glat,
Adj.
(1-4),
Adv.
(5-7), + Uml.
1.
›glatt, eben‹, von der Oberfläche konkreter Bezugsgegenstände gesagt, wie sie (seltener:) von Natur aus beschaffen oder (meist:) durch gezielte Arbeit (z. B. durch ,  1, ,  1, ,  1) gestaltet sind und dadurch ästhetischen Ansprüchen / Formschönheit genügen und / oder bestimmte Zwecke (Funktionalität) erfüllen, insofern Öffnung in verschiedene Richtungen, z. B. zu ›fein (von Tuchen)‹; ›eben (von Wegen)‹; ›schön (von Ziergegenständen)‹; ›glänzend (von Erz)‹; auch ›bartlos (vom Gesicht)‹; ütr.: ›angemessen, recht, genehm (vom Evangelium)‹.
Phraseme:
der glatte balke
ein Tragebalken im Fachwerkhaus;
einen glatten pfennig in einer heissen asche finden
(s. u.
Thiele, Minner.
).
Bedeutungsverwandte:
1
 1, , ,  (Adj.) 1, (Adj.) 1, , , , , , , .
Gegensätze:
, , .
Syntagmen:
etw
. (z. B.
holz, der weg / beschlag
)
g. sein, etw
. (z. B.
der weg, das fel des schildes
)
g. werden
;
(etw.) g. wetzen, etw. g., auf das glätteste machen
;
der glatte atlas / becher / spiegel / stein, das glatte beingewand / beinlein
›Messer aus Knochen‹
/ har / holz / horn / tuch / schaf / treide
›Getreide ohne Spelzen‹ (reich belegt im ),
die glatte artischocke / büchse / flasche / form / tenne
; nachgestellt:
das heft glat, die säule glat
(im Gegensatz zu , Adj.),
der topas glat versezt, die albe / kutte glat als [...]
.
Wortbildungen:
glatbinze
eine Binsenart,
glätte
1 ›Glättung‹ (als Handlung; damit auch zu
glätten
1 stellbar) sowie als Handlungsergebnis: ›Glätte, Glattheit‹; wohl auch mit Öffnung zu ›Schönheit e. P.‹ (damit auch zu 2 stellbar),
glatfelge
(im Unterschied zu
raufelge
): ›glattgepflügter, geebneter Boden‹ (a. 1499),
glatfelget
›Zeit des Felgens‹ (a. 1594),
glathobel
(s. u.
Maaler
),
glatstein
›als Bügelunterlage dienender glatter Stein‹ (a. 1590),
glättigkeit
.

Belegblock:

Schöpper (
Dortm.
1550
):
Leuigatum. Glatt geglättet gehoͤblet ¶ lindt sanfft weich milt gemiet.
Luther, WA (
1527
):
Weiter wird die Archa gemacht von glaten und gehofelten thennen holtz. [...]: das sie [tugend] [...] ist wie ein fein schlecht glat holtz, das on este ist.
Ders. Hl. Schrifft.
Jes. 57, 6
(
Wittenb.
1545
):
Dein
[
... falsche Rotte ...
, Marg.]
wesen ist an den glatten Bachsteinen / [...] / den selbigen schüttestu dein Tranckopffer.
Ebd.
Hes. 1, 7
:
jre Füsse [...] glinzeten / wie ein hell glat
[
Cranc
M. 14. Jh.:
gluendis
;
Wormser Proph.
1527:
poliert
;
Dietenberger
1534:
helles
]
ertz.
Alberus DD ir (
Frankf.
1540
):
meerbintzen / glattbintzen / handbintzen.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
18, 9
(
Frankf./M.
1568
):
Denn henck ichs auff / laß drucken wern / | Schneweiß vnd glatt / so hat mans gern.
Ebd.
66, 5
:
Die BuͤchsenRor die mach ich mit / | Kurtz vnd lang / Eysern / starck vnd fest / | Außbort / auff das gltettest
[sic !]
vnd best.
Schmidt, Frankf. Zunfturk. (
hess.
,
E. 16. Jh.
):
allerlei sorten und gattungen der burschidt, die seien raw, glat oder schlecht.
Ermisch u. a., Haush. Vorw.
107, 10
(
osächs.
,
1570
/
7
):
so lüfte die rinden unter dem obern querschnitt mit einem glatten beinlein auf beiden seiten von dem holze
[bei der Veredelung von Bäumen].
Voc. Teut.-Lat.
l jr
(
Nürnb.
1482
):
Glatter im angesicht. glabilis. od’ kaler.
Hulsius
A ivr
(
Nürnb.
1596
):
glatter Balcke / darauff die obere buͤne ligtt.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
do ein glat tenne ist, do endarf man nút denne das man mit einem vederwúsche hie úber var.
Thiele, Minner. II,
13, 318
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
wa zwen blinden | in einer heissen aschen | ein glatten pfennig vinden, | von den so hebet sich ein michel daschen.
Kurz, Murner. Luth. Narr (
Straßb.
1522
):
Wan ir [pfaffen] kasten ist gefült | [...] | Dan ist das ewangelium recht, | Wol verstanden glat vnd schlecht.
Dasypodius (
Straßb.
1536
):
Glettigkeyt Leuitas.
Roloff, Brant. Tsp.
59
(
Straßb.
1554
):
Der ander [weg] ist glat / lustig und weyt | Dann er vil gebraucht würt allzeyt.
Maaler (
Zürich
1561
):
Glatt vnnd eben / Lieblich an zeruͤren. [...]. Glatt / wie ein ey. [...]. Glatt angesicht [...] / Nit bartaͤchtig. Ora læuia. [...]. Glaͤtte (die) schoͤne / sauberkeit. Nitor, Læuitas. [...]. Glatthobel / Mit dem die arbeit außgemacht wirt / Dem ist zuͦgegen der haarer / schürpffer oder rauchhobel.
Glette (die) Fleyssige außbutzung oder außpolierung. Politura, Nitor, Splendor.
Rauwolf. Raiß ([
Lauingen
]
1582
):
jre Sebel waren maistthails beschlagen / mit lang verguldten beschlaͤgen / welche glatt / vnd so glantzend / wie [...].
Henisch (
Augsb.
1616
):
Glatte Schaafe / welche die Wolle fallen lassen. [...]. Glatt geschliffen ist baldt gewetzt.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
643
(
oobd.
,
1607
/
11
):
stab daran man geht, [...], oben der knopf mit schönen türckessen und topasien glatt versetzt.
Wyss, Limb. Chron. ;
Lemmer, a. a. O.
102, 3
;
Eggers, Psalter
75, 12
;
Pyritz, Minneburg
2423
;
Rohland, Schäden, S. 
419
;
Haszler, Kiechels Reisen ;
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. ;
Bauer u. a., a. a. O.
63
;
270
;
1298
;
Schmitt, Ordo rerum
450, 54
;
Mylius
B 6r
;
Bad. Wb.
2, 427
;
Vgl. ferner s. v. ,
1
, .
2.
›glatt, gepflegt, der Schönheits- und Gesundheitsvorstellung entsprechend; ohne Falten‹, von Körpereigenschaften gesagt, teils mit negativer Wertung; in verschiedenen Richtungen ütr., dann z. B.: ›fehlerfrei, kunstgemäß (vom Singen)‹; ›sanftmütig (vom Christen)‹.
Gewisse Beleghäufung für Texte der Sinnwelt ,Religion / Didaxe‘.
Phraseme:
einen glatten balg ziehen
o. ä. ›es sich gut gehen lassen‹.
Bedeutungsverwandte
(bzw. Orientierungsfeld): , (Adj.),  126, (Adj.) 1, ,  3, (Adj.) 1, , , , , .
Gegensätze:
, .
Syntagmen:
g. singen, das antliz, die haut g. machen
;
j. (um die backen, von leib) g. sein
;
der glatte balg, die glatte backe / haut, das glatte antliz
, nachgestellt:
das bäuchlein glat, die augbrauen glat als [...]
.

Belegblock:

Luther, WA (
1521
):
wenß gleych eyttel hubsche, glatte, junge metzle
›Mädchen‹
weren.
Ebd. (
1521
):
die Barmhertzikeit gottes macht den menschen fein gladt, nicht rauch, sunder senfftmutig.
Ebd. (
1527
):
also macht oͤle den leib auswendig huͤbsch, gelenck, glat und geschikt.
Ebd. (
1527
):
Rahel aber ist ein huͤbsche, glate metz und vollig gewesen.
Ebd. (
1544
):
lecke dich, lebes ketzlein mit dem glatten balg und scharpffen klawen.
Ders. Hl. Schrifft.
1. Mose 27, 11
(
Wittenb.
1545
):
Esau ist rauch / vnd ich glat
[
Mentel
1466-1475
1
:
slecht
; 1475
2
–1518:
lind
].
J. W. von Cube. Hortus
78, 15
(
Mainz
1485
):
das antzlitz do mit gestrichen benympt die geschwern vñ hitzigen blatern vnd macht das anzlitz schön vnd glat.
Neumann, Rothe. Keuschh.
4276
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
das die wilden thir | vil schoner sint unnd vil mer zir | unnd haben vil gleter hute unnd vel.
Gille u. a., M. Beheim
268, 70
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Zwai brustlin als zwa piren, | ain peuchlin glat und ran.
Bell, G. Hager
433, 4, 7
(
nobd.
,
1594
):
auch Das man weis für ware, | wenn einer glat thut singen.
Vizkelety, Spangenberg. Glücksw.
86
(
Nürnb.
1613
):
Ich hab kein Kranckheit nie gehatt: | Am Leib bin ich gesund und glatt.
Anderson u. a., Flugschrr.
30, 6, 19
([
Straßb.
1522
]):
ir sehent woll wie der münch also gladt ist vmb die backen das in ewer fraw nit lieber gewen dan euch.
Bächtold, N. Manuel. Elsli
280, 622
(
Basel
1530
):
Ir ougbröwli brun, glatt und fin, | Als söltend sie scharpf gmalet sin.
Maaler 49v/ (
Zürich
1561
):
Einen glatten Balg ziehen / guͦt laͤben haben / Fleyssig dem leyb warten. Curare cutem.
Er tragt ein Glatten balg / Er laßt jm selber kein mangel.
Henisch [recte 168] (
Augsb.
1616
):
Weißheit find man ehe vnter runtzeln / als vnter glatten backen.
Katzen haben ein glatten balg / vñ scharffe klawe͂.
J. W. von Cube. a. a. O.
3, 17
;
89, 31
;
Dietz, Wb. Luther
2, 127
.
3.
›hintergründig falsch, dem äußeren Anschein nicht entsprechend, verworfen, anrüchig, aalglatt, schmeichlerisch, heuchlerisch (von Personen)‹; ütr. auch von Sachen (z. B.
wein
).
Phraseme:
nicht mer sehen, den wie glat jm. der schuh anliegt
›vom guten Sitz des Schuhes falsch auf js. Wohlbefinden schließen‹.
Bedeutungsverwandte:
,  2, , (Adj.) 2,  34, , , , , .
Syntagmen:
g. eingehen, g. streichen
›verfänglich schmeicheln‹;
js. mund / zunge g. sein, j. glätter sein den butter
;
der glatte schafpelz, das glatte glük / maul / weib, glatte worte
(häufig); subst.:
die glatten
(Akk.obj.)
watten
.
Wortbildungen:
glätling
,
glätten
2,
glattieren
›schmeicheln‹ (a. 1546).

Belegblock:

yderman sihet nit mehr, denn wie gladt eynem andernn der schuch anligt, sihet aber nicht, wo er yhn druckt.
Ebd. (
1526
):
so reist der teufel ein mit seim glatten predigen.
Ebd. (
1527
):
Weiber aber haben glate meuler, also auch die heuchelprediger.
Ders. Hl. Schrifft.
Ps. 55, 22
(
Wittenb.
1545
):
Jr Mund ist gletter
[
Froschauer
1530:
senffter
]
denn butter / vnd haben doch Krieg im sinn.
Ebd.
Spr. 23, 31
:
Er [Wein] gehet glat
[
Eck
1537:
senft
]
ein. Aber [...].
Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
291, 33
(
Wolfenb.
1593
):
ein Kerl, der ist seines Handtwercks ein Kürßner, Der hat ein Auge, Vnd hat gar ein glatt Weib Vnd dieselbe ist eine arge Huer.
Voc. inc. teut.
iv iijr
(
Speyer
um 1483
/
4
):
Glat vnd hal od’ schlipferig Lubricus.
Voc. Teut.-Lat.
l jr
(
Nürnb.
1482
):
Glatter glipff riger lasterper vnrainer. lubricus media correpta. i. ad mala labilis vel pronus.
Fuchs, Murner. Geuchmat
109
(
Basel
1519
):
Nun kummen sy yetz wider har | Mit glatten worten.
Kurz, Murner. Luth. Narr (
Straßb.
1522
):
[Wir] künnen vnsere lügen fidern, | Schleiffen, gletten vnd ballieren.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
die múesigen, die glatten | beginnen tuͦt er [tiefel] watten | mit haimlichem getúsche.
Adomatis u. a., J. Murer. J. Man. Spieg.
149
(
Zürich
1560
):
Es wonet hie in diser statt | ein Edelmann rych jung unnd glatt.
Ebd. Bab.
786
:
Wer nit kan strychen haͤl und glatt | der selb sin teil da unden hatt.
Maaler (
Zürich
1561
):
Glaͤttling (der) der sich freündtlich vnnd lieblich gegen der waͤlt erzeigt / damit vñ er jm selbs ein gunst schoͤpffe. Charitonius, Palpator, Blandus.
Gletter dann ein weyb. Læuior fœmina.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Glatt / falsch / verkehrt.
Du wirst mich feißt / glatt vnd wolgeschaffen finden. [...]. Dem glatten gluͤck trawe nicht zu vil. [...]. Je glatter Maul / je fauler Ars. [...]. Hohe Empter seind ein schlippferiger glatter Ort. [...]. Vnter einem glatten Schaafpeltz ein Wolff. [...]. Glatte wort / zierliche geblüemte wort / schmeichlerey.
Gille u. a., M. Beheim
52b, 27
;
Lauater. Gespaͤnste
400, 3
;
Dietz, Wb. Luther
2, 127
f.;
Vgl. ferner s. v.  2, , .
4.
›schlüpfrig, rutschig, schmierig‹.
Bedeutungsverwandte:
, , ; vgl. (Adj.) 1.
Wortbildungen:
˹
glatheit
,
glätte
3˺ (diese wohl auch ütr. im Sinne von  3),
glätsche
›Gletscher‹ (etymologisch hierher? oder zu ),
glätten
3.

Belegblock:

Hampe, Ged. v. Hausrat
3, 8, 7
(o. O.
um 1480
):
wie sein weiter tzimpt tzu warten | mit gschmaltze͂ speck mit schweı͂ schwarten | Mit suesse wurtz mit glatter schmir [...] | Do von nichts ist befolen mir.
Voc. inc. teut.
iv iijr
(
Speyer
um 1483
/
4
):
Glat hal vnd schlipferig machen.
Neumann, Rothe. Keuschh.
2627
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
wanne si [mole] beschissit sich
[›verunreinigt sich‹]
unnd wirt glad | unnd meled unsanfft den unflad.
Thiele, Chron. Stolle (
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
das der stad grabe gefross mit isse spanne dicke, unnd glad iste.
Pyritz, Minneburg
4302
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Die sach ich daz sie [bleter] waren gleter | Vor yse dann ein spiegel glas.
Gille u. a., M. Beheim
53b, 15
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
in scheffein gwant, | das sy [wolf] an heten | Chuten und alb, | glat als ein salb.
Voc. Teut.-Lat.
l jr
(
Nürnb.
1482
):
Gletten glipfferigmachen lestern vnreinmachen lubricare. [...] Glattheit slipffrikeit lasterperkeit vnreinigkeit. lubricitas.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Gletse / planicies glaciata.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat. (
oobd.
,
1349
/
50
):
sô welzt si [slang] sich in ainem glaten laim, daz si dester paz durch des selben tiers maul geslupfen müg.
5.
›unwiderruflich; nach gültigen Regeln‹.

Belegblock:

Sachs (
Nürnb.
1563
):
Gott vatter, der uns alle glat | Für seine liebe kinder nennt.
Ebd. (
1563
):
Wir habn gsehen und zeugen glat, | Daß der vatter sein son hat gsand.
Ebd. (
1563
):
Die sich im wald versteckten glat, | Auff daß wenn dises berges pfad | Marcellus da einnemen wolt, | Daß im der versteckt hauffen solt | Widerstehn.
Fastnachtsp. (
Straßb.
o. J.):
Wie er ir das [Ehe] verheißen hat, | So ist es guot, richtig und glat | Ein ee vor gott.
Vgl. ferner s. v.  26.
6.
›total, vollständig, ganz und gar, gänzlich‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  1,  1,  12, ,  2,  1, (Adj.) 15,  11.
Phraseme:
glat nichts
.
Syntagmen:
etw
. (Subj.)
g. verbrent, nicht g. fündig werden, einem lande etw. g. mangeln, etw
. (Akk.obj.)
g. wohin legen
.
Wortbildungen:
glatweg
(15. Jh.).

Belegblock:

Sachs (
Nürnb.
1553
):
Alle ding sie [weib] mir tadeln thut, | Helt mir glat eben nichts vergut.
Ebd. (
1558
):
Also find man noch manchen mann, | Der gar glat nichsen leiden kan.
V. Anshelm. Berner Chron. (
halem.
,
n. 1529
):
Als aber gemelter kronen ein kleine zal in des babsts reis nit glat fuͤndig, ward zuͦm driten beschlossen, dass [...].
Roder, Hugs Vill. Chron. (
önalem.
,
1525
):
und die hoͤff uff dem Uorsprung, ward alls glatt ferprentt.
Chron. baier. Städte. Regensb.
176, 12
(
noobd.
,
1541
):
ein feur [...], kam auff dy kirchen, [...], bran das zimer oben glatt hinweg.
Skála, Egerer Urgichtenb.
400, 39
;
Wyss, Luz. Ostersp.
10463
;
Chron. baier. Städte. a. a. O.
30, 3
;
Jelinek, Mhd. Wb. ;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
7.
als Satzadverb zur Bestätigung des Satzinhalts: ›glatt, glattweg, rein, ohne Einschränkung, das ist so‹.

Belegblock:

Pfefferl, Weigel. Gn. S. 
180, 5
(
Magdeb.
1615
):
Also spricht man / von dem neuwen Menschen / Er ist glatt ein ander Mensch.
Sachs (
Nürnb.
1557
):
Dein mann ist erst gewest bey mir | Und hat mir glat das hauß verbotten.
Ebd. (
1565
):
Das ich sprach in dem zagen mein: | Glat alle menschen lügner sein.
Adomatis u. a., J. Murer. Abs.
172
(
Zürich
1565
):
Min Absolon es ist dir zvil | Drumb ich das gastmal glat nit wil.