geringern,
V.
1.
›etw. quantitativ verringern‹; speziell: ›die Würde e. S., z. B. der Taufe, schmälern‹; ›jm. etw. wegnehmen‹; ›js. Stellung antasten‹; ›etw. (z. B. eine Krankheit) lindern‹; ›etw. klein reden, argumentativ verharmlosen‹;
vgl. (Adj.) 1.
Bedeutungsverwandte:
; vgl. , ,
1
 1.
Gegensätze:
1
 8.
Wortbildungen
geringerung
1 (dazu bdv.:  1, , , ; dazu ggs.:  1).

Belegblock:

Luther, WA (
1520
):
und alszo durch den vordampten unglauben gotte seine dienst, dem alles dienete, was ym glauben geschehen, geredt, gedacht werden mag, vorkurtzen und geringern.
Ebd. (
1544
):
Sie werden euch mit jrer bosheit, [...] ewer fromkeit und Gottes gnade, [...] nicht nemen noch geringern.
Ebd. (
1539
):
Er wil doch dich lieben, wil dich die welt geringern, so wil er dich mehren.
Ebd. (
1537
):
weil du solch Goͤttliche guͤter hast, dere man dir keines nemen noch geringern mag.
Ebd. (
1545
):
vor der Zeit ist die Tauffe seer geringert von den leidigen Ceremonien.
Ebd. (
1544
):
das das Gesetz und der Gottesdienst im Tempel, welchen Gott selb geordnet [...] het, nit in ein abnemen oder geringerung komme.
Ders.
Hl. Schrifft. I. Kor. 3, 12
Marg. (
Wittenb.
1545
):
Das ist von predigen vnd leren gesagt / die zu des glaubens besserung oder geringerung geleret werden.
Bobertag, Schwänke (
Frankf.
1563
):
Auff daß die groß sich geringer mit, | Denn gar zuͦ vil vortheil lohn taug nit.
Langen, Myst. Leben
172, 13
(
nobd.
,
1463
):
zw geringern dem menschen / sein kranckhait.
Voc. Teut.-Lat.
m jr
(
Nürnb.
1482
):
Geringschetzu͂g kleinschetzu͂g kleinachtu͂g geringerung.
Fastnachtsp. (
nobd.
,
v. 1494
):
Die redt fur ir gespilen gar wol, | Nit das man die man geringern sol, | Sunder ir zal mit siben mern.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
17, 47
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Darczu besynne der mensch, das er solche [...] sund nicht begangen hat als ein ungelaubiger [...], das die sund geringern mug.
2.
s. (Adj.) 3.