hänger,
der
;
-s/–
.
1.
›Henker; Gerichtsbüttel; Peiniger‹; auch in Flüchen und als Schimpfwort gebraucht;
vgl.  2.
Phraseme:
in (aller) hängers namen, zum hänger!
Bedeutungsverwandte:
vgl. , ,  1, , , ,  2.
Wortbildungen:
hängerei
›Scharfrichterei‹ (14. Jh.),
hängersche
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
5, 418, 12
(
preuß.
,
1494
):
wo her ynn ankompt, sall her ynn brenngenn inn dy neheste stadt, do sall ynn der henger adder stadtmait ann dy stawpszawle mit dem ore mit eynem pfenningnagele annnagelenn unnd ym eynn messzer ynn dy hannt gebenn, bisz her sich selber abesneydet.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
7283
(
rib.
,
1444
):
dar na so sal ich sijn | Die hengersse ind worgersse dyn.
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
263, 12
(
Wolfenb.
1593
):
Das dich der Henger schende, Hastu dann keine Ohren?
Luther, WA
30, 3, 235, 12
(
1530
):
Solch volck, das kein Gottes furcht noch gewissen hat, weise ich von mir zum Richter, Vom Richter zum Henger.
Ebd.
32, 89, 3
(
1530
):
das Gott nicht mit uns zurnet, uns richtet oder unser Tyran und henger ist, sondern unser vater.
Ebd.
33, 13, 19
(
1530
):
geitze nun immer hin in aller henger namen.
Alberus, Barf.
203, 8
(
Wittenb.
,
1542
):
das er den Muͤnchen das schwein gantz schenckt vnd lies sie es ins Hengers namen fressen.
Tittmann, Schausp. 16. Jh. Rebh.
84, 119
(
Zwickau
1536
):
zum henger weg und laß uns gehen!
Schade, Sat. u. Pasqu.
1, 92, 448
(o. O. o. J.):
Sonderlich thut gar vil darbei | Der namn an deiner hengerei.
Wiessner, Wittenw. Ring
7528
(
ohalem.
,
1400
/
08
):
Das seu der haher müesse streken, | Schüllens uns also derschreken!
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
25, 23
(
mslow. inseldt.
,
1507
):
Schindler Balaśch gethan śchmächlich wieder Michl Mayer, [...], Ihn ein Henger gehoiśśen.
Luther, WA
41, 58, 2
;
Thiele, Chron. Stolle
403, 5
;
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
778, 18
;
Schmitt, Ordo rerum
295, 26
;
Rwb
5, 185
.
2.
›Gehenkter‹; konversem zu 1.

Belegblock:

Ranke, Umgangsspr.
1951, 182
(
oobd.
,
um 1400
):
nu füget sich daz, daz ain ritter der hanger hütet, die newleich getöttet waren.
Ebd.
182
:
[wer einen Ketzer begräbt, ist im Bann]
vnd mag daraus nicht komen, er grab in den offenlich mit seinen henndten aus vnd trag sein gepain zu den hangern.
3.
s.  7.