1
gemächt,
das
;
-s/-e
auch
,
auch
die
;
-(e)s/-e
, auch
;
zu
mhd.
gemaht
›testiculi, genitalia‹
().
›Zeugungskraft; (männliches) Zeugungsglied, Geschlechtsteil, Penis; Unterleib‹.
Bedeutungsverwandte:
.
Syntagmen:
die/das g. abschneiden / ausschneiden / drücken / öfnen; in die/das g. stechen
.
Wortbildungen:
gemächthode
,
gemächtstich
›Stich in die Genitalien (zu Heilzwecken)‹,
gemächtwunde
.

Belegblock:

Chron. Köln (
rib.
,
um 1400
):
do quam ein ander ind stach in in sin gemecht bis hei doit was.
J. W. von Cube. Hortus
83, 33
(
Mainz
1485
):
Diß krut [...] geleyt vff den buch zwischen den nabel vnd dem gemechte benympt groß lenden wee.
Belkin u. a., Rösslin. Kreutterb.
150, 16
(
Frankf.
1535
):
Wer geletzt were an dem gemecht / der neme diß puluers.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe (
thür.
,
1421
):
Das achte die scorpio, kalt unde nass, wirket an das gemechte.
Palm, Veter Buoch (
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
die [mvniche] volgeten des heiligen ewangelien lere mit vnbescheidenlicher vernunft vnd sniten in selben ir gemecht uz vmbe das himelriche.
Keil, Peter v. Ulm
35
(
nobd.
,
1453
/
4
):
Daz pflaster ist gut, wolcher zuprochen ist zu dem gemecht.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
15. Jh.
):
der Smalnstain stach den Sekendorfer unter dem gemecht ein, das er herab viel und starb.
Turmair (
Nürnb.
1541
):
welicher der jüngst unter seinen brüdern seinem vatter das gemächt mit einer sichel außschnitt.
Sachs (
Nürnb.
1556
):
Den stach er peim hals in die pruest, | Darnach ins gmecht und in die stirn.
Kurrelmeyer, Dt. Bibel (
Straßb.
1466
):
die adern seiner gemechte die seint verworren.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
der ließ im ain keil in gemächt schlachen.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
so war doch die sichtbarlich straff Gottes da, das er ain giftigs geschwer an gemechten bekam.
Diehl, Dreytw. Essl. Chron. (
schwäb.
,
1556
):
dasselbig [kneblein] auch bey seiner gemecht gestochen, das ime die derm sind drungen.
Sudhoff, Paracelsus :
Von wunden, von gleichwunden, von geederwunden, von hauptwunden, von gemechtwunden.
Ebd. (
1527
/
8
):
Halsstich, gemechtstich, zerstich est una cura und habet aliam curam ab aliis.
Ott-Voigtländer, Rezeptar
208v, 10
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1400
˺):
legg das krut denne v́ber die gemaͤht.
Ebd.
209r, 27
:
Wjlt du das das har an den gemaͤchten [...] abgange [...] so nim kalch.
Menge, Laufenb. Reg.
4558
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Der meister synne ouch wol geualt | Das man yme truke gar senfteclich | Sin gemächte das es sich | Beharnen möge.
Maaler (
Zürich
1561
):
Die Gemaͤcht an einem menschen / die scham.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
der alt Moyses nam ein messer [...] und offnet da zum ersten dem chindt sein gemacht.
Eis, Gesundheitsl.
148, 6
(
oobd.
,
1520
/
30
):
also gesoten vnd zerbrochen mit weyn vnd gerüret, würt eyn gut pflaster für die apostem vnd geswulst des gemächts.
Drescher, Hartlieb. Caes. (
moobd.
,
1456
/
67
):
der priester lag tod, dem warn sein gemácht hoden gar verprant.
da geschach an sein gemáchten ain solich zaichen, das ich vor scham nit nennen wil.
Hyrtl, Anatomie.
1884, 59
f.;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 78
;
Schmitt, Ordo rerum
344, 5
;
Voc. rerum
13r
;
Voc. Teut.-Lat.
l iiijr
;
Voc. inc. teut.
i viijv
;
Dietz, Wb. Luther
2, 69
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Shess. Wb.
2, 1233
f.;
Bad. Wb.
2, 358
;