gol|liecht,
das
;
Bestimmungswort etymologisch unklar (s. Dwb
4, 1, 1, 1572
).
›Unschlittlicht, Kerze aus Unschlitt oder Talg (Beleuchtungsmaterial für den normalen Haushalt, im Gegensatz zum Wachslicht, das teurer war und daher vorwiegend in Kirchen verwendet wurde)‹.
Wortbildungen:
golliechter
›Person (oft eine Frau), die Unschlittlichter herstellt‹ (14./15. Jh.).

Belegblock:

Hampe, Ged. v. Hausrat
3, 9, 12
(o. O.,
um 1480
):
Gollicht vnd wachs licht an die wyr | Des nachts mit nicht vns koͮnen geregen.
Chron. Nürnb.
4, 317, 20
(
nobd.
,
15. Jh.
):
wie wol wir kien, slaissen, stro, gollicht und solch klain ding nit rechen.
Euling, Kl. mhd. Erz.
263, 13
(
nobd.
,
E. 15. Jh.
):
das ist ein prynnentz golliecht.
Loose, Tuchers Haushaltb.
29, 4
(
nürnb.
,
1511
):
adi 10 dito [...] fur 25 ℔ gollliecht ins hauß, dafur czalt der Annen 1 gulden.
Serranus
87v
(
Nürnb.
1552
):
Golliecht / viede Unschlit kertz.
Loose, a. a. O.
33, 12
;
48, 3
;
Schnyder, Qu. Zürcher Wirtsch.
55
;
Schwäb. Wb.
3, 747
.