1
hacke,
die
;
zu .
1.
›das Behacken, Durchhacken (der Weinberge)‹; der zweite Beleg unterscheidet die
erste
und
zweite hacke
sowie die
berhacke
(Bw zu
2
);
zu  1.
Phraseme:
erste hacke / zweite hacke
.

Belegblock:

Thiele, Chron. Stolle
463, 22
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
eynem manne, der do pfele stackte, XVIII ₰; item in der hacke ouch XVIII phenge.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
161, 29
(
osächs.
,
1570
/
7
):
Darauf wirdet balt mit dem reumen, schneiden und senken gefolget, die pfähle gesteckt, bögen, die erste hacke, brechen, heften, [...], umb oder nach Joannis die andere hacke, Jacobi die beerhack, zu vorhauen, lesen.
2.
›Hacke, Gerät zur Garten-, Feldarbeit‹; aus den Belegen ist nicht erschließbar, ob es sich um ein Gerät mit einem Hackblatt oder mit Zinken handelt; Metonymie zu 1.
Phraseme:
ein hackel drein schlagen
›etw. umwerfen (ütr.)‹.
Wortbildungen:
hackenhelb
›Hackenstiel‹.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
46, 19
(
preuß.
,
1339
):
1 bindax, 3 sulexd. 1 newegir, item 1 hacke.
Ders., Proph. Cranc Jes.
7, 25
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
alle berge, di man mit heckelin hacket, do kumt nicht di var der dorne.
Luther, WA
15, 193, 4
(
1524
):
das [Gott ehren] kostet keyne sylberne schauffel noch gulden hacken.
Kurz, Waldis. Esopus
4, 6, 45
(
Frankf.
1557
):
was ein gut hack will werden, | Das kruͤmt sich zeitlich bey der Erden.
Sachs
17, 47, 8
(
Nürnb.
1553
):
Und wil sie nider-reissn zu hauffen, | Wils blewen mit dem hackenhelb.
Niewöhner, Teichner
413, 62
(
moobd.
,
1360
/
70
):
der noch vert hat war gesait, | daz ist hewr ein anderr sin, | daz er slecht ein hakchel drin.
Klein, Oswald
76, 14
(
oobd.
,
v. 1408
?):
mein häcklin klein hett ich ir vor | embor zu dienst gewetzet
(obszön).
Zingerle, Inventare
33b
, 14 (
tir.
,
1452
):
ain protmülter vnd ii hacken vnd ain paill vnd ain häll.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
551, 24
;
ders. Marienb. Ämterb.
120, 20
;
150, 10
;
Schmitt, Ordo rerum
169, 15
;
Hulsius H ir;
Dietz, Wb. Luther
2, 200
.
Vgl. ferner s. v.  4.
3.
›Axt, Beil‹;
vgl.  2.
Bedeutungsverwandte:
,
1
.

Belegblock:

Voc. inc. teut. k iijv (
Speyer
um 1483
/
4
):
Helm wl. stil am d‘ hacke͂ od’ beyel.
Skála, Egerer Urgichtenb.
106, 13
(
nwböhm.
,
1573
):
des (Me) Messerschmidts laden beim schlosser hab er mit einer hacken vfgemacht.
Bauer, Imitatio Haller
81, 20
(
tir.
,
1466
):
wir süllen die hakchen legen czu dem paum, das wir gerainiget werden von vnsern geprechen.
Turmair
1, 404, 26
(
Augsb.
1517
):
securis ,axt, hacken, peil‘.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
163, 25
(
mslow. inseldt.
,
1632
):
geśtändig dz Er mit der hackhn
[Z. 20:
holzhackhen
]
Zwaar geworfen, aber dz er, ihne Andre damit beśchädiget hette, in abrede iśt.
Gerhardt, Meister v. Prag
8, 3
Var.
Vgl. ferner s. v.  1.
4.
ein kleines, in Form und/oder Funktion schwer bestimmbares Gerät.

Belegblock:

Cirurgia H. Brunschwig
19
va, 26 (
Straßb.
[
1497
]):
Du solt auch habe͂ subtilge cleine hecklin zweierley gestalt. etlichs eīfeltig etlichs zwifeltig da mit vff zuͦ hebe͂ die aderinn.
Zingerle, Inventare
14b
, 8 (
tir.
,
1477
):
ain brantrayt vnd ain feürhackn, ain häckl in der küchl vnd ain rost.
5.
ein hacken- oder axtähnliches Gerät, das als Waffe benutzt wird;
vgl.  4.
Wortbildungen:
hackenwurf
.

Belegblock:

Thiele, Chron. Stolle
523, 7
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
do stunt her uff unnd gingk zu synem lieblichen vater unde fant [...] eyne heigen, dy nam her mit sich [...] unnd slugk on eyns mit der heigen.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica (
schles. inseldt.
,
1566
):
unrecht weer, armbst wurfspeil maissel und häckl, die si verpergent, die sint verpotten.
Mon. Boica, NF.
1, 542, 2
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
So soͤl auch der muͤlner, wenn des von kriegs wegen not wer, mit hacken in dem slosse gewarten.
Primisser, Suchenwirt
18, 277
(
oobd.
,
2. H. 14. Jh.
):
Auf liechten hauben laut erchlankch | Der hakchen sleg mit widerdoz.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
20, 7
(
smoobd.
,
1625
):
sich auß notdurft seines leibs zu wöhrn es währ mit ainer hacken oder mit andern seinen werchzeug.
Ebd.
305, 35
(Hs.
A. 17. Jh.
):
stainwurf und hackenwurf oder der ain [...] schlecht, der ist dem gericht 52 ℔.
Thiele, a. a. O.
468, 27
;
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
66, 20
;
77, 18
;
Wiessner, Wittenw. Ring
7973
;
Primisser, a. a. O.
18, 273
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
128r
, 34.