geloben,
V.
1.
›jn. / sich ankündigen, etw. verkünden, voraussagen; jn. / etw. loben, lobpreisen, ehren‹.
Syntagmen:
mit Akk. d. P./S., vereinzelt mit Gen. d. P./S.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
20758
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Do Got sich bi den ersten tagen | Geloubete sinen wissagen.
Fischer, Brun v. Schoneb.
819
(
md.
, Hs.
um 1400
):
do di brut mit lobes zil | den brutegam gelobete vil.
Thiele, Minner. II,
23, 33
(Hs. ˹
md.
/
rhein.
,
1. V. 15. Jh.
˺):
ich enkan nit geloven gnouch | ir crone noch ir getziere.
Pyritz, Minneburg
4896
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Waz ich gelob, getichte | Ir wirde, ir ere, ir schone.
Stackmann u. a., Frauenlob 4, 20 W,
3
(Hs. ˹
nobd.
3. V. 15. Jh.
˺):
des kan ich nicht geloben.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
414, 28
(
els.
,
1362
):
Wie mohten wir nuͦ groslicher geloben, denne alleine daz wir erzǒgent daz er besessen hat alles daz guͦt.
Päpke, Marienl. Wernher
1600
(
halem.
,
v. 1382
):
Und nament ir mit flisse war | [...] Das aller mænigklichen tett, | Umbe das grosse wunder | In do gelobet sunder.
Jostes, Eckhart
74, 32
(
14. Jh.
):
Got der ist oben úber uns und als hoh, daz wir in mit keinen worten geloben muͤgen.
Kummer, Erlauer Sp.
4, 380
(
m/soobd.
,
1400
/
40
):
wann ich sei nicht geloben mag.
Schmitt, Ordo rerum
601, 21
;
659, 4, 1
;
Voc. Teut.-Lat.
k vijr
;
Dasypodius
374r
;
Serranus
80v
;
Maaler
165v
;
186r
;
Hulsius
F ivr
;
Henisch
1461
;
Dietz, Wb. Luther
2, 66
;
Bad. Wb.
2, 355
;
Schwäb. Wb.
3, 297
.
2.
›jn. (eine Frau) jm. (einem Mann) verloben, jn. verheiraten‹.
Bedeutungsverwandte:
vgl.  4.

Belegblock:

Chron. Nürnb.
1, 68, 8
(
nobd.
,
v. 1407
):
Mein tochter Anna gelobt ich zu der e dem Sebolt Borchtel anno domini 1378.
Ebd.
1, 68, 25
(
v. 1407
):
Anno domini 1382 am suntag vor vasnaht gelobt ich mein tochter Elsen zu der e dem jungen Hansen Riter.
Fastnachtsp.
749, 30
(
nobd.
,
15. Jh.
):
Man schol di tochter vor hin globen.
Chron. Strassb.
1, 381, 23
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
Stilicho [...] der globete sine zwo döhter eine noch der andern dem keyser Honorio.
3.
›(jm.) etw. versprechen, zusagen, verheißen, versichern; etw. beeiden, beschwören; ein Gelöbnis, Gelübde ablegen‹.
Bedeutungsverwandte:
, , , .
Syntagmen:
den eid / dienst, die besserung / fängnis / treue, das bündnis g., jm. etw. in die hand g
.; mit Akk. d. S., vereinzelt mit Gen. d. S., häufig mit anschließendem Gliedsatz oder erweitertem Infinitiv; mit Dat. d. P., vereinzelt mit präpositionalem Anschluss (
zu
);
eidlich / hoch g
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
3, 174, 16
(
preuß.
,
1453
):
Ich gloube und swere euch hern Pauweln von Ruszdorff [...] euwerm ganczen orden getruw und undirtanig zcu seyn.
Leman, Kulm. Recht
1, 2
(
Thorn
1585
):
Wenne dy alden ratmanne dy nüwen kysen do swern dy nüwen ratmanne vnnd geloben den alden nicht abe tzu nemen allis das sy by yren getzyten von der stat wegin getan han.
Schöpper
95b
(
Dortm.
1550
):
geloben buͤrg werden verspruͤchnus thun sich verburgen.
Fischer, Brun v. Schoneb.
1113
(
md.
, Hs.
um 1400
):
daz du sendist mir den geist, | den du gelobetist zu gebene.
Wyss, Limb. Chron. U
145, 39
(
mfrk.
,
2. H. 14. Jh.
):
Alle dise vuͦr unde nageschreben puͦnte, artikele und redunge [...] globen unde gereden wir [...] zuͦ haldene.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
10932
(
rib.
,
1444
):
Dat ich geloven dir ain spot | Zo besseren.
Frantzen u. a., Kölner Schwankb.
2, 43
(
Köln
um 1490
):
Geselle, woultu dich bekeren | Und den heylgen orden eren | Und der boyffen orden entfaen, | So moystu vlijslich daernae staen | Und geloven dat in truren.
Rosenthal. Bedencken
28, 27
(
Köln
1653
):
Ist es dann nit guet daß man Gott gelobe / was Gott gut geheissen vnd gelobt hat.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
137, 20
(
rhfrk.
,
um 1435
):
dü solt mir in trüwen globen / das du mir bringest din liebestes.
Köbler, Ref. Wormbs
261, 2
(
Worms
1499
):
Aber ander entschafft als schweren globen zusagen versprechē heissen schlecht versicherung.
Fellmann, Denck. Schrr.
2, 83, 32
(
Worms
1527
):
wo eyn mensch gelobet, das er nitt mechtig ist [...] da muß [...] vermessenheyt sein on verstand.
Sievers, Oxf. Benedictinerr.
17, 15
(
hess.
,
14. Jh.
):
sie [suster] gelobe aller erst alle bezzerunge vor die messedat.
Froning, Alsf. Passionssp.
598
(
ohess.
,
1501 ff.
):
das hymmelrich wirt he uns geloben.
Behrend, Magd. Fragen
2, 3, 15
(
omd.
,
um 1400
):
ich gelobe ym myn erbe, das do besser ist wenne das gelt.
Röhrich u. a., Cod. Dipl. Warm.
4, 157, 8
(
omd.
,
1426
):
dorczu wellen wir gerne vor yn geloben und burge werden.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
42, 24
(
omd.
,
1487
):
nÿmant etwas globen moge, das seinem willen nicht vnderworffen ist.
Ebd.
42, 41
:
Widder man noch weipp an des andern willen etwas geloben kan.
Küther, UB Frauensee
107, 6
(
thür.
,
1342
):
Wir globen ouch in truwen dis kouͤffis.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
73, 6
(
thür.
,
1474
):
so das der frouwen vater syner tochter gelobete funffczen schog metezcugebin.
Thür. Chron.
2v, 3
(
Mühlh.
1599
):
Gott der HErr [...] gelobet auch die Welt nimmermehr Zuertrencken.
Ermisch, Freib. Stadtr.
162, 30
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
ab he im nu zu rechte icht den kampf geloben sulle.
Ebd.
211, 28
:
Waz man vor im gelobet oder geteidingt, daz hat glicher wise diselbe craft als in den benken.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mk.
14, 11
(
osächs.
,
1343
):
dô si diz hôrten, dô sint si irvrowit und gelobiten ime daz si ime gût gebin wolden.
v. Tscharner, Md. Marco Polo
53, 6
(
osächs.
,
2. H. 14. Jh.
):
do gelobite der kunig der insuln gebin alle jar czu rente deme grozen chaam xx elephant.
Palm, Veter Buoch
76, 19
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Ich gloube, das niemmer menschen leit von mir geschicht.
Bührer, Kl. Renner
310
(
nobd.
, Hs.
um 1480
):
Was man In globt, das wollen sie haben.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
90, 23
(
nobd.
,
E. 15. Jh.
):
Darnach sol ein iglicher den schultesen globen und schwern [...] der gemeinde und burgermeister schaden zu warnen.
Chron. Strassb.
1, 67, 20
(
els.
,
1362
):
wande sü dem priestere groß gob darumbe gelobetent.
Anderson u. a., Flugschrr.
18, 4, 11
([
Straßb.
]
1523
):
Jch versprich vnd gelob zuͦ bezalen jaͤrlich den wuͦcher wider gott vnd sein gebott als ein verzagter an gottes hilff.
Sappler, H. Kaufringer
4, 311
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
das globt er im mit seiner hand.
Chron. Augsb.
3, 155, 15
(
schwäb.
,
E. 15. Jh.
):
dem hertzogen zuͦ Insprugk muͦßt der bischof von Trient auch fencknus geloben.
Welti, Stadtr. Bern
56, 29
(
halem.
,
A. 14. Jh.
):
waz der svn gelobet vnd verzerret an dez vatterz willen, daz sol der vatter noch der svn gelten.
Rennefahrt, Wirtsch. Bern
670, 7
(
halem.
,
1484
):
So ouch ein knecht zuͦ sinem meister kompt, sol er imm geloben getruwen dienst.
Merk, Stadtr. Neuenb.
109, 34
(
nalem.
,
1616
):
die sollen dann auch bei ihren eiden globen, die urteilen nach ihrer besten verstendnus zue sprechen.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
8, 2
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Zwen chnecht beschickt man palde; | die globten pey ir ayd, | das sy das chind zue walde | hin trüegen und das tödten solten paid.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
111, 2
(
m/soobd.
,
1603
):
wellicher purger aber nach sollichem geloben ein richter veracht.
Piirainen, Stadtr. Sillein 50, l,
13
 f.(
sslow. inseldt.
,
1378
):
Da Abraham fvmf vnd sebenzikch iar alt was do gelobt got seyne geslechte daz lant zu ierusalem.
Kollnig, Weist Schriesh.
43, 44
;
Kurz, Waldis. Esopus
2, 88, 12
;
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
167, 15
;
Henschel u. a., Heidin
264
;
Gille u. a., M. Beheim
453, 488
;
Barack, Zim. Chron.
1, 53, 29
;
Dirr, Münchner Stadtr.
573, 1
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 35
;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 183
;
Rwb
4, 14
.