gotfar,
Adj.
›gottähnlich; von Gottes Gnade durchdrungen‹.
Vorw. mystische Texte des älteren Frnhd.
Bedeutungsverwandte:
 3, ; vgl.  1, , .

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
2, 124, 7
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
dâ ez ûzbrichet, daz ist verre bezzer und brichet durch in die sêle und machet sie glîch gote und gotvar, als ez mügelich ist, und înerliuhtet sie.
Ebd.
2, 329, 1
:
Diu sêle gebirt ûer ir got ûz got in got; si gebirt in rehte ûzer ir; daz tuot si in dem, daz si ûzer ir got gebirt in dem, dâ si gotvar ist: dâ ist si ein bilde gotes.
Ebd. Eckharts Trakt.
40, 15
:
Ouch ist daz inner werk dar ane götlich und gotvar und smacket götlîche eigenschaft.
Strauch, Par. anime int.
107, 16
(
thür.
,
14. Jh.
):
daz andere, daz di sele machit Gode glich und druckit Godis glichnisse in die sele und machit si gotvar.
Ebd.
133, 6
:
und fon der einunge wirdit der mensche gotvar, also daz he gotliche werc wirkit.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 1813
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Wan die gnade gottes haltet sich zů gotte als der schin zvͦ der sunnen [...] vnd her vmb schinet sv́ enualtikliche in vns vnd machet vns gotvar, daz ist gotte gelich.
Vetter, Pred. Taulers
146, 21
(
els.
,
1359
):
In diesem [bilde] wirt die sele alzemole gotvar, gotlich, gottig.
Ebd.
322, 14
:
so hat er [Got] uns [...] geben [...] das edele gotvar fúnckelin.
v. Maren, Marquard. Ausgabe
139, 4
(
Venedig
1483
):
Er fuͤrt in auß menschlicher weise in goͤtliche weise dan so wirt die sele alle zů mal gotfar.
Quint, Eckharts Pred.
2, 568, 2
f.;
Strauch, a. a. O.
54, 29
;
Vetter, a. a. O.
146, 23
;
175, 17
.