gottesleichnam,
der
;
-s/–
.
1.
›Leib Christi, Hostie bei der Eucharistie‹; als Metonymie: ›Feier der Eucharistie‹;
zu  2.
Wortbildungen:
gottesleichnamhaus
›Sakramentshaus, Schrein, in dem die Hostien aufbewahrt wurden‹,
gottesleichnamsaltar
›Altar, an dem die Hostien aufbewahrt wurden‹ (dazu bdv.:  1).

Belegblock:

Gille u. a., M. Beheim
241, 45
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Auch haben sy geseczet rent | auff gacz leichnum. all sacrament, | tauff, crisam [...].
Schmitt, Ordo rerum
59, 15
(
oobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Ciborium vnses hern lichames buss [...] goczleichnam haws [...] sacramencz busse vas.
Ebd.
67, 5
:
Eukaristia gotzleichnam.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
235, 6
f. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Do nam der vallsch munich Gotzleichnam zu im und wollt den mit im in das fewr tragen haben. Do das der gerecht munich inne wart, „Also“, sprach er, „ich will nicht, das Gotzleichnam also geschennt [wurd]“.
UB ob der Enns
10, 146, 4
(
moobd.
,
1382
):
Wytig dy zeit pfarrer [...]
[gibt]
ze dem gottshauß ze Ottenshaimb zu ainem ewigen liecht für Gottsleichnamb sein guett
(möglicherweise auch zu 2 stellbar).
Buijssen, Dur. Rat.
7, 9
(
moobd.
,
1384
):
Under aller heiligchait der chirichen, daz ist in der sampnung der gelaubigen, ist offenbar daz di heilichait, die man handelt auf dem tisch daz allerheiligstem [...], ist die aller vordrist, daz ist goczleichnam.
Ebd.
12, 23
:
Daz erst in der peicht, daz ander (in der) vorred, daz dritt in der wandlung goczleichnams.
Fuchs, Kart. Aggsbach
72, 4
(
moobd.
,
1386
):
[Priester Fridreich]
dye zeit cappellan gotzleichnams alter zw Wienn.
Gierach, Märterb.
3708
(Hs. ˹
moobd.
,
A. 15. Jh.
˺):
Gregorius leit goczleichnam nider, | im was das lachen gar zorn.
Drescher, Hartlieb. Caes.
235, 19
(
moobd.
,
1456
/
67
):
Wann zu der zeitt als sy zu dem alltar gieng, zu emphahen unnsers herren leichnam, so geschach ir, das etwann vor ee sy goczleichnam emphieng, [...] das sy vor grosser andacht nyder sayg.
Reissenberger, Väterb.
24254
.
2.
›Fronleichnam (kirchlicher Feiertag)‹;
zu  2.
Wortbildungen:
gottesleichnamstag
›Fronleichnamstag (Donnerstag in der zweiten Woche nach Pfingsten)‹ (dazu bdv.: vgl. ).

Belegblock:

Bindewald, Texte schles. Kanzl.
135, 10
(
schles.
,
1333
):
Das se den Cyns [...] zullin habin vnd Nemin zcu kerczin zcu Gothslicham.
Keil, Peter v. Ulm
111
(
nobd.
,
1453
/
4
):
nym denn milchram, der an sant Walpurgen tag ab ist genomen, [...] vnd den an des heiligen creutz tag vnd [...] den an gotz leichnams tag.
Boner, Urk. Zofingen
241, 12
(
halem.
,
1406
):
geben ze Kaufpeͤwrren an mentag vor gotsleichnams tag.
Uhlirz, Qu. Wien
2, 1, 1616, 5
(
moobd.
,
1405
):
Niklas der Würffel
[verkauft 14 ℔ dn. geltes purkchrechts] [...]
zu der hochwirdigen hochzeit Gotesleichnams dacz sand Stephan ze Wienn ze volfürn und ze begen alle jar an dem achten tag nach Gotesleichnams tag.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
160, 39
(
smoobd.
,
1585
):
Welche spilleüt an dem heiligen gottsleichnambstag sich mit irem spill nit erzaigen.
Rechn. Hermannst.
372, 8
(
siebenb.
,
1503
):
Augustinus murer hat gearbet auff dem turrin von dem montach noch gotzlichnamstag bys auff den sontach noch Laurencii.
Chron. Nürnb.
5, 550, 19
;
Thiel, Urk. Weltenb.
182, 35
;
Leidinger, V. Arnpeck
603, 15
;
Zingerle, Inventare
174a
, 36;
Rechn. Kronstadt
2, 163, 13
ff.;
Öst. Wb.
4, 288
.