geiz,
der
 ;
-(e)s/–
.
›Hab-, Geldgier, Begehrlichkeit; Geiz‹.
Gehäuft Texte religiösen und didaktischen Inhalts.
Syntagmen:
den g. anstellen / ausreuten / laugnen / zerstören, jn. vom g. abhalten, sich vor dem g. hüten; der grosse / ledige / unersätliche g
.
Wortbildungen:
˹
geizvogel
(a. 1622),
geizhammel
(a. 1623), jeweils ›Geizhals‹ (dazu bdv.: , , ),
geizschellig
›toll vor Geiz‹ (Gw zu mhd.
schëllec
›aufgeregt‹; Lexer
2, 692
),
geizstrik
(›Fallstrick des Geizes‹; a. 1590).

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
254, 20
(
Lübeck
1639
):
Geld vnd Geitz bringt Noth vnd Creutz.
Kochendörffer, Tilo v. Kulm
5768
(
preuß.
,
1331
):
Di vernumpht czu rechter soz | Twinget beide gicz und vroz.
Luther, WA
22, 77, 33
(
1544
):
Denn Geitz ist eine wurtzel alles ubels.
Ebd.
54, 404, 27
(
1545
):
So ist der Geitz und Wucher solch ein dicker, fetter, herrlicher Gott.
Schöpper
19b
(
Dortm.
1550
):
Geitz geitzigkeit geltsucht geltseuche.
Perez, Dietzin
1, 41, 2
(
Frankf.
1626
):
Die Ameyß gibt mit jhrem Geytz ein boͤß Exempel.
Karsten, Md. Paraphr. Hiob
8151
(
omd.
,
1338
):
Der riche sunder gytzes vol, | Dem iz stetlich gelucket wol.
Kehrein, Kath. Gesangb.
1, 9, 4
(
Bautzen
1567
):
Das wir frey vom geitz vnd boßheit, | Dir allzeit dienen seliglich.
Gille u. a., M. Beheim
109, 123
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
ir geicz ist all so grosse.
Sachs
3, 505, 30
(
Nürnb.
1539
):
Also der karg ist auch geitz-schellig, | All freundschafft und gesellschafft fleucht.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
69, 30
(
Nürnb.
1548
):
wer im geytz / zorn neid / vnzucht / oder andern suͤnden beharren wolte / Der wuͤrde nit reine.
Dietrich. Summaria
30r, 18
(
Nürnb.
1578
):
hoffart vnd geitz koͤnnen sie nicht laugnen.
Anderson u. a., Flugschrr.
18, 4, 4
([
Straßb.
]
1523
):
Der wuͦcher ist ein starcker gru͂dt des vnersettliche͂ geitzs der Pfaffen vnd München.
Ebd.
25, 3, 20
([
Augsb.
1522
]):
die weil die heüpter Bapst / Bischoff / Pfarrer / dien geitz vñ aigen nutz nit anstellen.
Henisch
247
(
Augsb.
1616
):
Begirligkeit vnd Geitz machen die Leuth blind.
Wyss, Luz. Ostersp.
6665
(
Luzern
1545
):
Judas der gyttigen vatter war, | der nydigen ouch, ist offenbar. | wan hoffart, gyt, nyd sich nit rechen mag.
Wolf, Norm im sp. Ma.
58, 72
(
oobd.
,
1486
):
das sich dye bruͤder hutten von aller hochfart, eitler eer, neid, geiczs, sorg vnd sorgueltikeit diser welt.
Turmair
4, 375, 16
(
moobd.
,
1522
/
33
):
der geitz und zeitlich êr hat den ritten.
Bremer, Voc. opt.
268
;
Serranus
79r
;
Henisch
1447
 f.;
Stieler
1, 640
;
Dietz, Wb. Luther
2, 57
;
Schwäb. Wb.
3, 249
;
3, 251
 f.;
6, 1999
.