geleit,
das
;
-(e)s/-e
, auch
.
1.
›Anleitung, Begleitung, Führung, Lenkung, Schutz, Geleitschutz, Sicherheit‹;
vgl.  4.
Bedeutungsverwandte:
,
1
 2,  3, , ; vgl.  1, , .
Syntagmen:
g. begeren / brechen / finden / geben / gebieten / gewinnen / haben / nemen / zerbrechen / zusagen; des geleits bedürfen / begeren / behelfen / bitten; um ein geleit bitten / werben; freies / sicheres g
.
Wortbildungen:
geleitlich
›ehrenvoll, mit gebührendem Geleit‹,
geleitschirm
(dazu bdv.: vgl. ),
geleitsfürer
(dazu bdv.: vgl. ).

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Nicod. (
nrddt.
,
14. Jh.
):
und gab des sin geleite | und des riches hantveste.
Toeppen, Ständetage Preußen
2, 64, 34
(
preuß.
,
1438
):
die von euwer wegen an uns eyns geleites seyn begerende gewesen.
Schöpper (
Dortm.
1550
):
Commeatus paßport paß / sicherung geleidt.
Wyss, Limb. Chron. (
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
furen si in geleide greben Johans von Nassauwe herren zu Merenberg.
Loersch, Weist. Boppard (
mosfrk.
,
1566
):
umb daß mein herr der gemeinden sall geleide geben.
Rudolph, Qu. Trier (
mosfrk.
,
1443
):
Sal ein scholtheiß und burgermeister geleide geben, und ensal nymant geleide haben, er enhabe is dan von yn beiden.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
16, 20
(
rhfrk.
,
1451
):
das der czentgreffe frijheit habin solle, und obe er ymant in dem gerijchte geleyde gebe, das solden die herren desselben gerijchts den halden, dene das geleyde gegebin were.
Froning, Alsf. Passionssp.
8024
(
ohess.
,
1501ff.
):
in gottes geleit | laißet uns syn bereyt.
v. Keller, Amadis (
Frankf.
1571
):
daß diesen Rittern jn vnd all andere Herrn diß Königreichs sicherheit vnd frey gleid gegeben werde.
Behrend, Magd. Fragen (
omd.
,
um 1400
):
Ab geleite recht ist, unde ab eyn herre eynen geleitet, ab her yn schadelosz sulle halden, wy man das sol halden.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
113, 32
(
omd.
,
um 1558
):
In welchen sachen der berckmeister geleidt geben mag.
Bergner, Urk. Kahla (
thür.
,
1460
):
gebiten die hern eim iclichen er sei burger adir fremde frede und geleite.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
192, 18
(
thür.
,
1474
):
heyschet denne der beclagte man eyn sicher geleyte.
Ebd.
192, 19
:
worde ym sollich geleyte denne gewegert.
Ebd.
274, 30
:
hat Ticzel Burghart umbe eyn geleite gebetin.
Hertel, Hall. Schöffenb. (
osächs.
, zu
1451
):
daz sy om sicher geleite don deme hern zcu Mansfelt vnde der stad [...] schriftlichen geschicket hattin.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
63, 13
(
nobd.
,
1486
):
welcher an den zenten geurtheilt wirdt, der soll weder friedt, trost oder gelait haben.
Mon. Boica, NF. (
nobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
so ertregt daz geleyt von der freyung bey 2 guldein.
Bell, G. Hager
395, 2, 10
(
nobd.
,
1593
):
er ver his in sich er gleid, frid vnd leben.
Karnein, Salm. u. Morolf
671, 5
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
vil schone er mich eins geleites bat.
Brack (
Basel
1483
):
Conductor. gleytzfuͤrer.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
848
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Wan er allweg ist berait | Ze nemen uns in sin gelait.
Gagliardi, Dok. Waldmann
2, 73, 32
(
halem.
,
1489
):
So hab Huser eins gleitz begert.
Ebd.
2, 374, 8
:
dann ouch iro by achzigen hie in geleidt schirm waren.
Jörg, Salat. Reformationschr.
580, 26
(
halem.
,
1534
/
5
):
Die botten / und verordnetten fuͦrend allso jn der Zürcher laͤger / da man sy geleytlich und tugendlich entpfieng.
Sappler, H. Kaufringer
4, 418
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
wan ir vart durch holz und velt, | so gebt umb das gelait kain gelt.
Haltaus, Liederb. Hätzlerin (
schwäb.
,
1471
):
Ich gewynn von Im gelaitt.
Chron. Augsb. (
schwäb.
,
1523
/
7
):
wer es begert, dem sol man glait geben.
Ebd. (
schwäb.
,
1536
):
also gieng Hertzel gen Lechhausen und warb an ainen rat herein umb glait.
Klein, Oswald
41, 17
(
oobd.
,
1428
):
In freim gelait so ward ich aber wegehaft.
Seuffert u. a., Steir. Landtagsakten
1, 112, 39
(
m/soobd.
,
1445
):
wer gelait begert zum rechten in die lantschrann, dem sol das gegeben werden, als von alter ist herkomen.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1534
/
42
):
schickt er alsdan umb glait, so soll man ihme von der obrigkeit glait zuesagen.
Baumann, Bauernkr. Oberschw. ;
Welti, Stadtr. Bern ;
Tobler, Schilling. Bern. Chron. ;
Cirullies, Rechtsterm. Anh.
1981, 183
;
Schmitt, Ordo rerum
245, 4
;
Hulsius
F ivr
;
Dietz, Wb. Luther
2, 63
;
2.
›Begleitung, Gefolge (als Gruppe von Personen)‹; Metonymie zu 1.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (
das
1,  1,  2.
Syntagmen:
g. annemen / geben / haben / verschaffen; um(b) g. bitten
.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
4355
(
Magdeb.
1608
):
Da jhn die Sonn entgegen kem / | Vnd von jhnen das Gleid annehm.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
47, 40
(
schles.
,
1346
):
Do reyt Shrolle von dem geleyte vnde wolde nicht me dor czu horen.
Gille u. a., M. Beheim
453, 1591
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
er selt sich heben auff die vart | Zum provedadar in daz velt. | ain gelait er in pringen selt.
Diehl, Dreytw. Essl. Chron. (
schwäb.
,
1548
):
hettend die vonn Esslingen denn weg lassen abgrabenn ann dem Eysberg, das man nytt woll hatt mögenn hinum komenn weder das gleit noch die post.
Päpke, Marienl. Wernher (
halem.
,
v. 1382
):
das geleit | Volgent nach úncz in das hus | Da er e was gangen us.
Mollay, H. Kottanerin
35, 11
(
moobd.
,
1439
/
40
):
der Bischoue von Gran vnd her Lassla wan von Gara gefangen wëren vnd wëren in gelait zu dem von Polan geritten vnd der hiet sew in dem gelaitt gefangen.
3.
›Schriftstück mit der Gewährung von freiem Geleit; Geleitbrief, Geleitrecht, Geleitschutz‹.
Bedeutungsverwandte:
, ; vgl.  1,  1, .
Syntagmen:
g. aufsagen / geben / gewinnen / verkünden / verwaren / zuschreiben; christliches / kaiserliches / königliches / päpstliches / sicheres g
.
Wortbildungen:
geleitbrecher
,
geleitbrüchiger
,
geleitlich
2 ›das Geleitsrecht betreffend‹ (a. 1593).

Belegblock:

Chron. Magdeb. (
nrddt.
,
1565
/
6
):
nachdem der Churfürst sein gleide herin gesandt, ein gesprech auf dem werder hinter Crakow gehalten zwischen hertzogen Moritz und der Stadt gesandten.
Goerlitz u. a., Magd. Schöff./Schweidnitz
199, 19
(
omd.
, o. J.):
wie im sein guth off einem freyen marckte vnde in eym koniglichen geleyte von dem borgermeister vnde ratmannen doselbist genomen ist.
Küther, UB Frauensee
412, 2
(
thür.
,
1540
):
so soll der voigt [...] den thettern und gleidbruchigen helffen nachvolgen.
Kisch, Leipz. Schöffenspr. (
osächs.
,
1523
/
4
):
zu recht ime auch sulch geleit zugeschrieben.
so mag er noch zu ime peinlich clagen nach geleitbrechers recht.
Meisen u. a., J. Eck
3, 5
(
Leipzig
1520
):
sie haben Joannem Huß und Hieronymum von Prag wider babstlich, christlich, keyserlich geleidt und eydt vorbrandt.
Rupprich, Dürer (
nobd.
,
1521
):
Dann do in des kaisers Carols herolt mit dem kaÿserlichen glait war zu geben, dem ward vertrauet.
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
73, 21
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
man sol auch habenn einen heerschreier, der do verkhundt geleidt vnnd der wagenburgk freyung.
Rennefahrt, Stadtr. Bern (
halem.
,
1384
):
Herzog Leopold III von Österreich gab [...] sicherhait und gelaitt.
Roder, Stadtr. Villingen (
önalem.
,
1573
):
Si [die potten] sollen auch in gehaimen sachen verschwigen sein und der statt glait fleissig verwahren.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron. (
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
Die Vngrischen hetten das gschloss also inne und wer dafur woldt reytten oder ziehen, der muest gelaidt vonn in nemen.
Engel, Rats-Chron. Würzb.
224, 249
;
Bad. Wb.
2, 354
;
4.
›Abgabe für die Gewährung von Geleit-, Begleitschutz; Geleitgeld, Schutzzoll‹;
vgl.  2.
Gehäuft Rechts- und Wirtschaftstexte, auch berichtende Texte.
Syntagmen
g. geben / darauf schlagen
; Doppelformel:
zol und g
.
Wortbildungen:
geleitstok
›Behälter zur Aufbewahrung des Geleits‹ (a. 1540),
geleitstrasse
›Straße, für die ein Geleit gegeben ist‹ (a. 1364),
geleitzettel
›Zettel, den der Reisende als Zeichen des bezahlten Geleitsgeldes erhielt‹ (a. 1643),
geleitzol
›Geleitgeld, Schutzzoll‹ (a. 1668).

Belegblock:

Helbig, Qu. Wirtsch.
2, 71, 29
(
md.
,
1464
):
das ander sal er vffrichtig vorrechten mit czollen vnde gleiten vnsern g. hern, der stat vnde idermann.
Ebd.
2, 187, 11
(
md.
,
1426
):
das ich yn deme selben meyme lendelein czoll unde geleit habin solle.
Ebd.
4, 85, 11
(
md.
,
1449
):
daz wir hantwergker und gemeynde in der stat Freyberg [...] habin geczogen frey geleytte, czoll, stetegelt.
Ebd.
5, 14, 34
(
md.
,
1451
):
wer tzynn in unser floße und in die wage brenget, der thar es nicht nemen adder wegfuren, er habe dann tzenden, gleith und waggelt gegeben.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
56, 25
(
omd.
,
1446
):
Darnach gibt der koufman myns herren gnade von y dem czentener einen halben groschin zu geleyte.
Ermisch, Freib. Stadtr. (
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Kein man mac zu rechte keinen zol noch geleite intpfuren her in di stat.
Opel, Spittendorf (
osächs.
,
um 1480
):
Es werden uns auch damitte unszer zcolle und gleithe gekrengkt.
Mon. Boica, NF.
2, 1, 23, 3
(
nobd.
,
1464
):
ab die herrschaft daselbst geleyte, zolle, beyzolle, ongieszen, nachfolgen, fróne uber lant, zw holze und zw velde haben.
Chron. Nürnb. (
nobd.
,
15. Jh.
):
margraf Albrecht sol kumen [...] zu recht seiner vorderung halben, es treff an wilpan, zoll, glait oder anders.
Maag u. a., Habsb. Urbar
2, 1, 34, 9
(
alem.
,
1394
):
Das glait da selbs gebuͥrt in gmaynen iaren by 40 guldin und ist ietz der statt Arow versetzt.
Welti, Stadtr. Bern (
halem.
,
15. Jh.
):
Die ordnung des gleites vnd die schatzung vmb jeglich stuͥgk.
Rennefahrt, Statut. Saanen (
halem.
,
1555
):
handel und wandel under ein andern zöllen, geleiten und anderer uflagen halb.
Bastian, Runtingerb.
2, 69, 4
(
oobd.
,
1383
):
der sol daz gelait damit auzrichten gein Taust.
Ebd.
2, 236, 10
(
oobd.
,
1405
):
furlon und gelait von Franchfurt untz her 9 gulten und 11 helbling.
Vogel, Urk. Heiliggeistsp.
1, 305, 20
(
moobd.
,
1403
):
Wir sullen auch nuͤ [...] gen yn nichcz geniessen, weder gewalcz noch gewaltiger herrn [...] freybrief, freyung, sicherhait oder gelaicz.