gemein,
Adj.
1.
›aus einfachen Verhältnissen stammend, zur breiten Masse des Volkes oder einer seiner Gruppen gehörig, von niederem Stand, nicht adlig, einfach, gewöhnlich, arm (mit Bezug auf Personen und Kollektiva)‹; ›einfach, herkömmlich, grob (mit Bezug auf Sachen)‹.
Bedeutungsverwandte:
(Adj.) 4, (Adj.) 2,  6, .
Syntagmen:
der g. bauer / bürger / christenmensch / eidgenosse / handwerker / knecht / man / mensch / täufer, die g. bauernschaft / frau / person, das g. bet / diet / gepöbel / handwerk / mägdelein / volk
.

Belegblock:

Chron. Magdeb.
2, 146, 12
(
nrddt.
, Hs.
1601
):
sein viel loser Handtwercksknechte und allerley gemeines gepöbels in der Kirchen geblieben.
Mieder, Lehmann. Flor.
94, 23
(
Lübeck
1639
):
Im Parnasso ist beschlossen / daß die Reformaciones nur vor den gemeinen Poͤffel vnd nicht vmb fuͤrnehme Leut anzustellen.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
653, 4611
(
Magdeb.
1608
):
Der Gmein Frosch vnd Alber Mann / | Der nie zuvor zum Kriege kam / | Verstund das Spießfellen nicht recht.
Luther, WA
33, 7, 33
(
1530
):
Dem gemeinen pöfel stinckt sein Adem nach dem geitz.
Große, Schwabensp.
114, a
, 23 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Geschicht iz aber in eyner stat, so sal man zuͦ boten nemen eynen gemeynen man, der an sime rechte vulkomen si.
Chron. Köln
2, 256, 14
(
Köln
1499
):
so men dan alzo wenich duitscher croniken vint under dem gemeinen man.
Wyss, Limb. Chron.
79, 8
(
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
da worden di juden zu Prage in Beheimen irslagen unde irmort von der stat unde von den gemeinen burgern.
Rudolph, Qu. Trier
50, 9
(
mosfrk.
,
um 1540
):
Eß sollen zwene der gemeiner burgerschaft zue kistensitzern verordnet werden.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 53, 7
(
hess.
,
1500
):
dadurch vil clage von gemeynem folcke entstanden ist.
Ebd.
1, 206, 32
(
hess.
,
1607
):
Wo dann sachen das gemeine handtwerck [...] betreffendt furfielen.
Behrend, Magd. Fragen
29, 22
(
omd.
,
um 1400
):
Meldit abir eyn gemeyne burger der stat heymlicheit adir rat, do her zcu geruffen ist, unde bekennet des, so sal her das vorbuszen.
Skála, Egerer Urgichtenb.
171, 9
(
nwböhm.
,
1575
):
hab von den gemeinem man Im dorff gehortt das man den hopffen In geßen gestraut haben.
Mathesius, Passionale
50r
, 25 (
Leipzig
1587
):
Der Landpfleger Pilatus lest jhn / als einen geringen vnnd gemeinen Menschen aus dem Poͤbel | geisseln.
Böhme, Morg.R.
143, 13
(Hs. ˹
schles.
,
1612
˺):
Wer waren die Propheten / groß und klein? gemeine und geringe Leutlein.
Chron. Nürnb.
1, 155, 35
(
nobd.
,
1388
):
daz sich die stet an rehte uff gemain lewt lassen benuͤgen.
Gille u. a., M. Beheim
104, 321
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
Cristen warn dy gemainen leut.
Loose, Tuchers Haushaltb.
111, 15
(
nürnb.
,
1514
):
den armen im Spital iedem 2 ₰ dem Anton ein gemain pet czu thun.
Ebd.
167, 23
(
1515
):
er wol schreiben und leßen kan, auch mee dann ein gemainer knecht ist.
Vetter, Pred. Taulers
177, 14
(
els.
,
1359
):
wir gemeinen cristene menschen wir súllen vil eben war nemen was unser ambacht súlle sin.
Behrend, Spangenb. Anbindbr.
5, 98
(
Straßb.
1611
):
Darumb der gmeine Man hernach / | Die Nahmen auch auss Unverstand | Verkürtzt.
Chron. Augsb.
7, 318, 2
(
schwäb.
, zu
1558
):
das hailig und rain wort Gottes [...] zuͦ predigen und gemainem volck fürzuͦhalten.
Ebd.
332, 11
(zu
1558
):
Es seind [...] an baiden seiten die gemainen burger in iren harnisch mit langen spießen gestanden.
Ebd.
8, 333, 8
(zu
1547
):
Darnach ist den landtgrävischen gesandten [...] durch churfürsten, fürsten und gemaine stendt audientz gegeben worden.
Sappler, H. Kaufringer
12, 38
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
das die gemain baurschaft was | und auch der pfaff in wirtschaft.
Kohler, Ickelsamer. Gram.
7, 22
(wohl ˹
Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺):
das mancher vater seine kinder dahaymen dadurch leret, das sy nit [...] in gemainen oͤffentlichen schulen vnder den boͤsen kindern [...] verderbt wurden.
Rennefahrt, Stadtr. Bern
153, 31
(
halem.
,
1352
):
so sol er einen gemeinen man nemen in den rat ze Berne.
Ders., Statut. Saanen
117, 22
(
halem.
,
1475
):
do kamen fuͥr mich die voͤgt der gemeinen dorf luͥtten und ließen ein offnung toun von ir schwellei wegen.
Müller, Alte Landsch. St. Gallen
36, 11
(
halem.
,
1594
/
1630
):
wie sich dann ain herr des gotzhaus Sant Gallen und gemain gotzhauslüth gegen ainandern in ewigkeit verschriben habend.
Koller, Ref. Siegmunds
303, 31
(Hs. ˹
Basel
,
um 1440
˺):
Daenoch mahten gemein herren ingesigel und ist nuͦ als gemein worden, das yederman wil ein ingesigel han.
Lauater. Gespaͤnste
32r
, 30 (
Zürich
1578
):
Der Barfuͤsser Orden aber wirt bym gemeinen mann gar für ein heiligen stand gehalten.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
67, 15
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
der gemayn purger, pawr und hantwercher, der man, sein knecht und diern ains all wochen ain phenning gab.
Ebd.
183, 34
:
Es mues die straf von erst uber die grossen hewbt gen, darnach uber die gemain.
Ebd.
237, 39
:
Als dann laider ain mortlicher krieg gewesen ist und vil hern und gemain lewt umb sint komen.
Turmair
4, 850, 25
(
moobd.
,
1522
/
33
):
warden die christen allenthalben von dem g‘main volk und den richtern [...] für gericht geschlept.
Rintelen, B. Walther
74, 20
(
moobd.
,
1552
/
8
):
Wie es mit dem gemainen Mann in Crain mit Abfertigung der wittib gehalten würdet, wenn kein Heurath Vermächt noch Künder verhandten.
A. à S. Clara. Deo Gratias
36, 17
(
Wien
1680
):
Daß Esther aus einem gemeinen Maͤgdlein eine Koͤnigin worden.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
27, 2
(
m/soobd.
,
16. Jh.
):
welcher aber das hinder, schlechtest traid wurde bringen und nit von gemeinen, grossen haugen, der soll nach billigkeit gestraft werden.
Schorer, Sprach-Verd.
39, 9
(
1643
):
Wer will einem gemeinen Mann / einem Bawren sagen / was Conjunction ist.
Brinkmann, Bad. Weist.
104, 4
;
Ermisch, Freib. Stadtr.
89, 8
;
Chron. Strassb.
135, 4
;
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 1841
;
Morrall, Mandev. Reiseb.
65, 25
;
Fischer, Eunuchus d. Terenz
194, 18
;
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
140, 7
;
Bremer, Voc. opt.
269
;
Schmitt, Ordo rerum
444, 7
;
Voc. Teut.-Lat. l iijr; l iiv;
Voc. inc. teut. h vijr;
Dasypodius
331v
;
Serranus
80v
;
81r
;
Hulsius F ivr;
Maaler
166v
;
167r
;
187r
;
Henisch
1483
 f.;
Stieler
1, 881
 f.;
Dietz, Wb. Luther
2, 70
 f.;
Shess. Wb.
2, 1236
;
Pfälz. Wb.
3, 188
;
Bad. Wb.
2, 359
;
Schwäb. Wb.
322
 f.;
Schweiz. Id.
4, 299
;
Vorarlb. Wb.
1, 1114
;
Rwb
4, 72
.
2.
sozial deklassierend: ›billig, niedrig, gewöhnlich, prostituiert‹.
Phraseme:
das gemeine weib
›Dirne, Hure; Prostituierte‹.
Syntagmen:
die gemeine dirne / frau / metze / tochter, das gemeine frauenhaus / fräulein / haus / weib
.

Belegblock:

Chron. Magdeb.
2, 159, 25
(
nrddt.
, Hs.
1601
):
Dieser [Cappellan] hat mit eigenem trotze alda geprediget [...] das zue viel im gemeinen frawenhause gewest wehre.
Toeppen, Ständetage Preußen
5, 680, 37
(
preuß.
,
1521
):
gemeyne weyber belangendt wellen wir, das dieselben [...] keinerlei seidenwerg [...] nicht tragen sollen.
Luther, WA
30, 3, 216, 35
 f. (
1530
):
Ein gemein weib verdienet auch yhren lohn mit sunden.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
160, 15
(
rhfrk.
,
um 1435
):
dan ich weyß wol vor war / sy ist gar gemeyn.
Köbler, Ref. Wormbs
215, 15
(
Worms
1499
):
Etlich heissen Bastardi spyry od’ manseres die võ gemeine͂ frawen geborn werden.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
51, 7
(
omd.
,
1487
):
dÿe súnde seins ehbruchs, er mitt Dalila dem gemeÿnen weibe [...] vorbracht.
Neumann, Rothe. Keuschh.
1873
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
sancte Affra was auch gemeine | unnd ward van gote also reine | das sy besitzt der merteler schar.
Fastnachtsp.
1111, 39
(
nobd.
,
15. Jh.
):
Die gemeynen weib clagen auch iren orden | Ire weyde sey vil zu mager worden.
Chron. Nürnb.
5, 696, 3
(
nobd.
,
E. 15.
/
A. 16. Jh.
):
da komen gemaine weib hie auß dem gemainen frawenhaus zum burgermeister.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
1, 81, 11
(
Straßb.
1466
):
das die offen súnder vnd gemeinen weib
[Luther
1545
:
Huren
]
geend vor eúch in das reich gotz.
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 289, 40
(
Straßb.
1545
):
nit dest minder muß ihm ein jar lang groß gelt vom gemeinen haus geben.
Chron. Augsb.
4, 337, 17
(
schwäb.
,
v. 1536
):
zuͦ Augspurg hat ain rat abthan die offnen gemeinen 2 frauenhäuser.
Ebd.
8, 125, 15
(zu
1561
):
Auf mittwuch [...] hat ain landtsknecht [...] ain gemaine diern [...] in leib gestochen.
Jörg, Salat. Reformationschr.
717, 6
(
halem.
,
1534
/
5
):
gedachtz Zürchers wyb / die ein gmeyne maͤtz gsyn was / dem allten gar grobe wort und reden darwarff.
Winter, Nöst. Weist.
1, 964, 31
(
moobd.
,
14. Jh.
):
all pader, all spileut und all gemain tochtern sullen dem verigen nichts phlichtig sein.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
68
.
3.
›allen gemeinsam, nützlich, verpflichtet; gemeinschaftlich, alle zusammen, allgemein; zur Allgemeinheit der Gemeinde gehörend, sie vertretend, repräsentierend‹.
Phraseme:
der gemeine nuz
;
der gemeine man
o. ä. ›Schiedsmann‹.
Syntagmen:
der gemeine
›einer Gemeinschaft, Gemeinde zugehörende‹
amptman / hirte / junker / knecht / man / minister / obman / vicari / zentgraf
,
der gemeine
›in seiner Gesamtheit existierende‹
convent / rat / stand, die gemeine bürgerschaft / christenheit / landschaft / regierung / schar / stat, das gemeine dorf / volk; der gemeine
›(allen) gemeinsame‹
bau / brunnen / eid / feind / freund / kirchhof / wille, die gemeine antwort / büchse
›Kasse‹
/ not / natur, das gemeine vaterland / vieh / gebot / geld
›Steuer‹
/ gespräch / heil / leben / werk
;
etw. mit jm./etw. g. haben, allen / mereren g. sein
(von Besitz, Eigenschaften),
sich mit jm. g. machen
›sich mit jm. vertraut, bekannt machen‹.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
52, 269
(
Magdeb.
1608
):
Denn wie die Sonn vnd Lufft ist gmein / | Soll auch der tranck des Wassers sein.
Ebd.
633, 6971
:
Thatn ein Fußfall die Meuͤß gemein / | Das Gott ja wolt jhr beystandt sein.
Luther, WA
32, 66, 17
(
1530
):
wie denn zuvor die Munche und itzt unsere rotten leren, das man nicht Gottselig ynn einem gemeinen stand leben kunne.
Alberus, Barf. Vorr. Alb.,
7, 25
(
Wittenb.
,
1542
):
Das ist die Weise im Bapstumb zu visitieren / welchs des Endchrists Bischoue mit den Hurenwirten / Dieben vnd Moͤrdern gemein haben.
Leman, Kulm. Recht
2, 5, 27
(
Thorn
1584
):
Wer syn vyhe andirs wo hyn trybet wen vor den gemeynen hyrten, der sal deme hyrten syn volles lon geben.
Große, Schwabensp.
166, a
, 32 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Eynes ielichen watzers strames vluͦzze ist gemeyne zuͦ watene vnde zuͦ vischenene.
Schützeichel, Mrhein. Passionssp.
90
(
mrhein.
,
um 1335
):
Ich deufen vch alle gemeine | in des namen eine, | der schiere nach mir kommen sal.
Buch Weinsb.
2, 133, 12
(
rib.
,
1564
):
war zu Frankfort bussen die stat uff den gemeinen kirchof begraben.
Wyss, Limb. Chron.
87, 22
(
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
da entstont ein zweiunge zu Colne zuschen den scheffen unde dem gemeinen rade.
Chron. Mainz
1, 16, 32
(
rhfrk.
,
15. Jh.
):
ez hant auch die alden radhern und die nuen [...] nu mit einander gesworen of den helgen ein gemeinen eid.
Köbler, Ref. Wormbs
195, 6
(
Worms
1499
):
ob auch eins oder mer der andern kinde oder der gemein nutz kirchen Spital oder derglychen erben gesetzt weren.
Brinkmann, Bad. Weist.
327, 15
(
rhfrk.
,
1551
):
all gemeine knecht werde durch junker Hansen oder den schulthessen von seinetwegen und die achtzehen gedingt und angenomen.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
10, 2
(
Frankf./M.
1568
):
Man muß fürtreffliche vnd gelehrte Maͤnner haben / durch welcher weißheit der Gemein nutz vnd Stattregiment [...] gehandthabt werde.
Froning, Alsf. Passionssp.
4488
(
ohess.
,
1501 ff.
):
mer syn geladen alle gemeyn, | beyde groiß und kleyn.
Ebd.
6352
:
Nu horet, ir herren alle gemeyn.
Feudel, Evangelistar
58, 5
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
in gemeynem rate bunden sy Jhesum unde vurten unde entworten en Pylato.
Quint, Eckharts Pred.
1, 67, 1
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Den sin hân ich gemeine mit den tieren und daz leben ist mir gemeine mit den boumen.
Ebd.
2, 63, 4
:
daz ich ein mensche bin, daz ist ouch einem andern menschen gemeine mit mir.
Thiele, Chron. Stolle
103, 12
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
do wart eyne gemeyne merfart in das heilge lant keyn jerusalem.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 235, 3
(
Leipzig
1537
):
Nu sollen wir all froͤlich sein, | Yetz vnd zu allen gezeytten, | Das Christus vnser Herr gemeyn, | Uns den rechten weg wil leytten.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
97, 23
(
nobd.
,
1430
):
das mein herr von Rieneck einen zentgraven zu dem gemein zentgraven setzen mag.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
67, 32
(
Nürnb.
1548
):
Denn der befelh vom gebet / ist ein gemeiner befelh.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
262, 12
(
els.
,
1362
):
Do antwurten sú alle mit gemeiner stimme er hette den dot furschuldet.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
1, 71
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
wenne got ein gemein gvͦt ist vnd wenne sine grundelose minne gemeine ist, har vmbe git er sine gnade in zwein wisen.
Ebd.
2, 980
:
alle die eigenschaft mit vs fliessenden werken sint gemeine allen den personen.
Morrall, Mandev. Reiseb.
113, 1
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
alles daz daz in dem land ist, das ist gemain von allen dem das da wachst.
Morgan u. a., MHG. Transl. Summa
25, 12
(
schwäb.
,
14. Jh.
):
die tat dez annemenden die gat für von götlicher craft, die da gemein ist den drien personen.
Hauber, UB Heiligkr.
2, 416, 22
(
schwäb.
,
1515
):
Sunst sollen die von Hailigkrutzstall Bintzwangen und Hundersingen irn gemainen trib in den hoͤlzern mitainander haben.
Chron. Augsb.
8, 385, 4
(
schwäb.
, zu
1551
):
send sie auf ainen gang zuͦsamen komen, sich auf ain gemaine antwurt zuͦ underreden.
Banz, Christus u. d. minn. Seele
2044
(
alem.
,
1. H. 15. Jh.
):
Hie sind sy kommen úber ain | Und wend nu alle ding han gemain.
Leisi, Thurg. UB
6, 306, 27
(
halem.
,
1364
):
Wir, Heinrich, von gottez gnaden bischof ze Costentz, ein gemeinr erwelter schidman in disen nach geschriben sachen.
Boos, UB Aarau
184, 34
(
halem.
,
1395
):
der egenant schultheis [...] und der vorgedacht Ettenhein [...] vor uns kament und satztent uff der erberen, bescheiden Hartman von Erenfels unsern burger ze Basel als uff einen gemeinen man
(›Schlichter, Schiedsman‹).
Rennefahrt, Statut. Saanen
110, 19
(
halem.
,
1452
):
so soͤllen die vier ein gemeinen obman
[›Schiedsman‹]
erwellen.
Ders., Recht Laupen
235, 8
(
halem.
,
1545
):
dwyl sy doch die fuͤrungen, gemeine werck und tagwan als woll als die andern thuͦind.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
466
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
wan der werde Jhesus Crist | Allain nitt komen ist | Umb die juden [...] | Denn umb der welt gemains hail.
Rieder, St. Georg. Pred.
104, 28
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
Daz dritte ist daz dú sunne gemain ist.
Klein, Oswald
112, 15
(
oobd.
,
1438
):
das göttlich gerechtikait | geordnet ist an underschait | in aller christenhait gemain.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
134, 3
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Do das geschach, wardt ain gemayne stewr darauff geschlagen.
Dirr, Münchner Stadtr.
417, 23
(
moobd.
,
um 1365
):
sol diu maur payden haͤwsern gemain sein als lanch diu maur ist.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
519, 7
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Je ainer patt den annderen, | damit es kam gantz in das volck gemaine.
Winter, Nöst. Weist.
1, 927, 32
(
moobd.
,
1450
):
man sol gemain varen in dem snit.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
97, 20
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Umb das ward er von gemainem rat verdampt zu dem tod.
Rintelen, B. Walther
111, 22
(
moobd.
,
1552
/
8
):
Wie es mit den gemainen brieflichen Urkunden in der Thaillung gehalten werden solle.
Mell u. a., Steir. Taid.
37, 3
(
m/soobd.
,
1568
):
solle jeder richter dise ordnung alle jar auf wenigist auf ain mal [...] in gmainer besamblung wan ain richter erwelt und bestät wirdet offentlich verlesen.
Piirainen, Stadtr. Sillein
43r
, 31 (
sslow. inseldt.
,
1378
):
Von den dy gut haben mit eyn ander gemeyn.
Piirainen, Igl. Bergr.
31, 25, r
(
slow. inseldt.
,
16. Jh.
):
daz soll man Dreyen gemainen Mannen
›Schiedsrichter, Mittelsperson‹
geben vff Iren aidt.
Helbig, Qu. Wirtsch.
1, 47, 15
;
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 212, 29
;
Behrend, Magd. Fragen
33, 3
;
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
183, 10
;
Wickram
4, 42, 5
;
Memminger Chron. Beschr.
19, 10
;
Welti, Stadtr. Bern
108, 13
;
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 405, 14
;
Wackernell, Adt. Passionssp. St.
1, 1011
.
4.
›allen, der Gemeinschaft, der Gemeinde gehörend, zukommend, dienend; öffentlich‹.
Phraseme:
die gemeine hand
›der Allgemeinbesitz‹.
Syntagmen:
der gemeine (almus)kasten / schaz, die gemeine marktordnungsmünze / were, das gemeine gelt / gut
,
der gemeine anger / berg / erbweg / friedhof / grund / kirchhof / stollen / weg, die gemeine herde / mark / matte / schule / weide, das gemeine dinghaus / erdreich
›Land‹
/ feld / gericht / haus / holz / land / kornfeld / wasser
.
Wortbildungen:
gemeinschaz
›öffentliche Kasse‹ (a. 1512).

Belegblock:

Chron. Magdeb.
2, 97, 27
(
nrddt.
,
1565
/
6
):
wart bewilligt aus dem gemeinen kasten des Reichs für bis anher ergangene kostungk hundert tawsent.
Große, Schwabensp.
187, a
, 23 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
vluͦzet daz water vz, daz sol man weren mit gemenem guͦte.
Lamprecht, Dt. Wirtschaftsl.
3, 286, 19
(
mosfrk.
,
1471
):
das sie [...] etliche felde und weiden, die bisher gemein gewest sint, zu wiesen mogent machen.
Wopfner, Urk. Agrargesch.
265, 12
(
hess.
,
1343
):
daz he gevaren habe uf die gemein weide des dorfes.
Schmidt, Frankf. Zunfturk.
1, 522, 4
(
hess.
,
1501
):
das sollich der knecht gemeyn gelt erlich zu derselben knecht gemain nutz [...] behalten werd.
Behrend, Magd. Fragen
50, 4
(
omd.
,
um 1400
):
Der borggreve sal zcu rechter czit unde in rechter dingestat bynnen der stat muer, do das gemeyne dinghuz ist, mit deme scholtis unde scheppin syn ding hegen.
Küther, UB Frauensee
106, 6
(
thür.
,
1342
):
wer czu in kuͦmit in unse clostir umme virczen phund heller gutir gemeyn were.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
61, 11
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
di stat do das gemeyne gerichte ist.
Mon. Boica, NF.
1, 623, 13
(
nobd.
,
1414
):
Sie haben ein gemein holcz, daz sie getrewlichen hegen.
Ebd., NF.
2, 1, 3
o2, 29 (
um 1428
):
darein gehoͤren syben morgen ackers, das ist gemein kornfelde.
Ebd., NF
2, 1, 203, 15
(
1464
):
Geltguͤlt von gmayn rewteckern.
Chron. Nürnb.
3, 146, 10
(
nobd.
,
1488
):
also daß kein underschaid mocht gehabt werden under dem gemainen haus und wirtshaus.
Chron. Strassb.
322, 9
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
do muͦstent in die stat begraben und bestatten von dem gemeinen guͦte.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel
10, 145, 5
(
Straßb.
1466
):
sy pauwten ein gemeine schuͦle
[Luther
1545
:
heidnische Spielheuser
]
in iherusalem.
Chron. Augsb.
7, 327, 25
(
schwäb.
, zu
1558
):
daß er [...] ain wasserlaitin oder aquaeductum auf unsern gemainen Freithof angerichtet.
Ebd.
8, 412, 14
(zu
1554
):
er [...] wer nu dahin komen, daß er mit inen von gemainen reichssachen wolte ratschlagen.
Ebd.
9, 98, 7
(
1544
/
5
):
der durchleuchtig und hochweis römisch senat [...] gabend aus dem gmainen schatz der statt Rom reichlich dar.
Kläui, Schweiz. Urbare
2, 22, 37
(
halem.
,
1386
):
2 juchert lit bi dem bach uf und bi den gemeinen matten niden.
Rennefahrt, Statut. Saanen
317, 17
(
halem.
,
1648
):
das man inskünftig den küescheid und abfart ab den gemeinen bergen im land Sanen solle an dem ersten tag nach dem ersten märit haben.
Ders., Recht Laupen
72, 16
(
1669
):
habend ihr gn. ihnen ihres theils die begehrenden acht stuk eichen in dem gmeinen holtz Galm bewilligt.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
50, 17
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
das man eyn gemaynß gelldt in den drein lanndten abnam.
Winter, Nöst. Weist.
3, 25
(
moobd.
,
1555
):
das wir haben ain gemain anger bei den phlanzsteigen.
Ebd.
4, 183, 40
(
1413
, Hs.
16. Jh.
):
daß ein gemeine viechtrifft ist, die die gmein soll aufschlagen zu irem nutz.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
12, 37
(
smoobd.
,
1637
):
Die waiden, so auf gemainen grund wachsen, sollen allweeg nch ostern unverbotten sein.
Ebd.
154, 24
(
smoobd.
,
1585
):
soll er [...] den nachtbarn über ire gründ, wo nit gemain weeg sein, ân iren willen nit faren noch treiben.
Wopfner, Bauernkr. Tirol
106, 33
(
tir.
,
1525
):
dhweil aber numals gemaine nachtperschaft ainen newen steg auf ain frey gemain grieß zu machen begert.
Bretholz, Liechtenst. Herrsch.
58, 31
(
smähr. inseldt.
,
1414
):
Auch ist daselbs ein gemain holcz.
Piirainen, Stadtr. Kremnitz
2
(
mslow. inseldt.
,
1492
):
In wellchenn pergstettenn gemaÿne Stollen sein.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
77, 5
;
Hauber, UB Heiligkr.
1, 536, 5
;
Lemmer, Brant. Narrensch.
99, 52
;
Piirainen, Stadtr. Sillein
85, r
, 38;
Schwäb. Wb.
3, 342
.
5.
›weit verbreitet; allgemein, üblich, gültig, bekannt; gewöhnlich, gängig‹.
Syntagmen:
der gemeine wein, das gemeine bier / brot / salz / wasser, der gemeine befel / glaube / lauf
›Entwicklung‹
/ lon / mittelpunkt / nuz / psalm / sin / verstand, die gemeine gewonheit / klage / kost / lere / minne / rechnung / rede / sage / sprache / stimme / strafe / teuerung / weise / wolfart / zal, das gemeine bekentnis / gebet / gericht /geschrei / gesez / leben / lied / mas / recht / sprichwort / werk / wort; etw. g. machen
›etw. bekannt, zugänglich machen‹,
g. werden
›üblich werden‹,
g. sein
›für alle dasein‹.
Wortbildungen:
gemeinhellig
(a. 1613) ›mit allgemeiner Zustimmung, einstimmig‹.

Belegblock:

Chron. Magdeb.
2, 234, 15
(
nrddt.
,
1505
):
man sal keinen süsen wein [...] schencken [...] sundern allein Reynischen, franckischen ader anderen gemeinen wein und bier.
Ebd.
2, 49, 1
(
1565
/
6
):
die gemeine sage war, h. Moritz were selber hie mit gewesen.
Ebd.
2, 143, 8
(Hs. 
1601
):
das die deutschen Lieder und Psalmen so gemeine worden, daß die von gemeinem Volcke dieselbigen dornach teglich in allen Kirchen [...] offentlich gesungen.
Ebd.
184, 4
:
Es gehet die gemeine rede uberlaut alhie zue Magdeburg, daz [...].
Mieder, Lehmann. Flor.
258, 6
(
Lübeck
1639
):
Es ist gemein Ding / daß alle Sontag die Sonn scheint.
Mendthal, Geom. Culm.
63, 7
(Hs. ˹
preuß.
,
A. 15. Jh.
˺):
Of dy ueltmose kan nymant geben gemeyne lere.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
227, 5623
(
Magdeb.
1608
):
Ich beruff mich auffs gmeine Recht / | Das in der welt trifft Herrn vnd Knecht.
Wyss, Limb. Chron.
92, 26
(
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
di waßer worden groß, also daz di Lane bi Limpurg ging ober iren gemeinen floiß funfzen fu0e ho.
Schöpper
89b
(
Dortm.
1550
):
Vsu receptum. Gemein gebreuchig gewoͤnlich pfleglich uͤblich gewon gepreuchlich ganghafft gangbar im schwange leufftig gänge.
Gropper. Gegenw.
24r
, 12 (
Köln
1556
):
Ich bin eyn rechter Weinstock / Nit zwar eyn gemeiner Weynstock / sonder eyn Goͤtlicher Weinstock.
Stambaugh, Milichius. Zaubert.
12, 34
(
Frankf./M.
1563
):
Das ander gezeugniß geben die schrifften der Heyden / bey welchen die Zauberey sehr gemeyn ist gewest.
Ralegh. America
2, 18
(
Frankf.
1599
):
Es tregt auch zum Brodt Mays vnd Cassaus genug / wie denn alle andere Wurtzeln / die in West Indien gemein seyndt.
Quint, Eckharts Pred.
1, 67, 4
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Diu minne ist edel, wan si gemeine ist.
Strauch, Par. anime int.
95, 31
(
thür.
,
14. Jh.
):
waz der nature gemeine ist, da inmac si sich nicht ubir irhebin.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
44, 6
(
thür.
,
1474
):
wanne nach gemeynem rechte hette der erslagen bruder alle sin gud geerbet.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
34, 23
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
Ir gemeyne kost ist vleysch unde rys.
M. Cunitia. Ur. Prop.
154, 45
(
Öls
1650
):
Astronomisch numeriren [...] ist anders nichts / als schreiben [...] den werth [...] der Astronomischen zahlen / sampt der bezeichnung ihrer sorten / derer Valor mit characteren der gemeinen zahlen.
Chron. Nürnb.
1, 389, 6
(
nobd.
,
1420
/
41
):
in demselben jar ward ein gemeine teurung.
Rupprich, Dürer
1, 149, 51
(
nobd.
,
1520
):
Allein ich must anzeügen mit ein schrifftle unter meinem signet, das ich nit gemeine kauffmans wahr führet.
Sachs
12, 40, 9
(
Nürnb.
1548
):
Ein comedi zu recidirn, | In gmeinem teutsch zu eloquirn.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
117, 30
(
Nürnb.
1548
):
es ist ein sehr gemeine klag yetzund.
v. Birken. Erzh. Österreich
76, 14
(
Nürnb.
1668
):
Mit dieser Unruhe / ergienge es endlich nach dem gemeinen Spruͤchwort.
Strauch, Schürebrand
36, 31
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
ist doch leider under allen geistlichen lúten also gar gemeine und gewonlich worden.
Chron. Strassb.
270, 9
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
so erwele ich die gemeine ploge die den richen triffet also den armen.
Sappler, H. Kaufringer
16, 249
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
es sind aber gemain sachen, | das vatter und muoter gern lachen, | wenn das kind so schalklich tuot.
Chron. Augsb.
7, 69, 2
(
schwäb.
, zu
1548
):
dann solche puͤberei gar zuͦ gemain werden will.
Hauber, UB Heiligkr.
2, 373, 21
(
schwäb.
,
1489
):
Es sy och ain gemaine red, das uff sant Marien Magdalenen tag der ban uszgang.
Koller, Ref. Siegmunds
67, 8
(Hs. ˹
Augsb.
,
um 1440
˺):
kirchen verkauffen und verwechslen ist gemain worden.
Kohler, Ickelsamer. Gram.
20, 15
(wohl ˹
Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺):
Es muͤsten aber dise bildtnuß die namen der buchstaben so aigentlich [...], das ainem yedem menschen so gemain vnd brauchsam waͤr, das er darinn nit irren kündt.
Fischer, Eunuchus d. Terenz
121, 19
(
Ulm
1486
):
Es ist gar gemain das zornig leüt [...] sich darnach zuͦ andern keren zebedeüten das ir zürnen zimlich gewesen sei.
Welti, Stadtr. Bern
179, 9
(
halem.
,
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
soͤllent [...] nit me nemen [...] denn sechs guldin, oder so vil geltes, als ie zuͦ ziten gemeiner louf ist.
Schmidt, Rud. v. Biberach
59, 9
(
whalem.
,
1345
/
60
):
Doch wellen wir reden nach gemeiner gewonheit.
Köbler, Stattr. Fryburg
64, 32
(
Basel
1520
):
das sind nach gemeinem bruch guͦt kuntschafften.
Lauater. Gespaͤnste
17v
, 2 (
Zürich
1578
):
So ist gmein wenn der wyn im kopff überhand genommen vnd meister worden ist / daß die gsellen meinend es lauffe alles um die berg.
Ebd.
39v
, 13:
erschynend / ouch andere seltzame ding wider den gmeinen lauff der natur beschähend.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
114, 15
(
oobd.
,
1349
/
50
):
ain gemainer lêrspruch ist, daz elliu mertier herteu augen habent.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
28, 28
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
das gemain geschray was, es tatt der kayser von karchait wegen.
Ebd.
170, 11
:
Ainer klainen partey freyhait machen nicht ein gemain recht.
Bauer u. a., Kunstk. Rud.
2181
(
oobd.
,
1607
/
11
):
Ein hohe runde stotzuhr, sein 2 geheuß obeinander [...] zu oberst weisets die gemeine uhr.
Buijssen, Dur. Rat.
5, 6
(
moobd.
,
1384
):
Wann do di Romer wolten machen eine sprache, di von iren wegen in aller werlt gemaine wer, do seczten si in ordenung di lateinische schrift.
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst. Vorr.
91
(
moobd.
,
A. 15. Jh.
):
Nu hab ich den gemainen lauf dewtscher sprach nach des lanndes gewonhait fur mich genomen.
Vogel, Pract. Alg. Ratisb.
97, 16
(
moobd.
,
M. 15. Jh.
):
also wirt vnterweil aus dem gemain nenner der zeler.
Turmair
4, 113, 5
(
moobd.
,
1522
/
33
):
Die gemein wer waren damals pratspies, alantspies.
Winter, Nöst. Weist.
2, 6
ß2, 30 (
moobd.
,
1. H. 17. Jh.
):
das schelten fluechen und gottslestern, welches bei inen gemainer als das bëtten.
Siegel u. a., Salzb. Taid.
195, 20
(
smoobd.
, Hs.
17. Jh.
):
Alle gemain und frei tänz auf dem gei und albmer sei hiemit abgeschaft.
Piirainen, Stadtr. Sillein
104, r
, 17 (
sslow. inseldt.
,
1378
):
Sprichet abir gener erhab iz gechauft auf dem gemeynen markt.
Mollay, Ofner Stadtr.
109, 3
(
ung. inseldt.
,
1. H. 15. Jh.
):
Dy pächlerr sullen altzeit pesunder sten von den maisteren fleischagkeren vnd sullen an kainem tag fail haben, dan an den gemain wochen margkt tägen.
Kisch, Leipz. Schöffenspr.
185, 7
;
Dietrich. Summaria
22r
, 27;
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 121, 19
;
Chron. Augsb.
8, 410, 21
;
Klein, Oswald
112, 306
;
Baptist-Hlawatsch, U. v. Pottenst.
2020
;
Schwäb. Wb.
6, 2007
.
6.
›für alle geltend, allumfassend, im Allgemeinen, generell, insgesamt‹.

Belegblock:

Luther, WA
10, 1, 1, 60, 17
(
1522
):
ßo ist nu ditz beschreyben nichts anderß geweßen, denn eyn gemeyner auffsatz ynn allen landen.
Quint, Eckharts Pred.
1, 105, 1
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Daz wort lûtet grop und gemeine, und verstât doch wênic ieman, wie im si, und ist doch wâr.
Chron. Augsb.
7, 284, 3
(
schwäb.
, zu
1552
):
es wurdt auch nit geachtet, daß dem gemainen handel damit geholfen.
Jörg, Salat. Reformationschr.
39, 5
(
halem.
,
1534
/
5
):
Darum jch die gemeynesten nootwendigisten puncten [...] jn diser beschrybunge allso gebrucht han.
Köbler, Stattr. Fryburg
144, 13
(
Basel
1520
):
Ein gemein Statut so man lüt in Cloͤster versicht.
Scholz, Lanfrank. Chir. Parva
231v
, 11 (
md.
/
oobd.
,
1446
/
8
):
dar vmbe wilich hie scriben von / der dyetenn das sy sey ein gemenne / lerung czu allen wunden des hewbtes / ader geetteren gelider.
Turmair
5, 111, 19
(
moobd.
,
1522
/
33
):
lies herzog Thessel aus rat der bairischen bischof [...] ain gmain vasten durch das ganz land anschaffen.
Rintelen, B. Walther
105, 16
(
moobd.
,
1552
/
8
):
Es ist ein gemeine Regel, das sich kein Widerfall verjäre.
Piirainen, Stadtr. Sillein
60, r
, 6 (
sslow. inseldt.
,
1378
):
Nu sagen auch sumlich leute daz dy fuͤrsten bei kaiser fridereiches zeiten in selber sazten vnd mit gemaynem rate der leute Ob eyn frei man eyn eigen weip neme.