1
hader,
(sehr vereinzelt:)
hade,
hadel,
der
;
–/-n
, meist im Pl. gebraucht;
zu
Hader
›Lumpen‹ (Kluge/S.
2002, 382
).
›Lumpen, Stoffetzen, Stück Zeug‹.
Phraseme:
etw.
(z. B.
ein gedicht
)
aus den hadern schütten
›(durch Abschrift) vor dem Verlust retten‹.
Bedeutungsverwandte:
 1, ,  1,
1
,  1,  1.
Syntagmen:
(die) hadern abtragen / spinnen / waschen, an röcke machen, in den bach schütten; jn. mit einem h. verwunden, etw. (papier) von hadern machen, die sünde
(Subj.)
in hadern reichsen; welsche / alte / kleine hadern, die zerschnittenen / zerrissenen hadern; der bosheit, der sünden hader(n)
.
Wortbildungen:
1
häderlein
,
haderlump
,
hadermüle
.

Belegblock:

Kochendörffer, Tilo v. Kulm
5887
(
preuß.
,
1331
):
Daz si han kein ander cleit | An allein der sunden hadr.
Luther, WA
22, 345, 15
(
1544
):
[dieser] bleibet in seinen alten haddern und lumpen seines eigen fleischlichen dunckels.
Ebd.
52, 35, 13
(
1544
):
hie kombt ein armes luͤmplein, ein altes zerrissenes, unsaubers hederlein [...] ain stinckender dreck
(semantische Mischung mit
2
hader
).
Struck, Klöster
451, 24
(
mosfrk.
,
1516
/
7
):
Vor haden spynnen 15 alb.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
18, 2
(
Frankf./M.
1568
):
Jch [Papyrer] brauch Hadern zu meiner Muͤl | Dran treibt mirs Rad deß wassers viel / | Daß mir die zschnitn Hadern nelt / | Das zeug wirt in wasser einquelt.
Voc. Teut.-Lat. n iijr (
Nürnb.
1482
):
Hader oder armes klayde eins armen.
Chron. Nürnb.
3, 97, 8
(
nobd.
,
1488
):
er het hadern und jare die gleich alt warent, und gieng mit unfletigem part traurig daher.
Ebd.
5, 548, 5
(
E. 15.
/
A. 16. Jh.
):
montag vor Andreas hub man die newen plaich an pei der Hadermül.
Gille u. a., M. Beheim
189, 176
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
die suund reichset in seiden | Und in hadern, sy smecht niemant.
Ebd.
236, 15
:
fur heiltum | czaigen sy schelmen peine. | Fur Sancta Maria gewant | czaigen sy alt hadern czertrant.
Sachs
23, 3, 18
(
Nürnb.
1549
):
solche seine gedicht aus den dichtzeteln örnlich widerumb abschreiben lassen und, wie man spricht, aus den hadern zw schüetten, auf das seine lange arbeit, müe und fleis nit also durch hinlessikeit verloren wuerd.
Niewöhner, Teichner
691, 119
(Hs. ˹
moobd.
,
3. V. 15. Jh.
˺):
lebt dann ainer mit gewalt | in seiner alten poshait hadern.
Turmair
5, 153, 29
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Was sollen dise wälsche flecken und hadern?
Winter, Nöst. Weist.
1, 936, 30
(
moobd.
,
17. Jh.
):
Es soll auch niemant miest aschn stain oder unlüstig hadern oder todts vich in den pach schüten.
Skála, Egerer Urgichtenb.
185, 4
;
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
248, 15
;
Barack, Teufels Netz
12077
;
Drescher, Hartlieb. Caes.
360, 27
;
Winter, a. a. O.
1, 111, 38
;
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
124, 32
;
Dietz, Wb. Luther
2, 200
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
161
;
Schwäb. Wb.
3, 1015
;
1017
;
Vgl. ferner s. v.  1.