gottesdieb,
der
;
–/-e,
auch
.
1.
›Person, die den wahren Christen die rechte christliche Lehre vorenthält, sie verfälscht und damit den Gläubigen den Weg zu Gott verwehrt‹.
Bedeutungsverwandte:
,  13, .
Wortbildungen:
gottesdieberei
.

Belegblock:

Luther, WA
8, 253, 36
(
1521
):
die platten treger heyssen nitt nach der schrifft priester, [...]. Der nam ist unß allen gemein mit aller seyner gewallt, recht und zuhorung, wilchs unß diße rewber und gotts diebe gernn abreyssen wollten und yhn selb alleyn tzu eygen.
Ebd.
30, 3, 449, 6
(
1531
):
wer hat dir, Gottesdieb, die Goͤttliche macht gegeben, zu urteilen ander leute hertzen?
Ebd.
37, 585, 4
(
1534
):
Ideo ipsi seditiosi et gottes dieb und schelk, felschten sein wort.
Ebd.
37, 585, 34
:
Die welt thut jm doch nicht anders, sie ist des teuffel gar mit Gottes dieberey und auffruhr, und doch alzeit den Christen solche schuld auffleget.
Ebd.
37, 588, 2
:
Denn wo er ja sagt, so haben wir jn als einen Gottes dieb odder ketzer und verleugneten Juden, der wider Mosen und die Propheten leret.
Ebd.
37, 592, 13
f. (
1534
):
Secundum estis eitel Gottes dieb, qui non solum schmehet dei verbum, sed etiam sol wol ghen, quia felschen sein wort. Quando untrew prediger, est Gottesdieb, quia schuldig, ut vere praedicet, contrarium facit.
Ebd.
30, 2, 451, 26
;
37, 584, 11
ff.;
37, 585, 9
;
37, 592
-603.
2.
›Tempelräuber, Kirchenräuber‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1.

Belegblock:

Alberus B ijv (
Frankf.
1540
):
Sacrilegus, ein gotsdieb / der auß der kirchen stielt.