gutherzig,
Adj.
1.
›von gutem Charakter, moralisch integer, anständig, aufrichtig, gütig, (im moraltheologischen Sinne:) gut, gerecht‹;
vgl. (Adj.) 3.
Bedeutungsverwandte:
 1, .
Wortbildungen:
gutherzigkeit
›Gutheit, Reinheit des Charakters‹.

Belegblock:

Luther, WA (
1536
):
,Mensch‘ i.e. gutherzig kind, qui cupit salvari, is audiet.
Anderson u. a., Flugschrr.
4, 13, 6
([
Straßb.
]
1524
):
wie ewer standthafft dapfferkeit [...] angenem seyn werd / vor den augen goͤtlicher maiestat / wie loblich vnd eerlich vor allen verstendigen guͦthertzigen Christen.
Rieder, Gottesfr. (
els.
,
1369
):
were es denne, daz got sine barmhertzikeit und uwere guͦthertzikeit wurde ane sehende und uch wurde unverdienet die große gnode gebende.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1478
):
die weyl sich vor gemelte herrn von des Schwartzen anhang besorget und deshalben sich heimlich umb ainen getreuen beystandt bey etlichen guetherzigen beworben.
Ebd. (
schwäb.
,
v. 1536
):
wie mercklich die eer gottes durch die widerwertigen leren verhindert, die gewissen der guͦthertzigen beschwert [wirt].
Ebd. (
1544
/
45
):
allen vnd jeden guthertzigen, so die Burgerliche vnnd zunfftliche regierung von gantzen hertzen lieben.
Meisen u. a., J. Eck
47, 23
(
Ingolst.
1526
):
Gott der Herr ließ auch inn minder irren, wa er guthertzig waͤr.
Rieder, a. a. O. ;
Dietz, Wb. Luther
2, 189
f.
Vgl. ferner s. v. ,  3.
2.
›wohlwollend, wohlmeinend, freundlich, aus gutem Herzen heraus, mit den besten Absichten‹; mehrfach mit Bezug auf den wohlwollenden Leser; bei
Luther
eher im Sinne von: ›gutmütig‹, mit Tendenz zu ›einfältig‹;
vgl. (Adj.) 3.
Bedeutungsverwandte:
 1.

Belegblock:

Luther, WA (
1522
):
Gegen sollichen guͦthertzigen menschen müssen wir uns vil anders halten dann gegen den halßstarcken.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
565, 1873
(
Magdeb.
1608
):
BAld fuhr heraus ein Junger Mann / | Der mit vngedult hoͤret an / | Was Friedlieb guthertzig gesagt.
Dünnhaupt, Werder. Gottfr. v. Bullj.
17, 3
(
Frankf./M.
1626
):
Es wolle sich auch der guthertzige Leser die / [...] / wol zugelassene / vnnd in dieser vnserer Poësie von vns gefuͦhrte Freyheiten nicht jrren.
Sachs (
Nürnb.
1566
):
Wol dem mann, der guthertziglich | Deß dürfftigen annemet sich.
Behrend, Spangenb. Anbindbr. (
Straßb.
1611
):
An den Guthertzigen Leser. Gunstiger Leser: als mir [...].
Chron. Augsb. (
schwäb.
, zu
1548
):
daß sie nit allein dise der kay. mt. [...] handlung und gantz guͦthertzige wolmainung [...] erkennen.
Ebd. (zu
1558
):
daß solches [freithof] [...] von unsern voreltern guͦthertzig gestiftet.
Chron. Augsb. Anm. 3 (
schwäb.
, zu
1555
):
demnach hetten sie solch ir, der gehaimen, getreu, guthertzig bedencken und wolmainen ainem ersamen rat hiemit wöllen vermelden.