granat,
der
;
–/-en
;
zu
mhd.
grânât
, dies letztlich aus
lat.
(lapis) grãnãtus
›kornförmiger Edelstein‹
(Kluge/S.
1995, 334
).
1.
›Granat, (Halb)Edelstein‹.
Zur Sache: Lex. d. Mal.
4, 1650
.
Bedeutungsverwandte:
.
Wortbildungen:
granaten
wohl ›tröstlich‹ (im Hinblick darauf, daß der Granat als Troststein angesehen wurde),
granatkorn
1,
granatkornring
,
granatstein
.

Belegblock:

Palmer, Tondolus
1220
(
Speyer
um 1483
):
dan ir [mure] gestein wz Cristallen Crisoliten Iaspis [...] Amatisten vnd granat.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
140, 5
(
Frankf.
1535
):
Granat ist vonn der carfunckel geschlecht. Es ist aber ein roter durchsichtiger stein / rot vnd ein wenig roͤter dann ein carfunckel. Der granat macht das hertz froͤlich vnd vertreibt die traurigkeit.
Ebd.
142, 14
:
Jacinct: Vnder denen seindt die granaten vnnd koͤrnlin odder wecklin die besten.
Stackmann u. a., Frauenlob
1, 20, 34
(Hs. ˹
schles.
,
14. Jh.
˺):
min
[Maria]
mitsam granatin bejac.
Morrall, Mandev. Reiseb.
20, 7
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Uff dem land umb das selb mer fint man vil rubin und granaten.
Henisch
1729
(
Augsb.
1616
):
Granat / granatstein / ein geschlecht der Carfunckel / ist zweierlei / orientalis vnnd occidentalis.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
446, 30
(
oobd.
,
1349
/
50
):
Von dem Granaten. Granatus ist ain stain gar schœner varb, geleich ainem rubîn, iedoch hât er ain vaizter rœten wan der rubîn.
Bauer, u. a., Kunstk. Rud.
666
(
oobd.
,
1607
/
11
):
der eine [säbel] mit etlich stainen von lapislazali und or: granate geziert.
Ebd.
1156
:
Ein rund tischblat, eingelegt mit allerley jaspis, granaten und vil andern stainen in gold gesetzt.
Ebd.
1347
:
Ein geschirrle von calcedon, das füeßle mit böhmischen granatkornlein geziert.
Ebd.
2542
:
1 gutt granatkorn ring. Vierzehen granattafeln, nit alle perfect.
Turmair
4, 36, 13
(
moobd.
,
1522
/
33
):
In disen flüssen findt man perl und gold, auch ander edlgestain, ametisten, granat, so man pehemisch nent.
Mayer, Folz. Meisterl.
87, 57
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
132, 9
;
156, 28
;
Bauer, u. a., a. a. O.
719
;
Rosenqvist, Frz. Einfluß.
1943, 254
.
Vgl. ferner s. v.  1, ,  2.
2.
›Granatapfel; Granatapfelbaum‹; Kopfform von .
Bedeutungsverwandte:
.
Wortbildungen:
granat(en)baum
,
granatkern
,
granatkorn
2,
granatwein
›Wein aus Granatapfel‹.

Belegblock:

Luther, WA
31, 2, 697, 15
(
1530
/
31
):
Die schonen opfel, granat, celebratur in isto libro talis fructus.
Ebd.
53, 586, 8
(
1543
):
Zur selbigen stunde griffen jhn die Jsraeliten und verhuͤlleten jhn mit tuͤchern, und schlugen jn mit Ruten von Granaten Beumen.
Ziesemer, Proph. Cranc Agg.
2, 20
(
preuß.
,
M. 14. Jh.
):
bluet itzunt der wingarte unde der vicboum und der granatimboum
[
Mentel
:
margram
;
Froschauer
,
Wormser Proph.
,
Dietenberger
:
granatapfel
; Luther
1545
:
Granatbewm
]
und der oleboum?
Pyritz, Minneburg
3434
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Ob ein muscat baum da under | [...] | Hete die sußen aromaten | Und dez paradises granaten | By uns legen uff dem pallas.
Fischer, Folz. Reimp.
44, 74
(
Nürnb.
1482
):
Fürbas so werden wir genöt, | [...] | Zu dem, das hicz nit wurczeln lest, | Als essich, granatwein, agrest.
Ebd.
44, 327
:
Von erbsich- oder granatweyn | Sol fürbas auch sein trincken seyn.
Broszinski, Minner. Chir. Parva
81v
, 3 (
halem.
,
2. H. 15. Jh.
):
Cura der wunden, die appostema habent. [...] Die ander cura ist ein pflaster von granat vnd ist Auicenne: 2.) Rp. granatorum der süssen, súds in süssem win, bis sy zergangint, mach daruss ein linimentum.
Henisch
40
(
Augsb.
1616
):
Alcool / das subtilest eines jeden dings / vnd ein jedes Puluer oder staub / als alcool vini, der brantwein / aqua vitæ rectificata, Alcool ossium granatorum, das Puluer von den granatkernen / wirt also genant von dem Arabischen Articul Al vnd cobol / welches aptare, comere, præparare, zu bereiten bedeut.
Ebd.
1729
:
Granat / granatbaum / granatapffelbaum [...]. Granatapffel / margranten / malum punicum, vulgo malum granatum [...]. Es ist kein granatapffel / er hat ein boͤß koͤrnlein in jhm. [...]. Granatkoͤrner / acini. [...] Granatwein / Rhoites.
Rauwolf. Raiß
24, 21
([
Lauingen
]
1582
):
Jtem Granatenbaͦum / vnd die / daran das S. Johanns brot / so von Griechen Xylocerata, den Arabern aber Charnubi genennet wirt.
Luther, WA
31, 2, 697, 22
;
ders. Hl. Schrifft. 1. Sam.
14, 2
;
Ziesemer, Proph. Cranc Joel
1, 12
;
Mylius E 3r;
Eis, Gesundheitsl.
155, 7
.
3.
›granatfarbenes Tuch, Stoff‹.
Wortbildungen:
1
granat
(Adj.) ›glutrot, granatfarben‹,
granattuch
.

Belegblock:

Starzer, Qu. Wien
1, 5, 5814, 188
(
moobd.
,
1624
):
welsch tücher, wulisch peya, granat tücher, rößza, sparlatin, englische tücher, scharlach.
Rechn. Kronstadt
2, 679, 43
(
siebenb.
,
1540
):
pro quatuor ulnis panni granat a domino Christano Hyrser flor. 14.
Ebd.
3, 465, 5
(
1548
):
granatt 10 ellen.
Qu. Brassó
5, 567, 6
(
siebenb.
,
1616
):
Ward dem Angiolasy Janos [...] das Maul mit einer gelben Koftan und dann auch mit 5 Ellen Granat zue einem Keonteos also verstopfet.