gelangen,
V.
1.
›zu einem Punkt kommen, ein Ziel erreichen; sich zu jm./etw. hinbegeben, auf jn. / etw. zukommen‹; ütr. ›an jn. gelangen, auf jn. zukommen‹; resultativ: ›etw. erlangen, erreichen, etw. erhalten‹;
vgl.  1.

Belegblock:

Boon, St. Prätorius
85, 7
(o. O.
1593
):
wo der Glaube ist / da ist der Tauffen krafft / vnd dahin kan keine Suͤnde gelangen.
v. Ingen, Zesen Rosenw.
72, 19
(
Hamburg
1646
):
ich gelangte gleich auch darzu.
Bobertag, Schwänke (
Frankf.
1563
):
Nach dem gewan er [...] ein edle jungfrauw hefftig lieb, gelanget an ire eltern, daß sie im werden möchte.
Allg. Schau-Buͤhne (
Frankf.
1699
):
wie er doch zu seinen vorigen Wuͤrden und Ehren wieder gelangen [...] moͤchte.
Grosch u. a., Schöffenspr. Pössneck
272, 15
(
thür.
,
1474
):
Uff solliche rechtisfrage, von uch iczunt an uns gelanget.
Quint, Eckharts Pred. (
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Diu sêle [...] enkan ouch von ir selber ze ir selber niht gelangen.
v. Ingen, Zesen Rosenw.
15, 24
(
Hamburg
1646
):
daß sie zu keiner bekehrung haben gelangen koͤnnen.
M. Cunitia. Ur. Prop. (
Öls
1650
):
so die Sonne mitten am Himmel stehend betrachtet wird / meinet man / das dieselbe hinab und herauf gehend / nach 24 Stunden / an eben denselbten orth wiederumb gelanget ist.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
260, 10
f. (
Nürnb.
1548
):
wenn grosse wasserflut kommen / werden sie nicht an die selbigen gelangen.
v. Birken. Erzh. Österreich (
Nürnb.
1668
):
K. Rudolphus sahe / daß er dißorts zu keinem Hauptzwecke gelangen konte.
Vetter, Pred. Taulers (
els.
,
1359
):
in disem grunde do die vernunft nút gelangen enkan, do sicht man das liecht.
Wickram
4, 18, 30
(
Straßb.
1556
):
ich hab ein sehr grosse bit an euch zuͦ gelangen.
Eschenloher. Medicus (
Augsb.
1678
):
GOtt aber gabe ihm ein heylsammen Gedancken ein / daß er in dises wuͤrdige Gottshaus allhero solle gelangen.
Bernoulli, Basler Chron. (
alem.
,
1424
):
denen nútzit darinn gelangen mochte, daz worent die unsern.
Tobler, Schilling. Bern. Chron. (
whalem.
,
1484
):
danne solt dem keiser das nit gelangen, so wurde er und das Roͤmsch riche vertriben.
Langmantel, Schiltb. Reiseb. (
oobd.
,
n. 1427
):
da ist das tal Josaphat und gelangt an die stat und do gett ein pach.
Siegel u. a., Salzb. Taid. (
smoobd.
,
1623
):
Wann ainer ain perheften paumb auf seinem grund hat, der auf seinen nochtbarn hengt, da mog er hinaufsteigen [...] und waß er mit der hand glangt mog er abprocken.
Dietz, Wb. Luther
2, 60
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß ;
Vorarlb. Wb.
1, 1103
.
2.
›etw. begehren, verlangen; sich nach etw. sehnen‹;
vgl.  6.
Syntagmen
auch ohne Subj.:
jn. gelangt e. S.
(Gen.).

Belegblock:

Bömer, Pilgerf. träum. Mönch (
rhfrk.
,
um 1405
):
Da Recht Vérstentenisse also hatte geredt | [...] | Gelangette mich mit grosser begir | Das das glissende swert wurde mit.
Lemmer, Brant. Narrensch.
82, 56
(
Basel
1494
):
Der mit sym wib muͦß baͤttlen gan | Im wynter drincken vß eym kruͦg | Das er sym wib moͤg thuͦn genuͦg | Wann sy hut hatt alls das sy gelangt.
Lutz, Buch Alfadol
72ra, 4
(
obd.
,
n. 1478
):
Der mensch ist mittelmessig gut vnd darvmb thun waß dich gelang.
Höver, Bonaventura. Itin. B
605
(
moobd.
,
1450
/
60
):
es mag auch niemant enpfachen, nur der da begirleich glanget.
3.
›jm. zum Guten oder Schlechten gereichen; zu etw. hinführen, beitragen‹;
vgl.  5.

Belegblock:

Kurz, Waldis. Esopus (
Frankf.
1557
):
das die Magd wer vnrecht gangen | Thet zu jr aller ehr gelangen.
Barack, Zim. Chron. (
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
Ain ieder hat drei aigen knecht, | Wie in gelangt und auch gelüst.
Tobler, Schilling. Bern. Chron. (
whalem.
,
1484
):
zwenzigtusend Rinscher guldin [...] die inen nit dester minder soͤllen gelangen.
Schorer, Sprachposaun
70, 17
(o. O.
1648
):
wens jrgend sol zum enturtheil gelangen / wird die Sache dergestalt gehandhabet.