grosmutter,
die
;
in den älteren Belegen auch mit Binnenflexion. – Hinsichtlich der Großmutterbezeichnungen in den rezenten Mundarten s. Debus, Heiratsverwandtschaft.
1958,
K. 18.
1.
›Großmutter (väterlicher- wie mütterlicherseits)‹.
Bedeutungsverwandte:
, , , vgl.
1
 2.
Wortbildungen:
grosgrosmutter
›Urgroßmutter‹,
grosmütterlich
.

Belegblock:

Luther. Hl. Schrifft. 2. Tim.
1, 5
(
Wittenb.
1545
):
des vorgeferbeten glaubens [...] / welcher zuuor gewonet hat in deiner Grosmutter
[
Mentel
:
anen
]
Loide.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
112, 40
(
thür.
,
1474
):
so hat eß alle sin gud, daz eß vorerbin mochte, geerbeth uff syne halbe swester met merem rechten danne uff dy großemuther.
Goerlitz, Magd. Schöff./Posen
127, 16
(
omd.
,
1407-36
):
meyne grossemutter J. ist begobit mit der inwonunge des selbigin hawsis von erem rechtin elichin wirte.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
374
(
schles. inseldt.
,
1467
):
vnd habin eÿne bestendige vorrechtunge gemacht, czweschen Nickil Gottwerths kindern vnd irer grüsmutter Clos Gottwerttin embe das gut.
Köbler, Stattr. Fryburg
147, 4
(
Basel
1520
):
Weñ aber das erst abgestorben Eegemechd [...] dhein sipfründ / als vatter / můtter / großvatter / großmůtter / brůder vnd schwestern / vetter [...] / nach sinem tod verließ.
Maaler
193v
(
Zürich
1561
):
Großmůter (die) Auia. Die Großmůter vnsers großuatters / oder der großmůter. Abauia.
Rennefahrt, Statut. Saanen
212, 7
(
halem.
,
1598
):
so sollend dieselben kindskind in irem großvater oder großmüterlichen gůt an ir vater oder můter stat zů erb gan.
Lauater. Gespaͤnste
37v, 10
(
Zürich
1578
):
habend jre seltzamen vnd wunderbaren fablen vnd gedicht von den selben / die sy von jren můteren vnd großmůteren gehoͤrt.
Henisch
1754
(
Augsb.
1616
):
Grosmutter / avia mater patris vel matris [...]. Grosgrosmutter / proavia.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
84, 26
(
mslow. inseldt.
,
1607
):
1 śchüßl, śo noch ihrer großmutter geweśt.
Dasypodius
16r
;
339v
;
Alberus Er bbr;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 417
;
Dietz, Wb. Luther
2, 173
;
Schles. Wb.
1, 458
.
Vgl. ferner s. v.  1.
2.
›Vorfahre weiblichen Geschlechts‹.

Belegblock:

Luther, WA
10, 3, 328, 25
(
1522
):
Secht, die haben gros patriarchen geborn, die kommen in die linien Christi unnd werden sein großmuttern, das wir nu sagenn muͤsen: gnad frauw Rachab, gnad frauw Ruth.