gefällig,
Adj.;
gefälliglich,
Adv.
1.
›eintretend, stattfindend, fällig‹;
vgl. (V.) 3.

Belegblock:

Lappenberg, Fleming. Ged.
389, 49
(
1638
):
Seinen [Herzogen Friedrichs] Namenstag, welcher den iv. Wintermonatstag des MDCXXXIIX Jahres vor Deutuscha an der Wolgen auf der Rückreise aus Persien gefällig gewesen.
Schmitt, Ordo rerum
479, 22
;
Maaler
161v
;
Hulsius
E ij
;
Dietz, Wb. Luther
2, 36
;
Bad. Wb.
2, 318
;
Schwäb. Wb.
3, 153
;
Schweiz. Id.
1, 763
;
Rwb
3, 1406
 f.
2.
›anfallend, fällig (von Zahlungen, Zinsen)‹;
vgl. (V.) 5.

Belegblock:

Ziesemer, Gr. Ämterb.
42, 12
(
preuß.
,
1438
):
72 marc gewisses gefelligs czinses czu Schoken.
Ebd.
194, 13
(
preuß.
,
1420
):
pflukkorn, das jerlich gefellik is.
3.
›(jm.) angenehm, gefallend, zugeneigt, wohlwollend; passend, angemessen, richtig‹;
vgl. (V.) 6.

Belegblock:

Mieder, Lehmann. Flor.
804, 12
(
Lübeck
1639
):
Vernunfft thut offt nicht / was recht / sondern was Meister Muthwillen gefällig.
Rosenthal. Bedencken
28, 9
(
Köln
1653
):
daß man nit allein im Himmel seelig / sondern auch hie auff Erden heilig / vnd Gott gefaͤllig leben koͤnne.
Lemmer, Amman/Sachs. Ständeb.
11, 16
(
Frankf./M.
1568
):
Hiervon mag gemeldten Authorem weiter lesen wem es gefellig.
Quint, Eckharts Pred.
1, 166, 1
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Er ist gote gevellic gewesen in sinen tagen.
Eggers, Psalter
69, 22
(
thür.
,
1378
):
Durch daz betet zcu dir ein ichlich heylige in gevelliger zeit.
Anderson u. a., Flugschrr.
1, 7, 23
(
Leipzig
1520
):
Dan kein cõsili nie gehalte͂ / das den ketzern gefellig.
Logau. Abdank.
168, 20
(
Liegnitz
1651
):
so ware Sie GOTT gefaͤllig und den Menschen wehrt.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
88, 17
(
nobd.
,
1446
):
wer uff dem furwerck sitzet, ist er der gemeynde gevellichen, so sal man ine zu buremeister setzen.
Reichert, Gesamtausl. Messe
147, 8
(
Nürnb.
um 1480
):
Verleych uns ein leben, das dir gevellig.
Sachs
14, 135, 32
(
Nürnb.
1550
):
Schaw, wann du liebst also holdtselig, | So wirst auch iederman gefellig.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
216, 35
(
els.
,
1362
):
do von sach Pylatus daz Iudas in allen sinen sitten vnd wandele sinen willen gefellig was.
Vetter, Pred. Taulers
280, 19
(
els.
,
1359
):
ein wise die dich aller meist zuͦ andacht reisset und aller gevellichest ist.
Illing, Albert. Sup. miss.
1495
(
els.
,
n. 1380
):
von dem wine, der do ein geuellicher vnd natürlicher trank ist des menschen.
Heydn. maister
14r, 2
(
Augsb.
1490
):
Vñ habe͂ mit gefellige͂ gemuͦt frid begert.
V. Anshelm. Berner Chron.
4, 70, 31
(
halem.
,
n. 1529
):
nit hoͤhers noch gfaͤlligers uns von uch beschehen mag.
Jörg, Salat. Reformationschr.
293, 2
(
halem.
,
1534
/
5
):
nach dem der handell dann gfellig von ettlichen mit muntlicher antwurdt abgefertiget.
Fuchs, Murner. Geuchmat
5389
(
Basel
1519
):
Ich bitt ouch alle wyber hie | Die ich mit willen letzet nie, | Hett ich geredt in disser ler, | Vnd es jn nit gefellig wer, | Vor übel nem das an ir kein.
Pfeiffer-Belli, Murner im Glaubensk.
1, 3, 13
(
Luzern
1526
):
wo solche min antwurt den obgenanten doctores nit gefellig were.
Koller, Reichsreg. Albr. II.
41, 35
(
1438
/
9
):
so lange und das uns ader unsern nachkommen am reich, Romischen keisern und kunigen gefellig ist.
Karnein, de amore dt.
70, 40
(
moobd.
,
v. 1440
):
Wiss fürbar, das zwischen liebten nichtz geuelliger ist dann daz mit guetm, rechten willen erzaigt wirdet.
Winter, Nöst. Weist.
4, 376, 35
(
moobd.
,
2. H. 16. Jh.
):
wurde aber icht sachen daß der alt richter dem rath, vierern und gemain gevelliklichen wurde und den widerumb aufs neue erpitten möchten.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
275, 26
(
m/soobd.
,
1391
):
alsdann die hueben einem besitzer zue geben der dem bropst gefellig ist.
Bauer, Imitatio Haller
91, 2
(
tir.
,
1466
):
souil vnd sich der mensch ie mer cziehen ist von der welt [...] souil würt er auch got genemer vnd geuelliger.