grabe
(im späteren Frnhd. auch
-n
im Auslaut),
der
;
-n/-n
(+ Uml.).
1.
allg.: ›zumeist künstlich hergestellte längliche Erdausschachtung unterschiedlicher Größe und Länge sowie unterschiedlichen Verwendungszwecks; Furche‹; vielfach tropisch, z. B.: ›schwer überwindbares Hindernis‹; ›Augenhöhle‹; zu den Spezialisierungen s. Bed. 2ff.; Phraseme werden hier an 1 angebunden, teilweise Zuordnung zu 2 bis 4 vorstellbar.
Phraseme:
über den graben sein
›über den Berg sein, eine schwierige Situation überwunden haben‹;
etw. in den graben füren
›etw. zu einem bösen Ende bringen‹;
mit jm. in den gräben liegen
›mit jm. Unzucht treiben‹.
Wortbildungen:
grabenaufwerfer
›Person, die die Terrassen im Weinberg aufwirft‹,
grabenreiter
›Person, die den Zustand der Gräben im Gerichtsbezirk überprüft‹ (a. 1533),
grabpfenning
›Abgabe zur Erhaltung der Gräben‹.

Belegblock:

Luther, WA
52, 765, 35
(
1545
):
Jch bin uber den graben, es hat nit mer not.
Buch Weinsb.
2, 215, 26
(
rib.
,
1571
):
den 10. febr. war der Rhein uffgelaufen und stunde vur s. Severins porzen im graifgin neigst dem grindel.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
160, 16
(
rhfrk.
,
um 1435
):
sy ist gar gemeyn / das niergen ein bube ist / er habe mit ir in den gräben gelegen / vnd habe sinen willen mit jr gehabt.
Karnein, Salm. u. Morolf
184, 3
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
Morolff der stoltze degen gut | den alten heiden uff gehup. | er warff ine inn einen dieffen graben.
Kurz, Waldis. Esopus
1, 55, 47
(
Frankf.
1557
):
Wenn denn die sach zuletst in Graben | Gefuͤhrt, wils niemand than haben.
Vetter, Pred. Taulers
216, 7
(
els.
,
1359
):
das man in ziehen und fuͤren mag wider sinen willen, als ein phert das man zoͤimet und do mit uf zúhet, ob es in einen graben vallen wolte.
Leisi, Thurg. UB
6, 325, 22
(
Konstanz
,
1364
):
Die vogthye ze Tegerwile gilt ze grabpfenningen fúnfzehen schilling.
Päpke, Marienl. Wernher
5825
(
halem.
,
v. 1382
):
[baidú ogen sin] Nút ze gros, nút zeklaine, | Wol recht und nút mit tieffen graben.
Maaler
191v
(
Zürich
1561
):
Graben (der) oder grůb. Fossa. Ein Graben aufwerffen oder machen. [...] Ein weyten Graben etwarumb fuͤren.
Ebd.
143r
:
Friesen / die graͤben auff dem feld aufthůn. Concidere agrum fossione.
Müller, Stadtr. Ravensb.
116, 1
(
oschwäb.
,
1356
):
so sol man ainem grůbenraiter und ainem grůbenwerfer und ainem spitzer [...] und ainem graben ufwerfer fuͥnf phenning ze taglon geben.
Barack, Zim. Chron.
4, 232, 6
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Aber er musst für ussen traben. | Wir sein noch nit all übern graben.
Gilman, Agricola. Sprichw.
2, 58, 5
([
Augsb.
]
1548
):
Die Zunge hat aine mawre / und graͤben vor sich. Die Zunge ist seer wol bewart [...] / Die mauren seind die zaͤne. Pasteyen / Bolwerck unnd graͤben / seind die kinbacken.
Klein, Oswald
25, 54
(
oobd.
,
1414
/
27
):
ir herz mag nicht emberen, | wann si mich frölich sicht | verwegenlichen sprengen | über ainen graben tieff.
Luther WA
41, 494, 7
;
54, 336, 4
;
Joachim, Marienb. Tresslerb.
303, 8
;
Ziesemer, Marienb. Konventsb.
162, 1
;
Kollnig, Weist. Schriesh.
272, 21
;
Fuchs, Urb. Göttweig
259, 15
;
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
336, 31
;
Dasypodius
338r
;
Henisch
1719
;
Schwäb. Wb.
3, 781
.
Vgl. ferner s. v.  3, ,  3, .
2.
›Wehrgraben um eine Stadt oder eine Burg (manchmal mit Wasser gefüllt), Stadtbefestigung; Befestigungsgraben bei einer Schlacht‹; offen zu 3.
Wortbildungen:
grabengeld
›Abgabe zum Bau bzw. zur Instandhaltung der Befestigungsgräben‹,
grabenmacher
›Beauftragter der Stadt zum Bau und zur Instandhaltung des Stadtgrabens‹ (a. 1346ff.).

Belegblock:

Luther, WA
34, 1, 187, 10
(
1531
):
Du bist starcke und gesund. Si non es burger, sis servus, si hoc non, ghe auff dem graben
(›an der Stadtbefestigung arbeiten‹).
Ebd.
34, 2, 83, 14
:
[Sie] Vertrawten jr wol gebawten, vesten Stat mit dryfacher maur, polwerck, graben, schantzen unnd hohen dammen oder schuͤtten, darauß sich aller welt zu erweren.
Hertel, UB Magdeb.
3, 520, 42
(
md.
,
1494
):
das [...] keine stad mit blancken, mauren, noch mit einem graben tiffer, wenn ein mann mit einem spat aufgeschyesen mag, ane des lantrichters [...] lawbe.
Große, Schwabensp.
207a
, 8 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
her sol de rink můren abe brechen oder de blanken vnde den graben zů vůllen.
Buch Weinsb.
2, 30, 1
(
rib.
,
um 1560
):
Ein stuck hilt 3 morgen, min 1 firdel ungeferlich, schuist uff der stat graff tuschen den Ham und Tolporzn.
Ulner
60
(
Frankf.
1577
):
Es ist kein Hauß so wol verwart / mit graͤben / waͤllen vnd bolwercken so hart befestiget [...] die nit durch hassz [...] moͤge [...] geschleifft werden.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
36, 22
(
thür.
,
1421
):
Do lissen die von Troyan [...] das ross [...] yn die stat brengen [...] unde mussten dorumb die muren do nederlegen unde die graben vollen.
Chron. Nürnb.
1, 285,
Anm. 1 (
nobd.
,
1388
):
daz sie in irem virteil grabengelt von den lewten eingenomen haben.
Gille u. a., M. Beheim
104, 852
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ir vil verdurben, daz daz hol | dez graben tater wart so vol, | daz man wolhin moht reiten.
Ebd.
453, 1745
:
Nun hetten die veind in dem her | drei graben gemacht zw der wer.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
601, 7
(
nobd.
,
um 1525
):
hat iglicher ain bürgergulden müssen geben, darzu raysen, wachen und dor hüten, auch arbaiten im graben.
Chron. Augsb.
2, 5, 27
(
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
sol man wißen, daß auf dasselb mal die stat nit fast wol bewart was an meuren und mit gräben, dann der stat maur was an etlichen enden gar nider, [...], und was dannocht kain grab darvor, dann ain trucken klain grab, es wär ainr daruber gesprungen.
Rauwolf. Raiß
25, 25
([
Lauingen
]
1582
):
Die newe Statt an jr selb ist nit vest / darzů auch mit mauren vnd graͤben so vbel verwaret.
Winter, Nöst. Weist.
3, 232, 37
(
moobd.
,
16. Jh.
):
das niemant sol haben tür oder weeg in den grêben.
Luther, WA
51, 289, 12
;
Große, Schwabensp.
129a
, 35;
134a
, 13;
Knape, Messerschmidt. Bris.
41, 39
;
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
213, 30
;
Gille u. a., M. Beheim
453, 1793
;
Koppitz, Trojanerkr.
6310
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
130, 8
;
Chron. Augsb.
2, 5, 34
;
14, 16
ff.;
164, 7
;
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
310, 3
;
Henisch
1717
;
Pfälz. Wb.
3, 401
;
Schwäb. Wb.
3, 780
;
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 53
.
Vgl. ferner s. v.  3,  3,  1.
3.
›Grenze zwischen Feldern oder anderen Besitzständen; (im Unterschied zu Bed. 1 zumeist unbefestigter) Stadtgraben, der die Stadtgrenze anzeigt; Graben als Gerichtsgrenze‹.
Rechts- und Wirtschaftstexte.
Wortbildungen:
grabenbach
,
grabeneinung
›Buße für Grenzfrevel‹ (16. Jh.),
grabengericht
›Versammlung über die Einhaltung der Grenzziehungen, zur Behandlung von Grenzfrevel‹ (a. 1410),
grabengulden
›jährlich zu entrichtender Betrag zur Gewinnung bzw. Erhaltung des Bürgerrechts in einer Stadt, in deren Grenzen man nicht mehr wohnt‹ (a. 1610),
grabenwerk
›Begrenzungsanlagen‹.

Belegblock:

Hertel, UB Magdeb.
3, 53, 2
(
md.
,
1469
):
nymand sal auch die wyden ader ander bowme uff der stad graben stehende abehauwen ader vorseren ader der stat graben gledden ader inczihen ader werften nach abeslahen adder brechen.
Ebd.
502, 42
(
1494
):
vor gedachtem molnhofe geyn der stad ward byszher keyn gemurthe thorfarth, sundern zweyfachte pforten, zcwischen den pforten eyn grabe und brucke dor uber.
Ebd.
712, 22
(
1503
):
sal ein iglich seinen garten mit zceunen und graben bewircken, das sein nachpawer kein schade geschege.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
83, 17
(
halem.
,
1387
):
wenne die herren richtent umbe todslag, so mugent si richten uff dem graben oder an andern ir stetten.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 142, 19
(
schwäb.
,
1551
):
das ain jeder underton [...], so er seine acker oder wisen es wehre mit höger, zein oder gräben vermachen wölte, soll es auf ime innerhalb der marcken beschehen.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 72, 31
(
schwäb.
,
ca. 1650
):
Welcher außer etters an einer gemeind etwas abgrebt oder absticht, [...] ein newen graben ufwirft, der soll umb ain guldin gestrafft [sein].
UB ob der Enns
9, 79, 33
(
moobd.
,
1376
):
den, dew ze Trawn in vnserr vest innerthalben der Graben wanung habent.
UB ob der Enns
10, 280, 16
(
moobd.
,
1387
):
daz derselb cappellan allew pharleichew recht begen [...] schol [...] dem volkch zu Egenperig, die inn seiner vest innerthalben der graben sind.
Ebd.
10, 465, 23
(
1387
):
daß der Chern das wismad mit den vorläntlein von dem obern ekk [...] nach dem alten marichrain unnczt in des Chern wisczaun mit einem graben und mit marichstain an di örter und an die ekk gelegt.
Winter, Nöst. Weist.
3, 292, 4
(
moobd.
,
16. Jh.
):
und wert hunab nach Atzlinger grunt nach dem garben haist In der halt, nachmals von Atzlinger hachwissen hinumb nach aim aufgeschlagen grabenwerch, wert unzt in die Gruebwissen, und derselbig graben schaidt und marcht des gotzhauß grunt und des pharrers grunt von Waldt.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
142, 46
(
m/soobd.
,
1579
):
da ist ein graben und ein kleines hölzl biß auf die äcker so auch zu der gmain gehören.
Ebd.
143, 1
:
da ist auch ein hölzl in graben, wehrt biß zu deß Urban Mezgers acker.
Ebd.
307, 10
(
15. Jh.
):
wierdt er begriffen ob des Pernpach, so soll man in antworten in das ober lantgericht an Lienharts grebel.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
31, 5
(
smoobd.
,
1625
):
wür haben [...] ein freiung mit marchen umbfangen, nemblichen [...] von der Seil gerath in den grabm und dem grabm nach umb des pfarrers paungarten unzt an daß mößnerhauss.
Ebd.
32, 2
:
daß gerichtsmarch hebt sich an [...] von dem Wolfsmoss den wald als sich daß wasser schaidt für und für hinumb biß an den Grabmpach, von dem Grabmpach unzt an den marchstain.
Buch Weinsb.
5, 71, 36
;
Dinklage, Frk. Bauernweist.
36, 11
;
Leisi, Thurg. UB
8, 311, 21
;
Winter, Nöst. Weist.
3, 724, 4
;
863, 5
;
Bischoff u. a., a. a. O.
165, 12
;
Siegel u. a., a. a. O.
61, 40
;
Rwb
4, 1043
/4.
Vgl. ferner s. v.  1,  1,  3, .
4.
›Kanal, Wasserleitung zum Ableiten bzw. Umleiten von Wasser (z. B. an Landstraßen); Bewässerungsgraben für die Bewässerung von Feldern, Wasserleitung; Sumpf‹; auch: ›Abwassergraben zur Schmutzbeseitigung, Kloakengraben (besonders in Städten)‹.
Bedeutungsverwandte:
,
1
 1, .
Wortbildungen:
grabenfeger
›Kloakenreiniger‹ (a. 1444),
grabenschere
›Werkzeug zum Offenhalten und Bereinigen des Flußgrabens‹,
grabenstein
›aus dem Graben gebrochener Stein‹ (a. 1560),
grabenwasser
›in den Kanälen und Abwassergräben geführtes Wasser‹ (a. 1541).

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb.
539, 18
(
preuß.
,
1409
):
5½m. vor 1 last Elbinger byers dem treszeler, als her zu Labiaw zoch of den graben noch ostern mit eyme herren, mit den tychgesworen do zu legen, als man den graben anhub zu graben.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 510, 39
(
preuß.
,
1428
):
so muchten sie czu Lubek usschiffen und vorbas durch den graben czu Hamburg ire guter brengen.
Lohmeyer, K. v. Nostitz
10, 11
(
preuß.
,
1578
):
Ich habe [...] den teich zum ablaß wol zugericht und mit graben versehen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
521, 443
(
Magdeb.
1608
):
Als wolt sie [Laton] greiffen in den Graben / | Vnd jhr Hertz mit dem Wasser laben.
Apherdianus
205
(
Köln
1575
):
Aquæductus, [...], wasserganck / leid / furt / grab.
Kollnig, Weist. Schriesh.
101, 15
(
rhfrk.
,
1535
):
den schaden, so den armen dießer bach halben widerfahren [...], gnädiglich beherziget und einen newen graben durch die landschaft hinab [...] gemacht.
Ebd.
196, 36
(
1543
):
[ir junkern] hetten [...] ein graben eingeschlagen, [...], durch welchen alle überflüssige wasser und regen aus irem felde gefurt worden.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
67, 30
(
osächs.
,
1570
/
7
):
[darmit] daz waßer nicht in dümpeln stehen bleibe, sondern fein seinen abfluß durch die gräblein haben könne.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
110, 38
(
nobd.
,
15. Jh.
):
so muß dann der unterst sein graben allein fegen. Item so soll der unter zu dem ersten mahl, wenn der graben von newem gefecht ist, dasselb mahl anfahen zu wessern.
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
204, 18
(
nürnb.
,
1464
/
75
):
denselben graben soll der Herl alle jar raumen [...], dardurch das wasser von der stroß an dem ent lauft.
Ebd.
218, 25
:
hat der Gnotzamer [...] im Vischpach ein schutzprett machen lassen [...] und ein greblein, das zwerch über die stroß, [...], dardurch im der Vischpach furderlich in den undern weier auf den hamer geet.
Köbler, Ref. Nürnberg
417, 16
(
Nürnb.
1484
):
Es soll nyemant eynich priuet haben noch machen lassen. Jn den graben. der vor der newen padstube͂ [...] geet.
Argovia
4, 272, 2
(
halem.
,
1400
/
50
):
Der grab, [...], soll abhin gan durch Spizzenwisen nider [...] an die landstrasz.
Merz, Urk. Lenzb.
41, 7
(
halem.
,
1449
):
daz der grab vsser der A gende sol sin zehen schůch witt vntz bis hinab zů der abschalten, da sich das wasser teilet.
Leisi, Thurg. UB
8, 607, 25
(
um 1387
):
der grab sol so wyt und so tüff sin, das zway pflůgs reder dar durch under dem wasser wol gon mögend.
Maaler
191r
(
Zürich
1561
):
Die Graͤben aufthůn oder friesen / das wasser zerleiten.
Sappler, H. Kaufringer
3, 589
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
ich rait durch gräben und tiefe mos | gar bös steig mit meinem ros.
Winter, Nöst. Weist.
1, 903, 35
(
moobd.
,
um 1650
):
dem fluß mit graben scheren und raumben durchhelfen und wo es füeglich mit peischen stecken und anschütten helfen.
Ebd.
2, 237, 19
(
1533
):
ain gräbel miten am berg, so das wasser dem Winckhelmullner zu nachtail kommen soll, ist erfunden und erklärt das daselbs bei dem gräblin ain holz eingelegt soll werden.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
59, 19
(
mslow. inseldt.
,
1574
):
das waśśer, śo von des Lorentz [...] dach, in des Endres hoffśtadt herabfleiśt in śeinen hoff durch ein gräblin abflieśśen śol laśśen.
Ziesemer, Gr. Ämterb.
131, 21
;
Ermisch u. a., a. a. O.
163, 22
;
Rennefahrt, Recht Laupen
246, 25
;
Hauber, UB Heiligkr.
2, 370, 29
;
Memminger Chron. Beschr.
32, 5
;
Rechn. Kronstadt
2, 110, 19
;
Serranus
88r
;
Henisch
1717
;
Schwäb. Wb.
6, 2060
;
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 53
.
Vgl. ferner s. v.  1,  1, ,  10,  1,  2.
5.
›Sumpf, feuchte Erdvertiefung‹; anschließbar an 4.
Bedeutungsverwandte:
, .

Belegblock:

Schöpper
76b
(
Dortm.
1550
):
Fossa. Grab | sumpff.
J. W. von Cube. Hortus
88, 10
(
Mainz
1485
):
Diß krut wechset gern in dein scheden vnd an den muren vnd in den dyeffen groben genant speluncken die do feucht synt.
6.
›Fundamentausschachtung beim Häuserbau‹.

Belegblock:

Joachim, Marienb. Tresslerb.
148, 23
(
preuß.
,
1402
):
[Wir] haben vordinget Niclos [...] und Hannus Wolff vom Czansse zwey teyl des graben des huses zu Ragnith zu graben.
7.
›mit Holz gesicherte Ausschachtung im Fluß zur Unterbringung von Flößholz‹;

Belegblock:

Ziesemer, Marienb. Konventsb.
86, 5
(
preuß.
,
1402
):
8 sc. das czymmer in den graben czu brengen.
8.
›Ablaufrinne oder kleine Mulde unter Tage für das Grundwasser (im Bergbau)‹; anschließbar an 3.
Wortbildungen:
gräbenbesichtigung
.

Belegblock:

Löscher, Erzgeb. Bergr.
2, 46
(
omd.
,
1554
/
1633
):
Gebürnüße (1.) Gräbenbesichtigung. Gebühret dem bergkmeister von jeder zeche 3 gr, den die waßer zu gut gehen.
Weizsäcker, Graupn. Bergb.
106, 31
(
osächs.
,
1538
):
Balzer Koͤrsner hott aufgenommen den graben inwendig der nidern mol meins g. hern.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
46
(
mslow. inseldt.
,
1537
):
Wue d(er) pergkmaister auff den pergkwergk(en), schachten, stollen, graben, Mule(n) [...] ein nachlessikaÿt [...] spuret.
Paul, Wb. Bergmannsspr.
1987, 189
.
9.
›kleine Einfurchung als Start- und Ziellinie beim Pferderennen‹.

Belegblock:

Chron. Augsb.
7, 482, 15
(
schwäb.
, zu
1564
):
wann die rennroß gleich am greblin nacheinander steen, so schreiet der herren ainer: hauet darauf!
Ebd.
483, 11
(
um 1560
):
Wenn man die roß anläßt, muß er das gräblein wider schnuerkrat machen und ausraumen. [...] daran stellt man die rennroß. und hinder demselben greblin ettlich schritt macht er die hültzene schrancken auf.
10.
ein Weinbergmaß, wohl ein Viertelmorgen; auch anschließbar an 3.
Syntagmen:
ein g. reben
.

Belegblock:

Bad. Wb.
2, 456
(a. 
1529
).