gesandte,
der
 ;
-n/-n
.
›Person, die von einer Instanz oder von einem Repräsentanten der Obrigkeit, einer Stadt, einem Gericht oder einer vergleichbaren Organisation mit einer bestimmten Botschaft, einem Auftrag zu jm., wohin geschickt wird, um die Botschaft zu überbringen, eine Antwort einzuholen bzw. auch nach Lage der Dinge selbst Entscheidungen zu treffen‹; in einzelnen Belegen spezialisiert, dann Bezug auf Christus oder die Apostel.
Zur Sache: Lex. d. Mal.
4, 1363
-1382; Hrg
1, 1591
.
Mittleres und späteres Frnhd.
Bedeutungsverwandte:
(
der
1,  1,
1
 3,  3, (
der
).
Syntagmen:
den g. annemen / ausschicken, die gesandten ab-, ausfertigen, zu jm
. (z. B.
zu dem könig
)
schicken
;
der g. gewalt haben, die gesandten mit befel daher kommen, zu hause kommen
;
den gesandten geselschaft leisten, eine antwort geben
;
der g. gottes
(für
Christus
),
der gemeinde / stat, der vier orte
;
der ersame / fremde / fürstliche / französische / hispanische / portugalesische / volmächtige g
.;
die gesandten von Constanz, der g. an js. stat
;
der mund des gesandten
.
Wortbildungen:
gesandtschaft
.

Belegblock:

Luther, WA
32, 530, 1
(
1530
/
32
):
da ein furst odder herr einem diener befelh gibt odder seine gesandten aus schicket.
Ebd.
33, 34, 5
(
1530
/
32
):
So du aber den gesanthen
[Christus]
nicht annimpst, so wirstu kein werck gottes thun.
Ebd.
33, 593, 3
:
Ich bin nicht allein ein Apostel, prophet bothe und gesanther, Sondern ich bins, das wesen aller dieng ist in mir.
Ebd.
41, 130, 30
(
1534
/
35
):
Darumb sie auch Apostel heissen [...], das ist ,Gesandte‘ oder auff recht alt Deudsch ,Boten‘.
Ders. Hl. Schrifft. Lk.
7, 10
(
Wittenb.
1545
):
da die Gesandten widerumb zu Hause kamen / funden sie den krancken Knecht gesund.
Knape, Messerschmidt. Bris.
27, 26
(
Frankf./M.
1559
):
die Portugalesischen gesandten von Lisabona / die Hispanischen von Corduba / alle mit gnugsamer Jnstruction / befelh vnd Credentzen.
Ralegh. America
15, 22
(
Frankf.
1599
):
Der gemeldte Koͤnig von Carapana wiese die Gesandten Berrhei zu einem andern Koͤnig.
Mathesius, Passionale
40r, 4
(
Leipzig
1587
):
Jesus Christus ist der einige vnd Natuͤrliche Sohn GOttes / vnd ein Knecht oder Gesandter vnd Legat GOttes.
v. Birken. Erzh. Österreich
64a, 48
(
Nürnb.
1668
):
Demnach gabe er / den Gesandten / diese stoltze und trotzige Antwort.
Ebd.
90b, 5
:
Zu solcher Gesandschafft wurden / Bisch. Heinrich zu Basel / und Burggr. Friderich zu Nuͤrnberg verordnet.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
294, 17
(
halem.
,
1559
):
Domaln aber die gesandten dero von Roschach sich gegen iren fürstlich gnaden disers artickels halb weder rechtlich noch gütlich inlassen wellen.
Dict. Germ.-Gall.-Lat.
189
(
Genf
1636
):
gesandter Gottes / Apostre, on massager enuoyé de Dieu, Apostolus.
Henisch
1527
/8 (
Augsb.
1616
):
Gesandtschafft / legatio.
Moscouia iijr,
14
(
Wien
1557
):
Vnd wider jre gesante zu den Drewlianern außgefertigt / denen anzuzaigen / Sy khaͤme daheer mit beuelch.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
297, 34
(
m/soobd.
,
1654
):
Warauf sie gleich gestarks in ansechung und alß sie noch in gesantschaft wohren mit dem Lambprechten Zehrer, ihren mitnachbarn, dahin geschlossen daß [...].
Luther, WA
18, 90, 3
;
21, 41, 1
;
36, 526, 41
;
47, 194, 37
;
Peil, Rollenhagen. Froschm.
611, 3309
;
Mieder, Lehmann. Flor.
307, 15
;
Müller, a. a. O.
295, 19
;
301, 26
;
Rennefahrt, Staat/Kirche Bern
890, 38
;
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
128, 23
;
Voc. Teut.-Lat. m iiijv;
Dietz, Wb. Luther
2, 89
;
Rwb
4, 414
.
Vgl. ferner s. v.  5, ,  1,
1
 4, .