt. Kat.
1, 661, 29
(
Lauingen
1568
):
Die stimme des Herrn hewet wie Fewrflammen (Psalm 29).
Klein, Oswald
23, 141
(
oobd.
,
1427
):
wurd mich der richter hauen | mit seinem strengen sail.
Luther, WA
17, 2, 436, 28
;
Langen, Myst. Leben
162, 18
;
Qu. Brassó
5, 377, 29
.
Vgl. ferner s. v.  1,  1.
12.
›jm. durch einen Hieb, Stich oder Schlag eine Verletzung / eine Wunde zufügen‹; anschließbar an 11.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2, , ,  2, ,
1
 1,  1,  1.

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
162, 28
(
thür.
,
1474
):
also danne Jacuff Knoche den genanten Nigkeln Herwigen beclaget, wy daz er ym [...] vier blutrunstige wunden gehouwen habe.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
283, 2
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Jeronimus spricht, daz der scorp ain krumb wunden haw.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
228r, 5
(
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
Jst aber dy bundenn gehaen / mit einem swertte ader mit einem andern hüennden / dingen.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
285, 34
;
Grosch u. a., a. a. O.
179, 25
;
Rohland, Schäden
442
.
13.
›etw. zerschlagen, zertrümmern, zerstören‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2, (V.),  2, (V.) 3.

Belegblock:

Wyss, Limb. Chron.
67, 29
(
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
di marcgreben von Missen [...] qwamen vur Erfort mit ses dusent rittern [...] unde fugeten in großen schaiden zu unde hiben in ir wingarten unde herscheften si gar sere.
14.
›etw. (besonders Fleisch) zerteilen, in Stücke schneiden‹.
Syntagmen:
braten / fisch / fleisch in stücke / zu stücken h
.
Wortbildungen:
haubank
›Fleischbank‹ (a. 1536).

Belegblock:

Schmidt, Frankf. Zunfturk.
379, 1
(
hess.
,
1541
):
Wie man die braten hawen und sich mit dem zuehencken halten soll.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
75, 41
(
omd.
,
1487
):
Derhalben seinen vater Nabuchodonosor lÿß au̇sgraben vnd in dreÿ hu̇ndert stu̇cke haẇen vnd sāmelte dreÿ hu̇ndertt geÿer Jtzlichem ein stu̇cke gebende.
Dirr, Münchner Stadtr.
435, 12
(
moobd.
,
um 1365
):
Swelich flaeschman [...] daz flaesch verchaufft, daz die juden habent geslagen, und daz ein saltz oder under ander flaesch myschet oder hawt haimleich, wirt er darumb geruͤget von den maystern.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
2, 7, 8
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
124, 20
;
Chron. Augsb.
7, 488, 13
.
15.
›Tiere erlegen, erschlagen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (V.) 3.

Belegblock:

Rennefahrt, Gebiet Bern
469, 2
(
halem.
,
1544
):
wie [...] man darin schaͤdlichen vische und insonders die vornen tags und nachts houwe.
16.
›dem Pferd die Sporen geben‹; davon ausgehend auch allgemeiner: ›sich beeilen, (schnell) laufen‹.

Belegblock:

Henschel u. a., Heidin
484
(
nobd.
,
um 1300
):
Vn̄ die ros mit zorn | Hiben si mit den sporn.
Chron. Augsb.
7, 428, 16
(
schwäb.
,
um 1560
):
Wann man die roß anleßt, seind die zwen stimierherrn darbei. wann die rennroß gleich am greblin nacheinander steen, so schreiet der herren ainer: hauet darauf!
Vetter, Pred. Taulers
189, 8
.
Vgl. ferner s. v. .
17.
von Tieren: ›das Gebiß in etw. (speziell in die erjagte Beute) einschlagen‹; in den Belegen hauptsächlich in der Wendung:
hauendes schwein
›ausgewachsenes, Hauzähne besitzendes Wildschwein‹.

Belegblock:

Bobertag, Schwänke
309, 15
(
Frankf.
1563
):
Hauwet in [hund] nun ein schwein, daß im die derme zum leib außzotteln.
Chron. Augsb.
7, 340, 8
(
schwäb.
, zu
1559
):
die jeger haben bei Renhartzhausen ain groß, wilds, hauendts schwein in den lachen umbzogen, welches vil hund beschediget hat.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
121, 12
(
oobd.
,
1349
/
50
):
er [eber] ist swarz und hât grôz hawend zend.
Knape, Messerschmidt. Bris.
35, 42
;
Chron. Augsb.
2, 107, 21
,
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 94
.