gemeinig,
gemeiniglich,
Adj.;
gemeiniglichen,
Adv.
1.
›allgemein (verbreitet), insgesamt, generell; gemeinsam, gemeinschaftlich‹;
vgl. (Adj.) 3456.
Bedeutungsverwandte:
 1; vgl.  2, .

Belegblock:

Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
204, 14
(
thür.
,
1474
):
daz die meistere unde das hantwergk gemeyniclichen der fleyschouwer dißer sachen sachwaldigen und meteclager gewest sint.
Thür. Chron.
5v, 28
(
Mühlh.
1599
):
sie drungen sich auch nicht vmb die Regierung / wie dann jtzundt gemeiniglich geschicht.
Opitz. Poeterey
9, 27
(
Breslau
1624
):
das er die andern kuͤnste vnd wissenschaften / von welchen man rechten nutz vnd ehren schoͤpffen kan / gemeiniglich hindan setze.
Keil, Peter v. Ulm
79
(
nobd.
,
1453
/
4
):
ein gute salbe, die alle gelert ertzt gemeyniglichen prauchen.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1544
/
5
):
Wir, die ratgeben, die zu den zeiten ratgeben warend, und wir die burger gemaincklich [...] verjehen und tun kund.
Bauer, Geiler. Pred.
101, 11
(
Augsb.
1508
):
Diße mennschen seind auch gemainklich nutz der cristenlichen kirchen.
Klein, Oswald
110, 9
(
oobd.
,
1417
):
dafür liebt mir ain rotter mund | von Swaben her, wort, fort, gepër, | person, gestalt gemainiklichh.
Dirr, Münchner Stadtr. (
moobd.
,
um 1365
):
Ez suͤllen all weinschencken und leitgeben und all purger gemaincklich all ir kandel pringen hintz dem gesworen zingiesser.
Turmair (
moobd.
,
1522
/
33
):
Sein auch gemainklich zwên päbst gewesen, der ein kaiserisch der ander für sich selbs.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1478
):
was auf das recht und beisizer zu Irning geen will, soll auf die gerichtsleut daselbs im Ennstall gemainklich geschlagen und von inen bezalt werden.
Schmitt, Ordo rerum
444, 7
;
Voc. Teut.-Lat.
l iiiv
;
Stieler
1, 883
;
Dietz, Wb. Luther
2, 72
f.;
Schles. Wb.
1, 395
;
2.
›alle gemeinsam, zusammen‹;
vgl. (Adj.) 36.
Bedeutungsverwandte:
 2.

Belegblock:

Löscher, Erzgeb. Bergr.
153, 45
(
omd.
,
1554
/
1633
):
hat der richter, bergkmeister undt rath die sachen gemeiniglich dahin gerichtet, daß der schuldige bergkmann bey den bergkwergk hat bleiben können.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
15. Jh.
):
da verputen und liessen auß rüffen gemainclichen all fürsten, gaistlich und werntlich.
Mayer, Folz. Meisterl. (
nobd.
,
v. 1496
):
Nun det gemeinclich holden | All volk den marschalck trew und stet.
Kehrein, Kath. Gesangb. (
Nürnb.
1631
):
Die Juden damals neydiglich, | Die schryen all gemeiniglich.
Chron. Augsb. (
schwäb.
, Hs.
16. Jh.
):
wir die burger gemainklich der stat Augspurg bekennen.
da kamen die reichsstett gemainclich gen Ulm.
Sappler, H. Kaufringer
16, 81
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
wie si die lüt gemaincleich, baide arm und auch reich, die da in der statt wärn, | moͤchten an leib und guot beswärn.
Gereke, Seifrits Alex.
8630
(
oobd.
, Hs.
1466
):
fuer den chaiser sy da tratten, | gemainklich sy in patten | das er geb zu herrn in | Perdicam, den ohaim sein.
Hohmann, H. v. Langenstein. Quästio
215, 8
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Darvber antwüerten dy lerer gemainchleich.
Drescher, Hartlieb. Caes. (
moobd.
,
1456
/
67
):
Seind das in der allten ee ein gesecz und gepot was das der priester, der fúr das volck gemanick sein gepett zu Gott sprechen solt, nwr allain in das pethaws [...] geen mocht [...] wie das volck aussen vor dem pethaws belaib.
3.
›meistens, in der Regel, üblicher Weise, im Allgemeinen, gewöhnlich, gemeinhin‹;
vgl. (Adj.) 56.
Bedeutungsverwandte:
 3.

Belegblock:

Oorschot, Spee/Seifert. Proc.
483, 13
(
Bremen
1647
):
so haben sie jhre eigene bestelte Leut darzu / gemeiniglich rechte Landtschelmen vnd Lotterbuben.
Mieder, Lehmann. Flor. (
Lübeck
1639
):
Wenn Vngluͤck vom Himmel faͤllt / so triffts gemeiniglichen die Frommen vnd Armen.
Luther, WA (
1528
/
9
):
wie er denn gemeyniglich nach einem wunder odder gutem werck ein sonderliche predigt odder Apologia gehalten, sein werck zuverteydigen.
Müller, Faustb.
911, 5
(
Frankf.
1587
):
die Haͤser sind gemeiniglich all gemalt.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
134, 15
(
thür.
,
1474
):
nachdeme in sollichin sachen gemeyniclichen frunde darczu geheyschet.
Opitz. Poeterey
39, 22
(
Breslau
1624
):
Denn mann dem weiblichen in diesem genere carminis die oberstelle leßt.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 303, 27
(
nobd.
,
um 1428
):
Darein gehoͤren zweinzig morgen ackers, das ist gemeinclich durch einander guts velde.
Turmair (
Nürnb.
1541
):
was zwischen der Elben ubd Weichsel gewont hat, das seind gemeinklich vor zeiten die Teutschen genent worden.
Trunz, Meyfart. Tub. Nov.
8, 9
(
Coburg
1626
):
Durch den Gerechten verstehen die Kirchenlehrer gemeiniglich die heiligen Martyrer.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1536
):
bald man ain ding bessern will, so macht mans gmainclich erger.
Bauer, Geiler. Pred.
96, 15
(
Augsb.
1508
):
wirt dise bewegung des gemuͤtes gemainklich genant ynnerlich jubilieren.
Henisch (
Augsb.
1616
):
Der apffel felt nicht weit vom Baum / das ist / von ehrlichen leuten / wachssen gemeingklich ehrliche Kinder.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
164
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Die menschen haben gemainichleich iren leichnam lieb.
Roth, E. v. Wildenberg (
moobd.
,
v. 1493
):
Der Arnold wirt gemeincklich gesetzt fur einen tirannen.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid. (
m/soobd.
,
1561
):
wan aber der richter zwei jahr nacheinander verbleibt, wie gemainiglich zu geschechen pflögt.
Bauer, Haller. Hieronymus-Br.
104, 21
(
tir.
,
1464
):
Von der selbigen schnöden sünnd chümt {...] chrieg vnd gemainikleichen alles v̈bel.
Dietrich. Summaria
20v, 31
;
Sappler, H. Kaufringer
8, 53
;
Goldammer, Paracelsus
7, 171, 11
.