gehörde,
die
, auch
das
;
-s/–
(für
das
).
1.
›der Hörsinn, das Gehör, die Hörfähigkeit‹.
Gehäuft wmd./wobd.
Bedeutungsverwandte:
vgl. (
das
1.

Belegblock:

Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
101
(
pfälz.
,
1436
):
nach dem als gesiecht vnd gehörde zwen synne sint zu der künste.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Mt.
13, 14
(
osächs.
,
1343
):
Mit der gehoͤrede sult ir hoͤren und nicht vorstân, und sehinde seht ir und sult nicht sehin.
Palm, Veter Buoch
40, 25
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
wan swer in der einote ruet, der wirt drier vrlouge vberhebet: des ersten von der gesichte, des andern von der gehorde, des dritten von rede.
Vetter, Pred. Taulers
190, 27
(
els.
,
1359
):
wan er [der mensche] nút hat gehoͤrde, so enweis er nút was sprechen ist.
Cirurgia H. Brunschwig
14rb, 26
(
Straßb.
[
1497
]):
wurt aber die gehoͤrd verlorn so ist es ein grosse wūd dar zuͦ ein glid verlorn.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
3846
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Da ist aller hande saiten spil, | Das unser gehoͤrd mag froͤwen vil.
Schmidt, Rud. v. Biberach
146, 23
(
whalem.
,
1345
/
60
):
dvͥ inre gehoͤrde ist tǒb worden.
Rieder, St. Georg. Pred.
222, 20
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
swer kúnsch wil bliben [...] der muͦz sich ze allen ziten in huͦte han, sin gesiht, sin gehoͤrde und alle sin sinne.
Lauater. Gespaͤnste
18v, 7
(
Zürich
1578
):
Ein glyche gestalt hat es mit der gehoͤrd vnd anderen empfindnussen.
Barack, Zim. Chron.
3, 321, 37
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
dann der graf wust nit, das der vogt ein so böses gehörde het.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
5, 1
(
oobd.
,
1349
/
50
):
die fünf auzwendigen sinn, die dâ haizend gesicht, gehœrd, smeckende kraft, versuochende kraft und gerüerd.
Ebd.
11, 2
:
an des fensters ende gegen dem hirn ist ein lindez häutlein, dar inn ist des gehœrdes kraft.
Ebd.
91, 33
:
iedoch siht man den plitzen, ê wir den tonr hœrn, wann daz gesiht streckt sich verrer und sneller dan daz gehœrd.
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 66
;
Bremer, Voc. opt.
267
;
Schmitt, Ordo rerum
337, 11
;
Dietz, Wb. Luther
2, 47
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
125
;
Schwäb. Wb.
3, 214
;
Schweiz. Id.
2, 1602
.
2.
›das Hören, Zuhören; das Gehörte‹.
Bedeutungsverwandte:
(
das
2.

Belegblock:

Franz u. a., Qu. hess. Ref.
4, 107, 40
(
hess.
,
1536
):
also das der frommachend glaub und heilge geist us dem gehörd des evangelii ins herz komen.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Joh.
12, 38
(
osächs.
,
1343
):
Herre, wer gât gloubit unsirme gehoͤrde?
Steer, W. v. Herrenb. Büchl.
131
(
pfälz.
,
1436
):
wie wol ermanünge vnd üsserlich bewegnisse zu der lere geschiecht durch ansehen der geschriefft vnd gehörde der worten.
Vetter, Pred. Taulers
191, 8
(
els.
,
1359
):
von der gehoͤrde sint si [menschen] tǒb worden.
Bihlmeyer, Seuse
316, 8
(
alem.
,
14. Jh.
):
Also beger ich, daz du hút minú ǒgen behuͤtest vor verlazner gesicht, minú oren vor úppiger gehoͤrde.
3.
phras.:
jm./e. S. gehörde geben
›jn. / etw. anhören‹;
jm. zu gehörde kommen
›jm. zu Ohren kommen, zu js. Kenntnis kommen‹.

Belegblock:

Schade, Sat. u. Pasqu.
3, 3, 25
(
orhein.
,
1520
):
daß er der wor gottes son sei, uns ernstlich entpfolen in zuͦ hören, was er uns sag und lerne, dem glauben und gehörde zuͦ geben.
Barack, Zim. Chron.
3, 477, 14
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
zu dem kam etwas zu geherd des herrn.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
513, 5
(
moobd.
,
1473
/
8
):
Do diss mär kom zue gehörd ir messeneye, | erst wurden sy ergremmett | und mainten niemant lassen todes freye.
Spiller, Füetrer. Bay. Chron.
26, 6
(
moobd.
,
1478
/
81
):
Sölich ir wandel und berüembts lob kam zu gehörde manig mal dem künig Anthary von Lamparten.