gedulden,
V.
1.
›jn. / etw. aushalten, ertragen, zulassen, dulden‹; mit Akk. d. P./S., vereinzelt mit Gen. d. S., auch mit nachfolgendem Gliedsatz, der den Gegenstand der Duldung nennt.

Belegblock:

Knape, Messerschmidt. Bris.
41, 26
(
Frankf./M.
1559
):
O Gott der du bist in der hoͤhe [...] nit straff mich / odder gedulde / das ich inn dieser burg sterbe.
Perez, Dietzin
1, 316, 17
(
Frankf.
1626
):
Ein Hund vnnd Esell sind besser vnd leichtlicher zugedulden / als ein voller Mensch.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
19, 10
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
dannoch gedulde ich, geriche es nicht, als ich zu rechte solte.
Küther, UB Frauensee
389, 29
(
thür.
,
1530
):
als ein armer [...] denselben gewalt also gedulden mussen.
Anderson u. a., Flugschrr.
1, 5, 7
(
Leipzig
1520
):
Dartzu des Ertzbischoffliche mantels / vnnd vngeburliche gebrauchung des Bannes / sampt anderen der gleichen / nicht sehen / vil weniger erleyden noch gedulden moge.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
180
(
Nürnb.
1517
):
antweder wirdet er einen hassen und den andern lieben oder einen gedulden und den andern verachten.
Sachs
14, 83, 10
(
Nürnb.
1550
):
Doch weil sie hat ein trewen muht, | Kan er sie dester baß gedulden.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 660, 25
(
Nürnb.
1631
):
Dennoch mit Hulden, | Thut GOtt diß gedulden.
Haszler, Kiechels Reisen
309, 15
(
schwäb.
,
n. 1589
):
wölches alles ich gedulden must.
Goldammer, Paracelsus
4, 205, 2
(
1530
):
das seindt alles weissagung der ufrur, aufbörung, so sie mussen gedulden in irem reich.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
222, 11
(
oobd.
,
1349
/
50
):
er [sitich] mag des regens niht gedulden.
Meisen u. a., J. Eck
24, 11
(
Ingolst.
1526
):
warumb geduldet ir, das der außgeloffen, maineidig münch, der Blärer, prediget wider das klar hell evangelium.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
504, 2
(
m/soobd.
,
1582
):
das will mein gnediger herr nunmehr nit gedulden.
Dietz, Wb. Luther
2, 34
;
Schwäb. Wb.
3, 149
;
Öst. Wb.
2, 938
.
2.
›Geduld üben, geduldig sein, abwarten‹; vereinzelt refl.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
243, 6118
(
Magdeb.
1608
):
Der Lewe lacht vnd sprach / ich mus gedulden / | Weil du wilt mein woltheter sein.
Perez, Dietzin
1, 410, 18
(
Frankf.
1626
):
sie aber gab jm mit seuffzen / gelinden worten vnd offt widerholten Vertroͤstung die Antwort / er solte sich gedulten.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
211, 27
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
In solhem geleger vor der stat schraib dy kuniglich maistat den fursten in das velldt, sy sollten gedullden und ferrer nichtz furnemen.