gedränge,
das
;
-s/–
.
1.
›Auflauf, Ansammlung, Gedränge von Menschen, die sich drängende Menschenmenge‹.
Bedeutungsverwandte:
 1.
Syntagmen:
in das g. kommen; das g. des volkes
.

Belegblock:

Buch Weinsb.
2, 81, 24
(
rib.
,
1556
):
hat man Laurens und Mattheis Vorsbach [...] an das hoegericht sullen lieberen und im ausleiten ist sulch gedrenge [...] gewest, das die zwein Vordbach den richterboden uis den henden quamen.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
4321
(
rhfrk.
,
um 1405
):
Der swert gurtel umb sine lenge | Behelt die wappen bij ein in gedrenge.
Froning, Alsf. Passionssp.
6146
(
ohess.
,
1501 ff.
):
von dissem gedrenge wirdestu krangk, | want das jamer ist leyder langk.
Chron. Nürnb.
2, 308, 20
(
nobd.
,
1449
/
50
):
es ward daz gedreng so groß umb daz flaisch, daz man die gemein an einer stat mit flaisch nit gespeisen mocht.
Gille u. a., M. Beheim
451, 83
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
her Abraham | kompt ach in daz getreng.
Sachs
17, 107, 28
(
Nürnb.
1553
):
Wann umb in war ein groß gedreng, | Deß volckes gar ein grosse meng.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
11, 18
(
Straßb.
1650
):
da dann mich der Vorwitz, solches zusehen, wie die andern triebe, fast ich mich under dem geträng fast brauchete.
Sappler, H. Kaufringer
3, 170
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
in der selben kirchmenge | sich huob pald ain getrenge, | ie ainer trat dem andern für | heraus gen der kirchtür.
Barack, Zim. Chron.
2, 440, 11
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
er seie am selbigen ort in ain getreng kommen.
Päpke, Marienl. Wernher
7440
(
halem.
,
v. 1382
):
Allumb in wart vil enge, | Von lúten gross gedrenge.
Gereke, Seifrits Alex.
2750
(
oobd.
, Hs.
1466
):
im wart geratten das er scholt | gegen im ziechen in ein eng | und in besten in dem gedreng.
Dalby, Lex. Mhg Hunt.
1965, 56
;
Henisch
1408
;
Dietz, Wb. Luther
2, 34
;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
142
;
Schwäb. Wb.
3, 148
.
2.
›das Drängen, Streben; der Drang, Druck‹.
Bedeutungsverwandte:
 2.

Belegblock:

Feudel, Evangelistar
71, 3
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
wen sy [wip] abir daz kynt gewunnen hat, iczunt gedenket sy nicht des gedranges von der frouden, wen eyn mensche geborn ist in dy werlt.
Dienes, E. Gros. Witwenb.
6, 6
(
Nürnb.
,
1446
):
vnd hatten des freye wilkür zu thun vnd lassen ane gedranck, was der belangen wolt an fahen.
Eichler, Ruusbr. obd. Brul.
2, 440
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Dis innewendige gedrenge ist genúhtlich deme minnenden hertzen ob allen dingen, die sv̈ beuant.
Eichler, Ruusbr. steen
963
(
els.
,
sp. 14. Jh.
):
Svnder daz innewendig triben oder gedrenge verzeret vns vsser vns selben.
Cirurgia H. Brunschwig
31vb, 3
(
Straßb.
[
1497
]):
von dem getreng vnnd atem des menschenn wart der klotz in die vssersten hut des buchs her für getriben.
3.
›Kampf-, Schlachtgetümmel, Gedränge im Kampf, Handgemenge‹.
Syntagmen:
ein grosses / hartes g
.

Belegblock:

Pfeiffer, Nic. Jerosch. Chron.
155
(
preuß.
,
um 1330
/
40
):
dô wart ein sulch gedrenge, daz sich von dem getwenge vil der ungetouftin in der vlût vorsouftin.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
647, 4404
(
Magdeb.
1608
):
DAraus entstund von des Volcks menge / | Ein so erbaͤrmlich gros gedrenge / | Das der Koͤnig vnd seine scharen / | Jhrer durch aus nicht mechtig waren.
v. Keller, Amadis
380, 20
(
Frankf.
1571
):
Damals that sich Amadis hinfür; befahl die Thor auff zuthun; zertheilt das gedreng.
Neubauer, Kriegsb. Seldeneck
101, 19
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
wo es mit vnsern feinden zu einem schlagenn vnd getrenge keme, so mochten wir selbst einander beleydigen vnnd dessenn zu grossem schaden kemen.
Gille u. a., M. Beheim
328, 336
(
nobd.
,
2. H. 15. Jh.
):
so kamen zwalff hin wider | in dises sturms getrang.
Koppitz, Trojanerkr.
5868
(Hs. ˹
noschweiz.
,
15. Jh.
˺):
Vast durch daz getrenge | Trungend die langen | Mitt den stächlinen stangen.
Fichtner, Füetrer. Trojanerkr.
437, 3
(
moobd.
,
1473
/
8
):
In den herten gedrengen | zer nacht was sich der Chriechen her vast schwachen, | das sy flüchticlich kerten ab dem wale.
4.
›körperliche und geistig-seelische Bedrängnis des Menschen, Drangsal, Not, Qual‹.
Bedeutungsverwandte:
(
die
12, I, 5, ,  3, (
das
2,  1.
Syntagmen:
in das g. kommen; enges / grosses / wiederwärtiges g
.

Belegblock:

Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
3804
(
rhfrk.
,
um 1405
):
Swere is mich duchte und enge, | Und daz zu dragen machte mir gros gedrenge.
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk.
21, 23
(
osächs.
,
1343
):
Wan grôz gedrenge wirt ûf der erden und zcorn disem volke.
Sermon Thauleri
12va, 8
(
Leipzig
1498
):
Nun tzu dem dritten ist gar ein bitter mirre die got gibt, ynwendig gedrenge vñ inwendig vinsterniß.
Pyritz, Minneburg
1334
(
nobd.
, Hs.
um 1400
):
Dir ist ein wite enge | und wit ein enges gedrenge.
Lauchert, Merswin
5, 29
(
els.
,
1352
/
70
):
Do [...] mine nature in also gar groseme getrenge vnd leide vnd lidende was.
Vetter, Pred. Taulers
34, 4
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
wie Got etteliche menschen lot in eime unwissende, in vorhten und in getrenge untze an iren tot.
Ruh, Bonaventura
356, 4
(
orhein.
,
um 1480
):
So soltu [...] zuͦ der selben [Maria] in aller diner notturft vnd getreng dich zuͦ der aller sichersten zuͦ fluͦcht keren.
Barack, Zim. Chron.
2, 440, 10
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
so glaube ich, er seie am selbigen ort in ain getreng kommen.
Bihlmeyer, Seuse
10, 14
(
alem.
,
14. Jh.
):
Dez selben zites hat er [Seuse] sunderlich gedrenge von swerem liden, daz im ob lag.
v. Maren, Marquard. Ausgabe
139, 15
(
Venedig
1483
):
Ich west gern wie sich der mensch halten solt die weil er in dem gedreng ist in dem andern grade.
Vetter, a. a. O.
43, 8
;
76, 30
;
93, 32
;
116, 1
;
167, 30
;
325, 1
.