gritten,
V.;
zu
mhd.
griten
›die Beine spreizen‹
(Lexer
1, 1089
).
›die Beine o. ä. spreizen; plump daher gehen; weit ausgreifen (z. B. von Ästen)‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.
2
, .
Wortbildungen:
gritlig
,
gritlisch
,
grittecht
›mit gespreizten Beinen; rittlings‹,
gritling
›rücklings‹,
gritter
›Mensch, der im Gehen die Beine weit auseinander spreizt‹ (a. 1605).

Belegblock:

Adomatis u. a., J. Murer. Nab.
1269
(
Mühlh./E.
1556
):
So wil ichs dann gwüß nümmen thůn | Old ich sterb grittlig wie ein hůn.
Chron. Nürnb.
4, 166, 18
(
nobd.
,
15. Jh.
):
das er must nider auf das sail grittling sitzen, untz es verscholet.
Maaler
192v
(
Zürich
1561
):
Grittaͤcht / Der mit den schencklen vmb die kneüw vnd schinbein weyt von einanderen grittet.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
322, 4
(
oobd.
,
1349
/
50
):
der paum ist gesträut mit weit gritenden esten und pletern.
Chron. baier. Städte. R
229, 22
(
moobd.
,
1552
):
da sassen zwen landsknecht zu obersten auf der mauer grietlisch und den ein fues aussen über di mauer hinab.
Henisch
1747
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
156
;
Schweiz. Id.
2, 827
;
6, 1721
;
Schwäb. Wb.
3, 843
/4.