glokner,
der
;
-s/–
;
in etwa einem Drittel der Belege Umlautschreibung.
›Glöckner, (in allen Belegen männliche) Person, die die Glocken der Kirche bedient und sonstige Hilfstätigkeiten verrichtet, auch für Schreibarbeiten und als
schulmeister
herangezogen werden kann‹;
zu  1.
Keine oobd. Belege; gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte.
Syntagmen:
einen g. setzen, die kirche einen g. haben
;
der g. läuten, geld nemen, das jarzeit beleuchten, dem (send) leuchten
;
der getreue g
.
Wortbildungen:
glokler
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
1, 160, 15
(
preuß.
,
1411
):
einen glockener unde der kirchen diner, do sullen die stete vor rathen, wer in bequeme dünket sin.
Weingart u. a., Seelb. Rhodt
3, 10
(
pfälz.
,
1480
):
iglichem kirchengeschworn III d und eym glockener III d das jarzijt abents und morgens zu beleuden.
Koeniger, Sendgerichte (
rhfrk.
,
1535
):
wan der seendherr kompt, [...]. Soll der klöckener mit einer hanfell licht komen und die in der kirchen hollen und dem herrn leuchten.
Kollnig, Weist. Schriesh.
94, 17
(
rhfrk.
,
1610
):
hat zu sezen einen kirchendiener und glöckner, so zugleich die knaben instituirt.
Ebd.
123, 36
:
und hat zu sezen einen pfarer und schulmeister, der zugleich glöckner ist.
Gille u. a., M. Beheim
325, 27
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
horent, wie der trakner, | der teufel, disem glakner | in seinem tram erschein!
Voc. Teut.-Lat.
l ijr
(
Nürnb.
1482
):
Glockl’ kirchwart mesner. ecclesiastic’ edituus cãpanator cãpanista.
Baumann, Bauernkr. Rotenb. (
nobd.
,
um 1525
):
mancherley fantasten, | Als etlich schulmeyster, statschreyber, | Glockner, mesner und alte weyber.
Koller, Ref. Siegmunds (Hs. ˹
Augsb.
,
um 1440
˺):
iß ist auch fast notdorfftig, daz igliche kirche eynnen getruwen glockener habe, der fromme sy.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Glockner / Kirchendiener / Kirchner / Meßmer [...]. Bauwren vnnd Gloͤckner richten selten Ketzerey an.
Joachim, Marienb. Tresslerb. ; ;
Ziesemer, Gr. Ämterb.
240, 28
;
Weingart u. a., a. a. O.
47, 11
;
Rechn. Kronstadt
3, 741, 23
;
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 52
;
Mylius
G 6r
;
Dietz, Wb. Luther
2, 138
;
Goertz, Liturgie.
1977, 347
;
Vgl. ferner s. v.  11.