genugtun,
V., unr. abl.;
Zusammenrückung von
genug
und
tun
; vgl.  6.
1.
›einer Bitte nachkommen, jm. Genüge tun, entsprechen; Genugtuung leisten‹.
In Texten rechtlichen Inhaltes belegt.

Belegblock:

Bachmann u. a., Volksb. (
alem.
,
15. Jh.
):
Der bischoff ted ir bett gnuog und gieng fur den keisser an sin krucken.
Köbler, Stattr. Fryburg (
Basel
1520
):
dem rechten wie recht ist gnuͦg thuͦn.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
82, 11
(
moobd.
,
1431
):
wie sich derselb veirtager in gegenwurtikait erberr leut hab erboten, dir von den seinen genuͦg ze tuͦn.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
A. 16. Jh.
):
wär der ambtman darin saumig von im genueg zu tuen, so sol er das bringen an den phleger.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
569
(
schles. inseldt.
,
1476
):
vnd haben geglobet [...] genẅck czu thwen, vnd das haben sÿ nicht gethoen.
Schmitt, Ordo rerum
603, 11
;
2.
›Buße tun; für jn. büßen und ihn dadurch rechtfertigen (von Christus gesagt); jm. Abbitte leisten‹; subst.: ›Werkgerechtigkeit‹.
In Texten religiösen Inhaltes belegt.

Belegblock:

Luther, WA (
1522
):
Die Papisten aber und yhre schuler, die dem todt und sund unnd hellen mitt wercken unnd gnugthun wollen entlauffen.
Ebd. (
1544
):
ob wol die Suͤnde ist durch Christi Blut getilget, das wir nicht duͤrffen dafur bezalen noch gnugthun.
Langen, Myst. Leben
169, 7
(
nobd.
,
1463
):
frag man den krancken, ob er berait sey, mit ganczem willen allen den genung zw thun, dy er ye all sein tag gelaidigt hat, mit worten oder mit wercken.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
81
(
Nürnb.
1517
):
er, als mensch, der gelitten und gestorben ist, hat genunggetan für uns alle.
Morgan u. a., Mhg. Transl. Summa
150, 27
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
dar umbe so wirt ir nihtes niht gelazen, daz er für einen andern müge genuogtuon.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
303
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Ob ainer mug genugtun die weil vnd er in todleichen sunden ist.
Dietz, Wb. Luther
2, 79
.
Vgl. ferner s. v. .