gotteszier(de),
gottesgezierde,
die
.
›Gesamtheit wertvoller Sakralgegenstände, Gerätschaften für den Gottesdienst (wie Monstranz, Sakramentskelch, Reliquie u. ä.)‹.

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
234, 106
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Auch sol man in verseczen nirt | chelch oder ander gotz geczirt.
Ebd.
310, 74
:
wie sy die gocz gezird | In grosser er und wird | all zeit ziren und pflanczen. | nach kelchen und mostranczen | trachten sie spet und fru.
Ebd.
453, 1627
:
die kirchen unde daz gocz hauss | Sy auff brachen und namen die gotes zird alsamen.
Krebs, Prot. Konst. Domkap. Protokoll
1256
(
nalem.
,
1500
):
daz man damit
[16 alte Gulden]
ettwaz gotzzierd vergulden [sölle].
Roder, Hugs Vill. Chron.
166, 19
(
önalem.
,
1528
):
Das hond die [...] fürsten mit großem hailltum, silber und golt und mit fill kosstlicher goczzierd begabett.
Ebd.
172, 15
(
1529
):
das die Luterschen obhand gewunen und brachend in der kirchen die alltar ab und zerschlůgen die gotzzierden gar und trůgen die billtnussen für die kirchen.
Chron. Augsb.
3, 487, 36
(
schwäb.
,
1490
/
1500
):
[die Hussen] zersterten die kirchen und namen alle gotszier und tetten großen schaden und groß mord.
Ebd.
4, 168, 28
(
v. 1536
):
hat er [...] miltigklich den kirchenornat und kostliche gotszier geben.
Baumann, Bauernkr. Oberschw.
181, 22
(
schwäb.
,
v. 1542
):
dye brediger bekerent die cristenliche mentzen von dem glauben zu der ketzerey mit [...], prassen, nit fasten, nit betten, [...] all gotzzyer zerreyssen und verachten.
Gille u. a., a. a. O.
453, 1629
;
Schwäb. Wb.
3, 771
;