getrauen,
(vereinzelt:)
getreuen,
V.
1.
›jm. / e. S. vertrauen, auf jn. / etw. bauen, sich auf jn. / etw. verlassen‹.
Bedeutungsverwandte:
1
 3, ; vgl.  2,  1.
Gegensätze:
.
Syntagmen:
jm
. (z. B.
dem freunde / ritter, erbaren manne, dem weibe, der frauen, dem rechten, js. herren, got
) /
e. S
. (z. B.
dem wage, der güte / rede / zaubernis
)
g., jm
. (z. B.
dem teufel, dem äusseren menschen, der königin
)
nicht / recht g
.,
jm. des eides, der eren g
.,
jm. des g., das [...]
;
in jn. g., in e. S
. (Dat., z. B.
in den waffen
)
g
.;
mit gutem getrauende
.

Belegblock:

Quint, Eckharts Trakt.
48, 11
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ez ist ein zeichen, daz der künic oder ein vürste einem ritter wol getrûwet, sô er in sendet in den strît.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
30, 4
(
hess.
,
14. Jh.
):
Jedoch getruwen wir des daz den susteren in meslichen steden gnugen sollen einir ieclicher sunderliche eine cogele und eynen rog.
Froning, Alsf. Passionssp.
5822
(
ohess.
,
1501 ff.
):
[ich] getruwen auch woil syner [Johannes] gude, | das hie dich myt ganczem flyß behude.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
162, 37
(
thür.
,
1474
):
also Nigkel Herwig darnach uffbrenget unde getruwet deme rechten, her [...].
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk.
11, 22
(
osächs.
,
1343
):
ob ein sterkir kuͦmet ubir en und en ubirwindet, sô benimet her sîne wâpin allesament, in den her getrûwite
[
Mentel
1466:
sich versach
;
Luther
1545:
sich verlies
],
und zuͦteilet sînen roub.
Schönbach, Adt. Pred.
10, 1
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
als du diche hast vor gehort von zubornusse und von andern dingen der die lute getruwen.
Chron. Nürnb.
2, 304, 26
(
nobd.
,
1449
/
50
):
man must von in nemen waz sie gaben; man must in darüber getrawen, [...], man kant kain ordenliche rechnung von in gehaben.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
108, 2
(
nobd.
,
um 1540
):
will ime aber der schultheis sunst getrauen, so solle er es [gut] gleich, [...], kalteren.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
79, 32
(
els.
,
1362
):
Do von ging er mit guͦtem getruwende zuͦ sant Thomas grab vnd bat das [...].
Thiele, Minner. II,
19, 73
(Hs. ˹
wobd.
,
15. Jh.
˺):
sider ich ir als reht wol getrüw, | der zartten minnenglichen fröw, | so bit ich sie durch ire guͤt | das sie mir erfröw min gemuͤt | und mich lauß sin irn stetten kneht.
Koller, Ref. Siegmunds
320, 3
(Hs.
um 1474
):
so solt in iglicher stat erwelt werden vier erber menner, den woll zü getrawen sey.
Grimm, Weisth.
1, 163, 41
(
halem.
,
14.
/
15. Jh.
):
vnd [der] sol zwen gnossen han, den eides vnd eren ze getrúwen si.
Dreckmann, H. Mair. Troja
16, 5
(
oschwäb.
,
1393
):
ez sol kain weiser mann nimmer getruen den weibern, wann si allweg unstet sind.
Pfaff, Tristrant
66, 9
(
Augsb.
1498
):
ich getraw dir, als meinem guͦten freünd, du lassest dir das auch lieb sein.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
466, 16
(
oobd.
,
1349
/
50
):
iedoch bedarf man der red niht vil getrawen noch zemâl verwerfen.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
387, 1
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Er sprach: „Ir solt getrawen | dem wag nicht all zue wol“.
Quint, Eckharts Pred.
1, 29, 7
;
Grosch u. a., a. a. O.
20, 8
;
131, 2
;
137, 30
;
Karnein, Salm. u. Morolf
88, 4
;
Vetter, Pred. Taulers
167, 29
;
Strauch, Schürebrand
40, 27
;
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
2, 86, 24
;
Sappler, H. Kaufringer
7, 53
;
Klein, Oswald
77, 37
;
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
33, 24
;
Qu. Brassó
5, 239, 18
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
139r, 29
.
Vgl. ferner s. v. .
2.
›im Glauben oder in Verbindung mit dem Glauben auf Gott, auf Gottes Gnade und Gnadengaben vertrauen, an Gott und seine Heilstat glauben, auf sie vertrauen‹; in einem Teil der Belege Reduktion der religiös-dogmatischen Basis von
getrauen
in Richtung auf 1.
Gehäuft Texte der Sinnwelt ,Religion‘.
Bedeutungsverwandte:
 13,
1
 1; vgl. .
Syntagmen:
jm
. (z. B.
got, dem einen, dem sone, den abgötten
) / e. S. (z. B.
der hulfe [Christi]
)
g.
;
an / in got, in den herren g., in js. [gottes] gnade g
.;
g., zu [...]
; subst.:
an dem getrauen etw. geprüfen
;
das grosse getrauen
.

Belegblock:

Luther, WA
10, 3, 385, 1
(
1522
):
Er mus nit allein Cristo getrawen, Suͤndern [...].
Quint, Eckharts Trakt.
41, 18
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
entriuwet der güete, der wârheit und allem dem, daz, [...] einen schaten keines underscheides lîdet, und getriuwet dem einen, blôz allerleie menge und underscheides.
Ebd.
238, 10
:
volkomene minne die sol man dar ane prüeven, ob man hât grôze hoffenunge und zuoversiht ze gote; wan kein dinc enist, dar an man ez mêr müge geprüeven, ob man ganze minne habe, dan an getriuwenne.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
127, 36
(
rhfrk.
,
um 1435
):
wer gode wol getrüwet den en lesset er nit.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
9, 22
(
osächs.
,
1343
):
Jhêsus [...] sprach: „Tochtir, getrûwe
[
Mentel
1466:
hab zuͦuersicht
;
Luther
1545:
Sey getrost
]: dîn gloube hât dich gesunt gemachit".
Eggers
, Psalter 72, 10 (thür., 1378):
Gotis ougen sint obir di, di in vorchten, vn̄ in den, di in siner gnade getrvwen.
Neumann, Rothe. Keuschh.
3994
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
getruwet myner hulffe zu den stunden, | wanne ich han di werlt uber wunden.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
62, 15
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
In di klostir oppirn vil ir kindir in der apgote ere den si getruwin und allir meyst geloubin.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 190, 2
(
Bautzen
1567
):
GOTT gibt allein gedey vnd sterck, | Dadurch man jhm getrawet.
Vetter, Pred. Taulers
31, 10
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
der [arm mensche] sol vallen in die aller vermúgende kraft Gottes und sol der getruwen daz su wol sulle helffen.
Ebd.
385, 19
(
1359
):
diser der umbe dise unmúgeliche sache bete, der solte vil und verre e erhoͤrt werden von sinem grossen getrúwende.
Strauch, Schürebrand
46, 13
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
liebe junge clorerin, getruwent gotte in allem widerwertigem getrenge one alle sturmwuͤtige angestbere ungelossenheit.
Bauer, Imitatio Haller
53, 14
(
tir.
,
1466
):
Ist das du aber Jesum getrauen pist vnd in suechen pist, so würstu in auch vinden an allen czweifl.
Quint, a. a. O.
20, 19
;
241, 1
;
302, 6
;
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
10, 27
;
Dubizmay, kurß zu Teutze
57, 7
;
Hübner, Buch Daniel
1410
;
8197
;
Eggers, a. a. O.
26, 14
;
66, 15
;
Banz, Christus u. d. minn. Seele
1476
;
Schmidt, Rud. v. Biberach
96, 28
;
Päpke, Marienl. Wernher
13614
.
Vgl. ferner s. v. (V.) 5.
3.
›hinsichtlich e. S. (oft: der Erwartung einer Handlung eines Partners im Rechtsbereich oder im Rahmen sozialer Verbindlichkeiten) sicher sein, von etw. überzeugt sein, sich auf etw. verlassen und es gleichzeitig einfordern‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
g., das
[+ Inhaltssatz; mehrfach] /
zu [...] /
[+ Hauptsatz],
g
. [+ Part. Perf. mit oder ohne
haben
].
Wortbildungen:
getrauung
2.

Belegblock:

Quint, Eckharts Pred.
2, 431, 10
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Swer disiu vier stücke an im hât, der mac in der wârheit getrûwen, daz er daz wort gotes gehœret und ouch behalten habe.
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
311, 7
(
nürnb.
,
1464
/
75
):
also getrawet der genant Jorg Haller, das er kein andere teilung mit dem vorgenanten Stromer dorumb nit thun solt, sunder das er billich [...] bei seiner erbsgewere [...] beleiben solle.
Thiele, Minner. II,
1, 222
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
dick er bedrogen wirt der vil gedrwet.
Leisi, Thurg. UB
8, 32, 28
(
halem.
,
1391
):
dz die burger ze Cell uff die vorgeschribenn zwo summen jaͤrlichs geltz stúr geleit hettint, die si getrúwte, dz die nach lut baider brief, [...], die selben stúren rihten soͤltin.
Ebd.
225, 18
(
Zürich
1395
):
Getrúwete, er soͤlte inen die versessnen zins usrichten.
Edlib. Chron.
4, 3
(
ohalem.
,
um 1500
):
wz wir in der sach getan hand [...] houffend und getruwend wir mit erren mit glimpff und mit recht furgenomen und gethon und meinend ouch dz mit glimpff und erren zu verantwortten im rechten.
Ebd.
4, 11
:
Es habend aber die von zürich und die jrren sölich friden an uns und den unssren überfarren mit wortten und mit wercken, [...] als wir im rechten wol getruwend für zu bringen nach aller noturfft.
Stammler, Berner Weltger.
33, 11
(
ohalem.
,
1465
):
Ich getrau, das ich des nit entgelten soͤll, das ich mich leibs not erweret hab.
Köbler, Ref. Nürnberg
86, 23
;
Lexer, a. a. O.
310, 3
;
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
703, 6
;
Bernoulli, Basler Chron.
5, 254, 16
;
Rennefahrt, Statut. Saanen
39, 21
;
45, 8
;
Tobler, Schilling. Bern. Chron.
1, 56, 30
;
Edlib. Chron.
3, 23
;
18, 30
;
Leisi, a. a. O.
8, 88, 7
;
Mollwo, Rotes Buch Ulm
270, 30
;
Dief./Wü.
618
;
Schweiz. Id.
14, 1613
.
Vgl. ferner s. v.  3.
4.
›etw. mit einem unterschiedlichen Grad an Sicherheit glauben, meinen, denken, für wahr halten; etw. hoffen, erwarten‹.
Phraseme:
das ich bas getraue
o. ä. ›wie ich eher glaube‹.
Bedeutungsverwandte:
, .
Syntagmen:
e. S
. (Gen.;
des
)
(nicht) g
.;
g
. [+ Infinitivsatz mit oder ohne
zu
]
/ das
[+ Inhaltssatz] / [+ Hauptsatz].

Belegblock:

Schmidt, St. Kastorst.
2, 470, 19
(
mosfrk.
,
1465
):
wir getruwen, wann sie sich und uns zu vyl kostens gedrungen haint, so sullen ir zum lehsten im grunde doch nit anders erfinden, dann [...].
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
10, 18
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
Du selber wirdest uns nicht entweichen, wie wenig du des jezunt getrauest.
Brett-Evans, Bonaventuras Leg. S. Francisci
11, 10
(
önalem.
,
v. 1478
):
nu wollen ettzeliche daz die zwene weren Petrus und Philippus und etzleche wollen, des ich bas getruue, Petrus und Andreas.
Rupprich, Dürer
1, 45, 6
(
nobd.
,
1506
):
vor Pfingsten getraw jch nitt fertig zw werden.
Koller, Ref. Siegmunds
199, 27
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
Nuͦ beslüst man vor den armen, aber den richen tuͦt man gern uff, wan sie getruwen, nutz dovon zuͦ entpfahen.
Barack, Teufels Netz
10746
(
Bodenseegeb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Herr, wir tuond nüt an üch rechen, | Wer hett es getrüwet | Daz man als vil hett verbüwet.
Bernoulli, Basler Chron.
5, 144, 18
(
alem.
,
1410
):
Wie der von Lupffen [...] den krieg mit inen hettend angefangen; das sy nit getruwet, daz sy es umb min herschafft von Oesterrich und min frowen beschult hettint.
Merz, Urk. Wildegg
53, 18
(
halem.
,
1456
):
die brief der friheit vnd besteͣtigung in in irem vͥberfal des vorgangnen kriegs, [...], verbrunnen sigen vnd aber si nuntzit dester minder hoffen vnd getruwen, solicher irer frihait zuͦ geniessen.
Brandstetter, Wigoleis
211, 32
(
Augsb.
1493
):
die junckfraw [...] saget der hoelde waere funden. die fraw getrawet des nicht vnd sprach. Zwar du treügst mich.
Turmair
5, 580, 25
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Getrauen wier, das kündig und wâr sei, das der brech noch haft nit an unserm gnädigen herren noch an seiner lantschaft gewesen sei, sunder an dem benanten marggraf Albrecht.
Meisen, Wierstr. Hist. Nuys
256
;
Merk, Stadtr. Neuenb.
69, 37
;
Chron. Strassb.
1, 87, 16
;
UB Zug
341, 6
;
Rennefahrt, Recht Laupen
49, 12
.
Vgl. ferner s. v.  1.
5.
›von jm. etw. erwarten, annehmen, denken; jm. etw. zutrauen‹.
Syntagmen:
jm. e. S
. (Gen.obj., z. B.
der eren
)
g., jm. etw
. (Akk.obj., z. B.
nichts
)
g
.;
jm. g., das
[+ Inhaltssatz] / [+ Hauptsatz].

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
70, 842
(
Magdeb.
1608
):
dir [Saw] ich gar wol getraw / | Das du von Hertzen grund begerest / | Das du ja liebr ein Mensche werest.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
122, 30
(
rhfrk.
,
um 1435
):
wer hette myner husfrouwen das getrüwet / das sije ein solichen duffel bij sich solde lassen lygen.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
19, 21
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
ich getrauet euch wol, ir würdet euer gerechtigkeit selbs erkennen.
Fastnachtsp.
675, 33
(
nobd.
,
15. Jh.
):
das thut mir auf euch ant, | Das ir mich an legt solche schant | Und wolt mir peßer eeren nit getrauen.
Bernoulli, Basler Chron.
5, 267, 29
(
alem.
,
1445
):
die raͤte getruwten mir nútzit dann guͦts.
Ebd.
268, 10
:
ich getrúwte ynen wol, das sy selbs wol verstuͦnden, das ich daran nit unrecht taͤte.
6.
›jm. etw. anvertrauen, übergeben; etw. in js. Entscheidung, (speziell auch:) in Gottes Hände legen‹.
Syntagmen:
jm. e. S
. (Gen.obj., z. B.
der sache / veste, des heres, der forderung, der stösse
)
g
.

Belegblock:

Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
124, 38
(
halem.
,
1438
):
kamen wir si an, das si uns der stoͤßen woͤltin getruͥwen beide der minn und ouch des rechten, so woͤlten wir si entscheiden nach unser besten verstentnuͥsse.
UB Zug
1354, 47
(
halem.
,
1483
):
Its aber sach, daz sy eliche kinde by einandren gewinnent, haben und verlassen, deß wir Gott dem heren getruwen woͤllent.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
72, 7
(
Ulm
1486
):
ja werlich er getraut mir auch sins gantzen hoͤrs und aller seiner gehaim.
Rennefahrt, a. a. O.
125, 22
;
Seemüller, Chron. 95 Herrsch.
121, 14
.
7.
›etw. wagen, sich getrauen; sich etw. zutrauen‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  3,  2, , , .

Belegblock:

Luther, WA
10, 3, 60, 10
(
1522
):
Diß wer Christlich, das getrew ich aber alleyne nit außzurichten.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
123, 2480
(
Magdeb.
1608
):
Deren er [Haushan] so viel nimt zun ehren / | Als er sich getrawt zu ernehren.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
147, 28
(
rhfrk.
,
um 1435
):
ez ist kein schatz / so wol verborgen / jch getrüwete yne zü stelen.
Thiele, Chron. Stolle
505, 19
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Do getruweten dy gebur sy sich nicht zu erhalden, unnd floen alle in dy stad erffort.
v. Ingen, Zesen. Ged.
388, 15
(
Breslau
1641
):
ob gleich meine Wenigkeit und frische bluͤhende Jugend kaum etwas darinnen zu versuchen getrauet.
Karnein, Salm. u. Morolf
236, 4
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
nü zuch, ellender bilgerin, | ich getruwe dich falsches wol bewarn | vor der edelen kunigin.
Dierauer, Chron. Zürich
66, 5
(
halem.
,
1415
/
20
):
das wolten si fúr den margrafen bringen und ain lieplich richtung machen, des si getrúweten.
Klein, Oswald
26, 126
(
oobd.
,
1427
):
mein zeit getraut ich wol mit im vertreiben, | wir müssen singen fa, sol, la.
Päpke, Marienl. Wernher
4121
;
Eschenloher. Medicus
33, 28
;
Dietz, Wb. Luther
2, 109
.
8.
›sich nichts versehen, auf nichts gefaßt sein‹.
Wortbildungen:
getrauen
(
das
) 3.

Belegblock:

Neumann, Rothe. Keuschh.
3849
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
unnd beginnet den ein horn uff schrecken | da her lit unnd ruwet | unnd dis gar wenig getruwet.
Roth, E. v. Wildenberg
78, 14
(
moobd.
,
v. 1493
):
do er gesundt was und sein nit getrawͦt, do kam der tewͦfel.
Ebd.
125, 14
:
als er was zuͦ Ritterswerd, [...], und sein nit getrawͦt, do kam hertzog Steffan und sein sun, [...], und belegten den Meinhardt.
Leidinger, A. v. Regensb.
601, 37
(
oobd.
,
um 1430
):
[Karolus] do er zu der höchczeytlichait der mess von seinem pet aufstuend und do er des kain getrawen het, do saczt im Leo, [...], kayserliche kron auf sein haubt.
Roth, a. a. O.
59, 12
;
Leidinger, V. Arnpeck
583, 12
.