grunzen,
V.
›grunzen (von Schweinen)‹; ütr. (auf den Menschen): ›meckern, murren, grollen, mit jm. zanken, stänkern‹.
Wortbildungen:
grunzer
,
grunzicht
›mürrisch, brummig‹ (E. 14. Jh.).

Belegblock:

Schöpper
20a
(
Dortm.
1550
):
Irasci. Zuͤrnen zehnblecken entruͤst werden ergrimmen grißgrammen gruͤntzen.
Luther, WA
33, 485, 20
(
1531
):
so Gott diess thun kan und [...] dem gruntzen und der gewalt der Phariseer durch einen einigen Nicodemum wehren.
Ebd.
47, 275, 18
(
1537
):
der Herr Christus spricht: Jch bin nicht kommen, das ich richte, beisse, murre oder gruntze und die leuthe verdamme.
Trunz, Meyfart. Rhet.
1, 30, 12
(
Coburg
1634
):
mit den Buben schnattern / mit den Lippen zancken / mit den Juͤden laͤstern / mit den Jungen schweren / mit den Alten gruntzen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
368, 3384
(
Magdeb.
1608
):
was der Wort waren noch mehr / | Die sie
[Schweine]
zu jhm gruntzten daher.
Bell, G. Hager
605, 1, 5
(
nobd.
,
1609
):
Ein weib nam einen jungen man | [...] | vnd Her nach täglich dette | Mit jm grunczen zu aller stund.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
26, 30
(
Straßb.
1650
):
Wie sie dan meist auß lautter verzweiffelung vnd gruntzend gestorben, wie die Schweine, mit grossem vnwillen.
Henisch
1764
(
Augsb.
1616
):
Grunzen / grunnen / grõmen / ruͤchlen wie ein schwein / grunnire, [...]. Grunzen / durch die nasen schnudere͂ / grumsig sein / grunnire [...]. Doͤrfft jhr noch grumsen jhr boͤßwicht. [...] Grunzer / grunnitor. Ein stirmern Neidham͂el vnd grunzer ist selbs boͤß / vnd gibt vrsach zu vil boͤsen. Wo lauter murren / grunzen / vnd argwon ist / da wohnet der Teuffel.
Luther, WA
46, 494, 35
;
Lemmer, Schernb. Frau Jutte
31, 49
;
Peil, a. a. O.
517, 340
;
Bell, a. a. O.
608, 1, 10
;
Golius
226
;
Henisch
1770
;
Dietz, Wb. Luther
2, 180
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
157
.
Vgl. ferner s. v.  2.