gramen,
grämen,
V.;
mehrfach subst.
1.
›jm. böse sein, zürnen; jm. Böses tun; sich über etw. / jn. (auch: sich selbst) ärgern‹; offen zu 2.
Phraseme:
sich zu tode grämen
.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Nicod.
971
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
sie begunden in [Jesus] zu gramene | und traten alle zesamene | und ermanneten vor zorne.
Helm, H. v. Hesler. Apok.
153
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Gote, der mir gab die kunst, | Und der werlde durch ir gunst, | Daz mir di werden nicht engramen.
Ebd.
5402
:
Dar umme dir die bosen gramen.
Luther, WA
22, 67, 27
(
1544
):
So lasst euch doch nicht so bald entruͤsten, lasset doch das leid, unmut, verdries und gremen eraussen.
Ebd.
49, 321, 34
(
1544
):
Kayser Heinricus quintus setzt seinen vater ab, verfolget ihn und bracht ihn mit graemen unter die erden, Teuffel macht ihn zum Morder seins vatern.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
1, 1389, 2
(
mosfrk.
,
1470
):
die amptleute sollen auch keinen armen, er si wer er wolle, verhindern unbilligen oder gremen.
v. Groote, Muskatblut
78, 71
(
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
daz du dich schams vnd mich nit grams | vmb mynes gedichtes willen.
Sachs
13, 394, 5
(
Nürnb.
1558
):
Ich glaub, er hab heimlich genummen | Des köngs tochter, [...] | Das thut mich heimlich auff in gremen.
Barack, Teufels Netz
2176
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Wilt dich aber vor in schamen, | So werdent si dir vil gramen.
Helm, H. v. Hesler. Nicod.
397
;
ders., H. v. Hesler. Apok.
3700
;
Luther, WA
17, 1, 238, 21
;
Sachs
14, 115, 21
;
Schweiz. Id.
2, 732
;
Schwäb. Wb.
3, 787
.
2.
›sich grämen, sich betrüben, trauern; etw. beklagen, betrauern; lamentieren‹.
Bedeutungsverwandte:
 1, (V.); vgl. ,  3.

Belegblock:

Schöpper
26b
(
Dortm.
1550
):
Mœrere. Leidt tragen Sich hermen sich gremen sich bekuͤmmern.
Luther, WA
16, 295, 23
(
1524-27
):
Also sollen sie sich troͤsten, sonst machen sie inen ir leben saur und richten mit dem gremen lauter nichts aus.
Ebd.
51, 277, 38
:
Es setze sich der Teufel, die welt odder mein eigen gewissen wider mich, [...] ich wil mich daruͤmb nicht zu tode gremen.
Ebd.
52, 773, 15
(
1545
):
Sie wuͤrden sich nicht drumb kuͤmmern noch gremen, sonder gutes muts und gantz froͤlich sein.
Ulner
81
(
Frankf.
1577
):
Bekuͤmmerniß. Trauwrigkeit / betruͤbniß / gremen / Creutz / hertzenleydt / schmertzen / jammer / elend / truͤbsal / vngluͤck / vngluͤck / trauwren.
Göz. Leichabd.
217, 9
( 
Jena
1664
):
Ein Gaͤrtner / wann ein Stokk / der lieblich hat gebluͤht [...] / vom strengen Nord⸗Winde Erlegt wird / graͤmet sich.
Sachs
19, 262, 7
(
Nürnb.
1563
):
Der ist seiner mutter ein gremen, | Die muß sich seiner thorheit schemen.
Ebd.
301, 5
:
Ein narr der macht im selb vil gremen.
Henisch
1738
(
Augsb.
1616
):
Gremen / moercere [...] Wo vil weißheit ist / da ist vil gremens. [...] Ein Pfaw sich zu Todte gegremt [...]. Sich gremen / bekuͤmmeren / dolere, tristari. Da gremet er sich so sehr.
Henisch
1724
;
1728
;
Dietz, Wb. Luther
2, 159
.