habend,
part. Adj.
1.
›vermögend, über überdurchschnittlichen Besitz verfügend; im Besitz von etw. seiend (jeweils von Personen); in js. Besitz befindlich; vorhanden (von Sachen)‹;
zu  1.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte; Chroniken.

Belegblock:

Loesch, Kölner Zunfturk.
2, 224, 26
(
rib.
1417
):
sein muter ein habent, unversprochen und erber fraw.
Chron. Nürnb.
2, 331, 7
(
nobd.
,
1449
/
50
):
daz man den habenten leuten etwaz habern zu dem korn aufgesetzt het.
Welti, Stadtr. Bern
76, 15
(
halem.
,
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
so moͤgent vnser rete allein vmb daz gelt einen bescheidnen buͥrgen nemen, der alz habende si als och der secher.
Ebd.
670, 2
(
1539
):
dz die nachgennden daran nit habennt noch versorget sind.
Boos, UB Aarau
277, 33
(
halem.
,
1440
):
das die hebendisten usz und von ir stat gezogen weren.
Chron. Augsb.
4, 469, 21
(
schwäb.
, zu
1512
):
was dür bei habenden dingen.
Ebd.
7, 326, 7
(zu
1558
):
wie dann die zech und gemaind [...] ir habende parshaft guͦthertziger mainung mitgetailt.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
61, 6
(
mslow. inseldt.
,
1577
):
ihr Muetter [...] hat ihr tochter Magdalenam [...] aller ihrer habenden güetter Erblos gemacht.
Chron. Nürnb.
4, 272, 9
;
Welti, a. a. O.
270, 23
;
Boos, a. a. O.
106, 36
.
Vgl. ferner s. v.  8, .
2.
›in js. Besitz befindlich (attr. zu abstrakten Bezugsgegenständen, oft Ämtern, Rechten, bezogen auf das [logische] Subj. d. P.)‹;
vgl.  2.
Syntagmen:
die habende freiheit / gerechtigkeit / oberkeit, das habende ampt / privileg / recht / regiment
.

Belegblock:

Chron. Augsb.
9, 95, 24
(
schwäb.
,
1544
/
5
):
daß ain erber rat und gemaind [...] in dem anfang des noch habenden zunftlichen regiments seine ratsämpter nicht vast weit von der Römer alten ratsordnung [...] erdacht haben.
Chron. baier. Städte. Regensb.
42, 2
(
noobd.
,
1521
):
wolten auch dyselben bey iren habenden brivilegien gern bleiben lassen.
Chron. Augsb.
7, 86, 10
;
117, 6
;
328, 7
;
8, 57,
Anm. 2;
Rwb
4, 1376
.
Vgl. ferner s. v. (V.) 9.
3.; 4.; 5.; 6.; 7.,
s.  4892123.