genos,
der
 ;
–/-sen
, auch
,
genosse,
der
 ;
–/-n
.
– Die unter 2 aufgeführten Bezeichnungen, vor allem in Verbindung mit
sein
, können auch adjektivischen Charakter haben; vgl. dazu
genos
(Adj.).
1.
›Gefährte, Genosse, Freund, Begleiter, Ehegemahl‹; vielfach mit Betonung der Ranggleichheit; auch in religiösen Bezügen.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
3014
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Diz manna daz ist der sun Got, | Der uz sines vater schoze, | Sinem ewigen genoze, Zu der megede wart gesant.
Große, Schwabensp. 222, a,
13
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
der drier, de vore gesait sint, ne mach nieman den anderen oberzuͤgen, wan der sin genoze ist.
Stackmann u. a., Frauenlob
7, 42, 14
(Hs. ˹
md.
,
M. 14. Jh.
˺):
Man gicht, in diutischem riche | si niender phaffe din genoz.
Reissenberger, Väterb.
3498
(
md.
, Hs.
14. Jh.
):
In eime tage ez geschach | Daz man kumen zuͦ im sach | Einen man zur werlte groz, | Wol der vrien genoz.
Wackernell, H. v. Montfort
40, 124
(Hs. ˹
wmd.
,
15. Jh.
˺):
Sin lip was vil ser zurstoszen, | das las also ich hine gan, | wann ettlich heiden, sin genoszen, | hant zu leyd mir vil gethon.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
539
(
mrhein.
,
um 1335
):
Horent, ir herren, wunder groz. | Lazarus was vnser genoz.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
3, 205, 10
(
mosfrk.
,
1349
):
wir und mit uns seß unser geborn moge, die unser genoße sint.
Valli, Baldemann
220
(
rhfrk.
/
nobd.
,
um 1350
):
Zu Francrich sin genoze | Besaz nie stuͦl des richis.
Froning, Alsf. Passionssp.
6949
(
ohess.
,
1501 ff.
):
Nu horet here, myn gnosßen.
Hübner, Buch Daniel
6213
(
omd.
, Hs.
14.
/
A. 15. Jh.
):
Dirre kunge mittewist | Was Darius genoze.
Neumann, Rothe. Keuschh.
1625
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
Der turtelduben sollen wir nicht | vorgessen [...] | ess si ein vogil van schemden gross | unnd had gar lieb sinen genoss.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 164, 4
(
Bautzen
1567
):
Jesus Christus warer mensch vnd Gott, | Am Creutz vorgaß er nicht seiner gnoß.
Palm, Veter Buoch
50, 1
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Dar sleich er durch sin kintheit tougenlichen nach im vnd sach den tufel siczen in dem tempel mit grozer schar siner gnoze.
Henschel u. a., Heidin
616
(
nobd.
,
um 1300
):
Der ander wart do sin genoz | Er eilte vf den graven her. | Dvrch den stach er daz sper.
Gille u. a., M. Beheim
56b, 43
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Darumb so czich | igleicher sich | nach sein genossen.
Ebd.
71, 212
:
Im himel was ein streiten gros, | Sand Michael und sein genos, | die engel waren streiten.
Glitsch u. a., Hofger. Rottw.
36, 34
(
schwäb.
,
um 1435
):
derselb hofrichter mag, ob er wil, ainen under hofrichter setzen, der sin genosse, ouch ain graf oder ain frier herr sige.
Sappler, H. Kaufringer
16, 19
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
sölten wir sein genossen sein | in der ewigen hellepein.
Kläui, Schweiz. Urbare
2, 24, 2
(
halem.
,
1393
):
sol des gotzhus amtman dz guͦt darnah lihen eim der sin gnoss ist.
Thiele, Minner. II,
13, 64
(Hs. ˹
nalem.
/
sfrk.
,
1470
/
90
˺):
Unnd annder ir genossen, | der ich nit nennen will.
Koppitz, Trojanerkr.
9403
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Raine magtt wunnesam, | Bis in kampffe sin genoss, | Daz er nit werd siglos.
Leisi, Thurg. UB
5, 587, 16
(
Konstanz
1357
):
daz wir die vorgenanten fro Adelhaiten von Enne von gerihtes wegen bevogten soltin mit ainem vogt, der ir genoss waͤr.
Klein, Oswald
41, 60
(
oobd.
,
1428
):
herzog genannt, Pfalzgraff, kurfürsts genosse.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
146, 10
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Seine genossen, die das gschloss mit im besuechten, khamen all in den perg davon.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
128, 33
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Do ward auch der künig mit vil gueter herren, ritter und der genossen gefangen.
Bischoff, Steir. Landr.
224
(
m/soobd.
, Hs. 
v. 1425
):
dem mûs man sein er benemen mit zwain, die sein genos sind.
Piirainen, Stadtr. Sillein 147, r,
24
 f.(
sslow. inseldt.
,
1378
):
er sol sy weysen an irez herren genoz.
Päpke, Marienl. Wernher
13249
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 37
;
Schmitt, Ordo rerum
79, 11
;
Voc. Teut.-Lat.
l iijv
;
Maaler
169r
;
Hulsius
F irv
;
Henisch
1496
;
Dietz, Wb. Luther
2, 77
;
Schwäb. Wb.
3, 365
;
Schweiz. Id.
4, 819
;
Vorarlb. Wb.
1, 1122
.
2.
›Teilhaber‹; ütr.: ›Vergleichbares, Ebenbürtiges‹.
Syntagmen:
in Verbindung mit
sein
: ›vergleichbar, ebenbürtig, einer Sache teilhaftig sein‹.
Wortbildungen:
genosgut
›einer Genossenschaft gehörendes Gut‹ (a. 1500).

Belegblock:

Welti, Stadtr. Bern
606, 25
(
halem.
,
1539
):
Wie alt ein mensch sin solle, das er der statt rechte gnoß sin moͤge.
Koller, Reichsreg. Albr. II.
147, 10
(
1438
/
9
):
das Vlrich etc. die Eytzinger freiherren genosz seyn.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
263, 4
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Do sy die statt ersahen | unnd ir gezierde gross, | sy paide des verjahen, | das sy nie sähen an reichait ir genoss.
Winter, Nöst. Weist.
3, 122, 17
(
moobd.
,
1441
):
ainem erbarn sentmässing der aigens insigl genoß ist mit ainem brief oder mit dem nachrichter selber.
Adomatis u. a., J. Murer. Hest.
576
(o. O.
1567
):
Sin guͦtthat die ist zimlich groß | Drumb ist er einer guͦthat gnoß.
Schwäb. Wb.
3, 367
.