gelieben,
V.
1.
›jm. gefallen, belieben, passen, recht sein‹.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 24, (V.) 6.
Syntagmen:
mit Dat. d. P.

Belegblock:

Holland, H. J. v. Braunschw. V. e. Weibe
279, 3
(
Wolfenb.
1593
):
Geliebts euch, so wollen wir einmal das newe Lied [...] mit einander singen.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
2586
(
rib.
,
1444
):
As lange mir dat geliefde zo lijden.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
62, 28
(
omd.
,
1514
/
8
):
Dye gewercken haben macht, steger [...] schmeltzer und mulmeister, so oft in gelipt, noch iren besten verstendnis und fordernis der erbeit tzu setzen.
Opel, Spittendorf
286, 22
(
osächs.
,
um 1480
):
seine gnade were nicht geneiget, das stift vorbass zu beschweren, sondern vielmehr geliebet, abezulösen.
Gajek, Köler. Maÿen-Lust
67, 18
(
Breslau
1642
):
Wird meinen Herren hier die Mayen-Lust gelieben / So wird die Edle Schaar zu hoͤherm angetrieben.
Baumann, Bauernkr. Rotenb.
219, 16
(
nobd.
,
n. 1525
):
soverre es derselben ewer erber weyshait als wol, als uns gelieben wöllte, dem vogten zu Kurchberg schreyben.
Bell, G. Hager
620, 20, 5
(
nobd.
,
1591
):
welchem fechter ge libt die kunst, | dem ist gut von der kunst zu sagen.
Karnein, Salm. u. Morolf
96, 3
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
vil schiere geliebte ir das golt.
Bobertag, Eulensp.
46, 9
(
Straßb.
1515
):
nam von der tafeln, gesottens vnd gebratens, vnd was im geliebt.
Bolte, Pauli. Schimpf u. Ernst
1, 192, 5
(
Straßb.
1522
):
wan es euch geliebt, so wil ich euch das Faß mit dem Wein schicken.
Wickram
4, 38, 25
(
Straßb.
1556
):
Als bald Sophia dise wort von irem herren verstuͤnd / huͤb ir die sach an zuͦ gelieben.
Chron. Augsb.
8, 437, 15
(
schwäb.
, zu
1556
):
sollen die herrn jeder zeit, wann es inen geliebt, den knechten urlaub zuͦ geben macht haben.
Rieder, St. Georg. Pred.
137, 4
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
so der mentsch veraltet in den súnden, so kumet er kume der von, und geliebet im, daz er si kume oder niemer gelassen mag.
Maaler
186r
(
Zürich
1561
):
Ein schoͤn weyb Gliebt oder gefalt mir.
Wyss, Luz. Ostersp.
3, 44, 9
(
Luzern
1616
):
Ach Herr, ist gscheen, das dir geliebt, | so fröwts mich.
Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 74, 16
(
1524
):
so wil uns gelieben, Christo weiter nach zu volgen.
Maaler
165v
;
Hulsius
L iijv
;
Henisch
1459
 f.;
Dietz, Wb. Luther
2, 64
;
Pfälz. Wb.
3, 176
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
129
;
Bad. Wb.
2, 354
;
Schwäb. Wb.
3, 292
;
Schweiz. Id.
3, 990
.
2.
›sich bei jm. beliebt, angenehm machen‹.
Syntagmen:
mit Dat. d. P., vereinzelt mit präpositionalem Anschluss (
zu
).

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
2015
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
Die sint so vol geminnic, | [...] Daz sie sich Gote gelieben.
Chron. Strassb.
1, 129, 25
(
els.
,
1362
):
daz er sich nüt kunde den luten gelieben.
Ebd.
378, 17
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
Dieteriche von Berne [...] kunde sich also wol gelieben, das in der keyser wolte han gemaht sinen erben.
Strauch, Schürebrand
16, 21
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
wie er sich den lúten in getrage und geliebe mit sinnelicher behagenheit und anehange.
Roloff, Brant. Tsp.
1356
(
Straßb.
1554
):
Nun hab ich den sachen recht gethon | Das ich des jünglings binn worden on | Der sich so wol gelieben kundt | Das ich was unwert all stundt.
Bihlmeyer, Seuse
210, 10
(
alem.
,
14. Jh.
):
ich begerte, daz ich allen súndern gehulfe und mich inen geliebti.
Ebd.
548, 11
:
du bist alles, daz sich mime hertzen fruntlichen gelieben mag.