gestösse,
das
.
1.
›Anfechtung, Versuchung des religiösen Menschen durch
ausserkeit
‹;
vgl.  1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. ,  1,  2.

Belegblock:

Asmussen, Buch d. 7 Grade
281
(
nobd.
, Hs.
A. 15. Jh.
):
So die
[Angefochtene]
wider zu herzen komen, | die liden solch gestoße an in, | e si gesamen wider iren sin.
2.
›Kopfende eines Ackers‹;
vgl.  5.

Belegblock:

Rwb
4, 587
.
3.
›spontan entstehende Schlägerei zwischen Einzelpersonen oder -gruppen; mit Messern u. ä. ausgefochtenes, zu Verwundungen und Tötungen führendes Gerangel‹;
zu  7.
Chroniken, Rechtstexte.
Bedeutungsverwandte:
,  23,
1
 1,  3, ; vgl.  1.
Gegensätze:
.

Belegblock:

Altmann, Wind. Denkw.
470, 30
(
wmd.
,
um 1440
):
und was ein groß gestöße zwuschen in, daz sie von scheiden zugent und einander sluͦgent, daz etlich wunt wurdent.
Ermisch, Freib. Stadtr.
171, 25
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Ist aber, daz ein man veilen tranc hat, win oder mete oder bir, unde kumen lute in sin hus gegangen zu deme tranke, [...], unde setcen sich nider unde trinken alse lange, biz daz sich ein gestoze hebit under in, [...], daz si sich werren mit einander also lange, biz daz wunden geslagen werden, daz ist kein heimsuchunge nicht.
Ebd.
217, 11
:
Ist, daz sich ein gestoze hebit in der stat, wo daz ist, daz sich lute slahen unde stechen mit einander an deme tage, unde kumet man geloufen nach dem voite, der [...] sal da richten.
Chron. Strassb.
2, 776, 7
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
in dem selben geschölle und gestoͤsse wurdent [...] zwene erslagen.
Welti, Stadtr. Bern
85, 25
(
halem.
,
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
waz der liden sol, der zuͦ einem gestoͤsse loffet mit blossem messer.
Dierauer, Chron. Zürich
247, 9
(
halem.
,
15. Jh.
):
Und ward ein groß gestoͤß zuͦ Rapperswil an der vasnecht zwúschent Werni Ůlrich von Switz und Hans im Hof von Ure und sinen súnen.
Welti, a. a. O.
233, 4
;
Rwb
4, 587
;
Schweiz. Id.
11, 1652
.
4.
›schlachtähnlicher Kampf, bewaffnete Auseinandersetzung‹;
vgl.  9.
Bedeutungsverwandte:
 3,  3; vgl.  3,  4, , , ,  2, (
der
1.

Belegblock:

Chron. Augsb.
8, 84, 14
(
schwäb.
, zu
1560
):
ist ain sehr erschrocklich gesicht [...] gesechen worden [...]. da hat man von reissigen und kürissern in den wolcken ain groß gestöß gehört.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
43, 3
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Da hueb sich ain gedösse | auff disem anger weitt, | ein gerümel unnd gestösse.
Ebd.
250, 5
:
Mang schiff in dem gedrenge | zue spreissen ward getruckt. | [...] | Do ward ein gestöss, das niempt den anndern horte.
5.
›Teil des Pferdekörpers, Punkt, an dem der Schwanz des Pferdes in den Körper übergeht‹;
zu  11.

Belegblock:

Eis, Albrants Roßarzneib.
125, 2
(
böhm.
,
1435
):
Der ander [purczel] hebt sich an an dem tzagel tzu dem gestözze. daz erchenstu alzo, daz sich das rozz reybt wider die went und reucht sich an dem gestozze.
6.
›Windstoß, Unwetter‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  2.

Belegblock:

Drescher, Hartlieb. Caes.
299, 19
(
moobd.
,
1456
/
67
):
da ward ain vast grosz ungewiter, das die schyff durch das wasser der unden umb gestoͤssz der wind vast krachten.
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
140
.