grüne,
die
.
1.
›grüne Farbe, Grünfarbigkeit‹;
zu  1.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
21392
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Der jaspis an siner gruene | Vortribet die bosen gicht.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
176, 9
(
Frankf.
1535
):
Smaragdus ist gruͤn / also / das er den nahen lufft mit seiner gruͤne ferbet.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
332, 4
(
oobd.
,
1349
/
50
):
sein holz naigt sich ain klain von der grüen zuo ainer swerz.
Ebd.
459, 14
:
[Smaragdus] von des grüene der næhste luft grüen wirt und des grüen weder von der sunnen dunkelt noch von anderm lieht.
Helm, a. a. O.
21413
.
2.
›Blätterwerk, Belaubung; Gras‹; ›Wiese, Grünfläche; Flußaue; Turnierplatz‹; als Kollektivum: ›freie Natur, Vegetation‹; ütr.: ›Lebenskraft‹;
zu  2.
Bedeutungsverwandte:
 123,
1
 3, ,
1
, , .

Belegblock:

Stackmann u. a., Frauenlob
7, 15, 1
(Hs. ˹
md.
,
M. 14. Jh.
˺):
Ich saz uf einer grüne | und dachte maniger hande dinc.
Ettmüller, Heinr. v. Meißen
39, 5
(
md.
, Hss.
14.
/
15. Jh.
):
gên im sô solte kampfes pflegen Davit ûf der grüene.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
14567
(
omd.
,
1338
):
Von vreuden uf der grune | Wirt das ros unmazen kune.
Gille u. a., M. Beheim
56a, 6
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Er [esel] sprach: „chain tir | geleichet mir auf dieser grune!“
(›Welt‹). Merk, Stadtr. Neuenb.
73, 34
(
nalem.
,
1477
):
mit sampt allen holzern, grunen und werden, so der fluß [...] zwischen Peliken und Griessn macht.
Geier, Stadtr. Überl.
228, 12
(
nalem.
,
A. 16. Jh.
):
Du solt auch alltag in der statt herumb gon, [...] zuͦ allen grünen, ob unsubre gschier, es wären kübel [...] oder anders unsuberkait darin lägen.
Rieder, St. Georg. Pred.
164, 5
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
daz si die ersten bluͦmen warent die in dem summer wuͦchsent. da von hattent si me saffes und gruͦni in sich gesogen von sinen worten.
Päpke, Marienl. Wernher
1752
(
halem.
,
v. 1382
):
Dú gruͤne wart von Gottes kraft.
Merz, Urk. Wildegg
52, 14
(
halem.
,
1554
):
wie vnser getruwer Albrecht von Rinach sy der vestin Vilnagker mitt sampt den grienen vnd owen [...] aͤn recht hab enttwert.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
146, 4
(
moobd.
,
1473
/
8
):
davon [schlag] der künig muest dolen, | das im das haubt vom leib viel inn die grüen.
Ebd.
222, 7
:
sariandt newn tausent [ritter] pracht er auf dy grüene.
Karsten, a. a. O.
14435
;
Mayer, Folz. Meisterl.
97, 9
;
Adrian, Saelden Hort
5388
;
Merk, a. a. O.
74, 4
;
Rieder, a. a. O.
163, 19
;
Fichtner, a. a. O.
45, 7
;
290, 7
;
Munz, Füetrer. Persibein
214, 5
;
329, 2
;
519, 3
.
Vgl. ferner s. v.  1, (V., unr. abl.) 1.
3.
›Zustand des Neugeborenseins, der Reinheit, Unschuld‹; ütr.: ›Keuschheit‹;
vgl.  4.

Belegblock:

Strauch, Par. anime int.
115, 3
(
thür.
,
14. Jh.
):
in der hohe des bergis da sint alle dinc nuwe und grune; da si vallin in zitheit, da blichin si und aldint. da wil unse herre spisen sine schaf in der grune allir creaturen, di da sint in der grune, in der hohe, alse si in den englin sin.
Neumann, Rothe. Keuschh.
2851
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
nu ist dit gruͤne ubir alle gruͤne: | ein kusch magit di nicht ist kuͤne | unnd sich den mannen nicht wil geben.
Buijssen, Dur. Rat.
172, 10
(
moobd.
,
1384
):
wenn die hand dez subdiaken bedawtt die werich der alten ee, die paten die wayd dez herczen [...], der daum die gruͤn, die chraft der tugent, der vordervinger bedawtt beschaidenhait.
4.
›Unreife (von Früchten)‹;
vgl.  34.

Belegblock:

Maaler
194r
(
Zürich
1561
):
Gruͤne (die) [...]. Die Gruͤne / rouwe / haͤrbe d‘ vnzeytigen früchten / oder die ee zeyt abgelaͤsen sind. Acerbitas.
Henisch
1761
;
Schwäb. Wb.
6, 2075
;
Vorarlb. Wb.
1, 1252
.