2
geiler,
der
 ;
-s/-Ø
;
zu
mhd.
gîlære
›Bettler‹
(Lexer
1, 1015
).
›zudringlicher (unverschämter) Bettler‹;
vgl.
1
.
Wortbildungen:
2
geilerin
›Landstreicherin, Bettlerin‹,
geilermeister
›Bettleraufseher‹ (dazu bdv.: ),
geilersrok
›Bettlerrock‹.

Belegblock:

Luther, WA
30, 2, 622, 29
(
1530
):
So lobet Christus auch selbs einen unverschampten geiler.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
9053
(
rib.
,
1444
):
Eynen groven gylersrock hadde sij umb.
Rudolph, Qu. Trier
199, 26
(
mosfrk.
,
1593
/
4
):
Zudeme sollen alle burger neben dem geilermeister oder bettelvogt acht nehmen.
Gille u. a., M. Beheim
236, 2
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
ich wil euch offennbern | von geillern, stiphern und sterczern, | von petlern, phening predigern, | geistlich, weltlich ich meine.
Chron. Strassb.
1021, 24
(
els.
,
1356
):
Anne Triererin, eine gilerin, het dise stat iemerme eweclich versworn eine mile.
Welti, Stadtr. Bern
330, 6
(
halem.
,
n. 1437
):
das enkein geselschaft [...] enkeinem bettler noch giler in der geselschaft nuͥtzit geben bi der buͦsse.
Turmair
1, 185, 10
(
moobd.
,
1529
):
Das sein feine geistliche leut oder, wies die alten haidnischen poeten kriechisch nennen, parasitos, das ist geiler, schmarotzer und suppenfresser.
Bücher, Berufe Frankf.
1914, 51
;
Dietz, Wb. Luther
2, 51
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
147
;
Martin/Lienhart
1, 211
;
Schwäb. Wb.
3, 228
;
Schweiz. Id.
2, 212
.