golter,
der
;
zu
mhd.
kulter
›Steppdecke‹
(Lexer
1, 1766
), dies aus
afrz.
coultre
(Dwb
4, 1, 5, 879
).
›gefütterte, aus Einzelteilen zusammengesetzte Decke‹; je nach Verwendungsform z. B. ›Bettdecke‹; ›Matratze unterschiedlicher Dicke und Größe‹; ›Schultertuch‹; ›Teppich‹.
Phraseme:
jm. den golter fegen / lausen / zausen
›jm. die Leviten lesen, gegenüber jm. handgreiflich werden‹.
Wortbildungen:
golterbette
,
golterdecke
.

Belegblock:

Schöpper
87b
(
Dortm.
1550
):
Cento. Kotz / deck golter serge matz.
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
299, 25
(
nürnb.
,
1464
/
75
):
2 küss uberzogen mit golcz [...], doruber gedeckt ein roten seiden golter.
Voc. Teut.-Lat. l iijr (
Nürnb.
1482
):
Golter od’ strosack.
Ebd. m ijr:
Gescheckelter oder gemalter golter. goltz. fulcz [...] oder ein yglich ding das man zum slaffe gepraucht.
Sachs
5, 34, 2
(
Nürnb.
1539
):
Du solst kein narren an uns finnen. | Wir wolten dir dein Golter fegen.
Ebd.
14, 172, 2
(
1551
):
Wenn ich heim kumb, wirt ichs wol sehen, | Wie du ein weil daheim thust hausen. | Felst, ich wil dir dein golter zausen.
Ebd.
14, 230, 29
(
Nürnb.
1552
):
Sie wirt im wol den golter lausen | Und im den groben bart erzausen.
Ebd.
17, 76, 34
(
1553
):
Die müssen dir dein golter lausen | Und dich, du bößwicht, wol erzausen.
Hulsius G iijr (
Nürnb.
1596
):
Golter / tapisserie.
Ebd. K ijr (
Nürnb.
1596
):
Kotz / goler / seger.
Holtzmann, Gr. Wolfdietrich
1800
(Hs.
A. 15. Jh.
):
Do hies die keiserinne ein kolter herfür tragen, | [...] | daruf leit sich der lewe.
Ebd.
1139, 2
:
In der kamer stund ein bette von helfenbeine gar, | darob lag ein golter von lichter sidin klar.
Schade, Sat. u. Pasqu.
2, 154, 18
(
els.
1521
):
ir hond schon drei zipfel am bett, und wann got der herr und der frum Luther lenger geschlafen und zů gesehen hettend, so het ir den vierten zipfel auch gar bald überkumen. [...] und ist uns not daß wir in vast halten [...]: dann ir hond den golter so hart von uns über gezogen, daß wir schier erfroren sein.
Maaler
189v
(
Zürich
1561
):
Golter von mancherley wullen vnd stucken zesamen gesetzt. Cento.
Ebd.
198r
:
Gulteren (die) oder bettdecke. Lodix [...] Gulterbett (das) den tag darauff zů schlaafen. [...] Gulterdecke (die) Toralium.
Müller, Nördl. Stadtr.
54, 32
(
schwäb.
,
1390
):
so sol der selben kind můter, [...], von demselben erb vor uzz werden daz best bett, ain phulwe, ain küssi, zwai lilach und ain deklach oder ain golter.
Sappler, H. Kaufringer
9, 19
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
der zuber schon bedecket wart | mit ainem golter seidein, | das niemant sehen mocht hinein.
Henisch
1678
(
Augsb.
1616
):
Golter / ein jede Decke / Teppich / Tapezerey / darmit man die Tisch / Stüel / Baͤnck / Truhen vnd Wende behengt vnd ziert [...] EPITH. Ein zottiger Golter / der an bayden seiten von langen sanfften Haaren.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
548
(
oobd.
,
1607
/
11
):
1 weiß gestebt und mit gelber seiden gestickhter goltter oder uberdeckh mit gelb seiden frantzen und knöpf.
v. Keller, Ayrer. Dramen
3055, 12
;
Barack, Teufels Netz
7297
Anm.;
Boner, Urk. Aarau
147, 14
;
Bastian, Runtingerb.
2, 128, 17
;
Steinberger u. a., Urk. Hochst. Eichst.
402, 10
;
Weissthanner, Urk. Schäftlarn
188, 28,
Uhlirz, Qu. Wien
2, 2, 70, 16
;
Zingerle, Inventare
66b
, 34;
Rechn. Kronstadt
2, 305, 24
;
Golius
326
;
Henisch
1777
;
Bremer, Voc. opt.
276
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
151
;
Schwäb. Wb.
3, 748
;
Öst. Wb.
4, 1245
.