gottesfreund,
der
;
–/-e
, auch
.
– Vorw. Texte der Mystik.
auf Ps. 127, 7 zurückgehende Bezeichnung für einen ›wahrhaft frommen Menschen; Person, die ihr Leben Gott geweiht hat‹; speziell: ›Mystiker bzw. Mystikerin, Person, die sich durch eine mystisch verklärte Gottesliebe und asketische Lebensführung auszeichnet‹.
Zur Sache: LThK
4, 1104
f.; TRE
14, 98
ff.; Rgg
2, 1789
; Lex. d. Mal.
4, 1586
; Dinzelbacher, Wb. der Mystik
197
.

Belegblock:

Luther, WA
10, 3, 283, 30
(
1522
):
das alleyn der glaube frum und gottis freunde mache.
Ebd.
16, 455, 24
(
1525
):
alle andere frome veter und Gottes freunde sind yhnen gleich gewesen, haben yhre hoffnung nicht auff zeitliche guͤter, sondern auff Gott gesatzt.
Langen, Myst. Leben
225, 22
(
nobd.
,
1463
):
das aller volkomst leben, darnach alle war gotsfreunt jagen.
Lauchert, Merswin
29, 3
(
els.
,
1352
/
70
):
so sprach ein gottes frúnt, miner wisen wer reht, so sprach ein ander gottes frv́nt, es wer nv́t daz neheste, ich mvͤste minen eigin willen [...] vrlop geben.
Rieder, Gottesfr.
17, 5
(
els.
,
1382
/
91
):
unsere gnodenrichen stiftere, Růleman Merswin selige und der liebe sunderliche verborgene gottes frunt in Oberlant, sin heimelicher geselle.
Vetter, Pred. Taulers
17, 16
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
ja die genuͤgede die du vindest mit den gotzfrúnden und gůten menschen, daz und alles daz do du dich geneiget vindest, daz můstu als zůmole úberkummen.
Ebd.
174, 4
(
1359
):
diser fride den die woren Gotz frúnt habent.
Bihlmeyer, Seuse
34, 10
(
alem.
,
14. Jh.
):
weist du nit, daz ich daz tor bin, dur daz alle die waren gotesfrúnd muͤssent in dringen, die zů rechter selikeit son komen?
Banz, Christus u. d. minn. Seele
2025
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Benem im aber got er und güt, | Als er dem rechten gotes frúnt tüt.
Vetter, Schw. zu Töß
4, 7
(Hs.
15. Jh.
):
Si gewan kuntschaft etlicher weisen gelerten heiligen Gottes frëwnden, besunder der seligen brüder die da warent von irem heiligen prediger orden.
Turmair
5, 303, 17
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Die Nordmannen namen Engelland ein, [...] schriben sich ,gotsfreund und iedermans feint‘.
Rieder, a. a. O.
7, 39
;
92, 12
;
Vetter, a. a. O.
417, 23
;
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 204, 19
;
Bihlmeyer, a. a. O.
70, 1
;
469, 17
;
Menge, Laufenb. Reg.
1147
.
Vgl. ferner s. v.  4,  3.