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geruhen,1.
›jm. belieben, geruhen, etw. zu tun, sich zu etw. herbei-, herablassen, die Freundlichkeit, Güte, Huld haben, einer Erwartung zu entsprechen‹; meist von Gott, einer religiös herausgehobenen Person oder vom sozial Höhergestellten gesagt.Gewisse Beleghäufung für Texte religiösen und didaktischen Inhalts und literarischer Gestaltung.
Syntagmen:
j. g., etw. lesen, jm. etw. erwerben
(jeweils mit Inf. ohne zu
), j. g. etw. zu bestäten / confirmieren / erneuen / sehen, der sele gnädig zu sein, der stat zu verzeihen, etw. anzuhören / zu nemen, jm. etw. zu geben / verleihen / gestatten, jn. zu begnaden / tränken, sich zu erbarmen, sich nicht zu beschweren
(jeweils mit zu
+ Inf.).Belegblock:
das herze saget miers / daß sie dir noch endlich gehoͤhr zugaͤben geruhen wuͤrd.
daz ich dar an
[
an dem troste ›in dieser Gewißheit‹]
muze irsterben, | daz geruche Maria mir irwerben. der stab | Gefellet mir mit solichem underhab | Das ir mir wollet suͦchen | Die wappen und mir die geruͦchen!
[Ellipse von
zu geben].
Hast angenommen Jesu Christ | Ein fleischen deck, vnd dich gerügt | Zleiden das Creutz dir vnbefugt.
Mit deyner gestalt vnd mit deyner schone Geruch mir gestatten dich zu loben.
also geruch [Heiliger geist] czu fliessen | In mein unreines vinsters hercz.
uns armen súndigen menschen, die du also gar unverdienet geruͦchest zuͦ begnaden.
Nu schaw die herbergen der assyrier
.
als do du geruͦchst zesehen die herbergen der egipcier. wen got geruͦcht [...] ruͥnen mit der sel, [...], so mvͦs och dvͥ sel mit gotte ruͥnen.
uns armen gnädiklich geruͦchen zuͦ gunnen und [...] ze empfelhen, die judischhait in unser statt wonhafft uß ze bezaichnen mit zaichen uff ir gewand ze machen.
Euer kay. mt. geruche aus angeborner guͤte und grosmietigkait dem rat und gemainer stat Augspurg, [...], allergnedigest zuͦ verzeihen.
Sollen wirdt gebraucht / wann man etwas zu thun verbunden / woͤllen so man es nicht schuldig / vnd diß Woͤrtlin geruhen gegen Keys. Koͤnigen / Fuͤrsten, Herren vnnd Obrigkeiten / von denen etwas gebeten wirdt / daß sie auch nicht schuldig sind / jnnmassen zu schliessen / daß es noch muͤlterer bedeutung / weder das Woͤrtlin woͤllen seye.
Der allmechtig Got geruech seiner sel genedig zu sein.
2.
›nach etw. trachten, streben; etw. wünschen, wollen, begehren; jn. suchen‹.Syntagmen:
j. jn. / etw
. (z. B. die gnade / gerechtigkeit, das wort
) g
.; j. js
. (z. B. sein, gottes, der feinde
) / e. S
. (Gen., z. B. des lobes / trostes, der speise
) g
.; j. von jm. etw. g., etw. willigklich g., js. mit wer g
.; des
[korrelativ] g., das
[Korrelat]; sich g
. + Inf. (z. B. neigen
).Belegblock:
den die gein der krône sich niht geruochent neigen.
wir han alle al hye gelebit, | alz eyn vye in unvornunft strebit, | daz wir gotes nye geruchten | noch siner gnade nye gesuchten.
so sol man des geruchen, Daz (ie) den hunden sin die krapfen ungesunt.
minneklicher herr, sider du nu geruͦchst von mir armen súndigen menschen lobes.
Maister: wir wissen das du bist warhafftig vnd geruͦchst
[
achtestLuther
1545, Mk. 12, 14: ]
keins. Eyn narr ist / der eyn artzet suͦcht | Des wort / vnd ler / er nit geruͦcht.
únser herre ist ain offen brunne und git sich allen den die sin geruͦchent, den git er volleklich sin gnade.
Enkain flaisch er versuͦchte | Noch guͦtter spis geruͦchte.
Weder lutertrank noch win | Und was dem gelich mag sin: | Doch baider er geruͦchte | Etwenne und sú versuͦchte.
er will auch des nit geruochen. | das er sich vor der hell bewar.
also geruͦch und fleisse dich, inwendig geziert (zuͦ) werden.
Do man mit stoltzes heldes chraft | Di veinde dike suͦchte | Und ir mit wer geruͦchte.
dy hell er gar durch sücht | nach den dy er gerücht.
Er ist nit hie, den ir suecht, | Secht her ein, ob ier sein geruecht.