gedenken,
(vereinzelt:)
2
gedanken,
V.,
unr., rückuml. mit Nasalausfall im Prät.; vgl. Dammers u. a., Flexion der st. und schw. Verben.
1988, 493
; 503; 511.
1.
›denken, nachdenken‹, ohne Ergänzung; ›die Gedanken auf jn. / etw. richten, an jn. / etw. denken‹, meist mit präpositionalem Anschluss (vor allem
an
, vereinzelt
auf, nach
) oder einem Gliedsatz, der Richtung und Ziel des Denkens nennt, vereinzelt auch mit Akk.
Bedeutungsverwandte:
(V.) 12.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
514, 233
(
Magdeb.
1608
):
Wer aber ein gut Gewissen hat / | Vnschuͤldig ist der vbelthat / | Dennoch boͤß von sich reden hoͤrt / | Lacht im Hertzen der lesterwort / | Gedenckt / man huͤt sich fuͤr der that / | Der lesterluͤgen wird wol rath.
Große, Schwabensp.
204, a, 33
(Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
dar an gedenke de Richter, daz se also richten, daz se deme Juͤngesten tage gewrowet werden.
Fischer, Brun v. Schoneb.
6280
(
md.
, Hs.
um 1400
):
gedenke sun, ich bin din muter, | du sogest miner bruste mamme, | ich was din muter und amme.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
1207
(
rhfrk.
,
um 1405
):
Was gedenckestu in dinre wijse, | Wo hastu zu schule gelert? | Din gedencken ist zu male versert | Und ist mit dorheit uberlast.
Kehrein, Kath. Gesangb.
2, 672, 29
(
Mainz
1605
):
Gedenck offt an das letzt gericht, | Das endlich wird außbleiben nicht.
Schmitz, Schiltb.
106, 1
(
Frankf.
1597
):
aller Weibern art ist / daß sie nur allein darauff gedencken / wie sie sich rechtschaffen auffmutzen.
Feudel, Evangelistar
4, 22
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
Sundir do her alsus gedachte, do irschein ym der engil alsus in dem slafe.
Jostes, Eckhart
103, 17
(
14. Jh.
):
Wan wer dik an got gedenket und an die froͤde dez himels, der muͦs des mer iamers nah got haben.
Quint, Eckharts Pred.
271, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Dô ich gester her in diz klôster kam, dô sach ich salbei und ander wurzen ûf einem grabe stân; dô gedâchte ich: hie liget eines menschen lieber vriunt.
Neumann, Rothe. Keuschh.
2672
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
sich nu an das vorspan | unnd gedencke mit flisse dar an | wanne dir in gefallen bosse gedancken, | [...] di saltu dan also uss triben.
Schönbach, Adt. Pred.
30, 32
(
osächs.
,
1. H. 14. Jh.
):
so mugen die ougen niht gesehen noch die oren gehoren noch die nasen geriechen noch der munt gesmekken noch die hende geruren noch daz herze gedenken ubel noch guͦt.
v. Ingen, Zesen. Ged.
389, 28
(
Breslau
1641
):
ICh fuͤhle lauter Angst und Schmertzen | So offt ich nur an Ihn gedenck.
Henschel u. a., Heidin
1217
(
nobd.
,
um 1300
):
Si begonde aber her wider lesen | Vn̄ gedenken an den kvnen man.
Chron. Nürnb.
1, 159, 36
(
nobd.
,
1388
):
du redst ernstlich mit den steten, daz sie gedenken und den krieg anders in die hant nemen, dann sie noch bit her getan haben.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
163, 6
(
Nürnb.
1548
):
er solte alle tag zum wenigsten einmal an den frōmen alten Simeon gedenken.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
211, 4
(
els.
,
1362
):
Gedenke waz du habest geton dem cristen der Petrus waz genant.
Roloff, Brant. Tsp.
514
(
Straßb.
1554
):
du würst an mich gedencken | wann dich Oretes würt lassen hencken.
Martin, H. v. Sachsenh. Tempel,
609
(
schwäb.
,
1455
):
Min fröd die tut sich ferren, | So ich gedenck die not.
Sappler, H. Kaufringer
14, 422
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
si gedacht und redet nicht | und verstuond gar wol die mär.
Chron. Augsb.
6, 41, 7
(
schwäb.
, zu
1527
):
ei, weib, du bist fleisch und darumb gedenckst du nichts dann fleischlich ding.
Bauer, Geiler. Pred.
92, 12
(
Augsb.
1508
):
welcher mensch zuͦ diser scham noch nit kommen ist / der bedarff nit gedencken / das er volkommenhait erlangt hab.
Päpke, Marienl. Wernher
12831
(
halem.
,
v. 1382
):
An ir gebett si aber gie, | Nach Gotte si gedachte.
Goldammer, Paracelsus
7, 174, 4
(
1530
):
das merk du ehemann oder du ehefrau, und gedenk, daß du es haltest.
Guth, Gr. Alex.
3361
(Hs. ˹
oobd.
,
E. 14. Jh.
˺):
Ist ez dir gangen wol, | Dar umb dir nit mißvallen söl | Du gedenckest auch daz end, | Wa ez sich wend.
Klein, Oswald
119, 44
(
oobd.
,
1417
):
gedenck an mich, | als ich angever gedenck an dich.
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
91, 13
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
daz wir gedencken tag vnd nacht in seine gepot vnd auffsetzung.
Rudolf, H. v. Langenstein. Erch.
36, 33
(
moobd.
,
1393
):
Werltleiche vnd zer gênkchleiche sachh laitt dem menschen, swenn er gedenkt an dÿ himlische frewd.
Kummer, Erlauer Sp.
3, 803
(
m/soobd.
,
1400
/
40
):
gedenkcht ir nicht an eure chlaine chind.
Bauer, Imitatio Haller
104, 28
(
tir.
,
1466
):
gedenkch dar an, das dein verlorne czeit czerget.
Voc. Teut.-Lat. k iiiir; k vv;
Voc. inc. teut. h iijv;
Serranus
77v
;
Maaler
101r
;
Hulsius C iijr;
Henisch
1404
 f.;
Buchda, Schöffenspr. Pössneck
4, 128
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 65
;
Baumann-Zwirner, Augsb. Volksb.
1991, 360
;
Schmid, Pilgerreisen.
1957, 413
;
Weber, Oswald.
1847, 321
;
Türk, Wortsch. Dietr. v. Gotha.
1926, 32
;
Dietz, Wb. Luther
2, 32
 f.;
Schwäb. Wb.
3, 144
.
2.
›über etw. nachdenken, (sich) etw. ausdenken; etw. annehmen, vermuten; etw. bedenken, beachten‹, meist mit folgendem Gliedsatz, der Richtung und Ziel des Denkens nennt, vereinzelt mit Gen. und Akk., auch mit präpositionalem Anschluss (
an, auf, um
);
Bedeutungsverwandte:
(V.) 35,  23.

Belegblock:

Helm, H. v. Hesler. Apok.
9363
(
nrddt.
,
14. Jh.
):
do diz min ougen san | Daz man kume gedenken tar.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
24, 3
(
Magdeb.
1608
):
Da sollen sie gedencken / das sie ein vrtheil fellen / das jhnen nicht fuͤr Gott / Menschen / vnd allen nachkommen verweißlich sey.
Luther, WA Bibel
12, 450, 34
(
1534
):
Gedenckt euch nur nicht, das ich dem Tyrannen hierinn gehorsam sein wil.
Wyss, Limb. Chron.
50, 26
(
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
ir dorfet nit gedenken, daz man den graben mit uns von Limpurg alleine follen solle.
Perez, Dietzin
1, 204, 29
(
Frankf.
1626
):
gedenck Justina daß du ein Kaningen bist / vnd auch die Zeit deines Lebens Kaningen bleibest.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
49, 25
(
omd.
,
1487
):
Vnd itzlichs den tagk vnd nacht gedenckt, wÿe eins des andern löß werde.
Wolf, Norm im sp. Ma.
57, 67
(
omd.
,
v. 1496
):
Aber dy bruder, dy do sint vnderßasen, dy sullen gedencken, das sy dorch got haben vorloykent oren eygen willen.
Quint, Eckharts Pred.
1, 102, 6
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Ich gedâchte niuweliche umbe ein dinc.
Neumann, Rothe. Keuschh.
2570
(
thür.
,
1. H. 15. Jh.
):
dar umme so heist ess ein vorspan | das ein kuscher mensche gedencke dar an.
Sermon Thauleri
4rb, 31
(
Leipzig
1498
):
alßo gedenckent Got ist weiße almechtig vnnd ewick.
Weise. Jugend-Lust
101, 8
(
Leipzig
1684
):
gedencket / daß mit einem Schertze / da was ernsthaftes drunter steckt / itziger Zeit keinem rechtschaffenen Patrioten gedienet ist.
Wagner, Erk. Ps.-J. v. Kastl
10, 15
(
nürnb.
,
1. H. 15. Jh.
):
Gedenck und betracht er auch mit ganczem ernst, wie er sich halt mit sehen, mit horen, mit greyffen.
Sachs
22, 7, 6
(
Nürnb.
1524
):
Schuster. | Ja, Ich gedacht, ir wert schon in die kirchen gangen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
168, 1
(
Nürnb.
1548
):
Nun sollen wir aber nicht gedencken / alß hette Simeon einen vorteyl vor vns gehabt.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
15, 19
(
els.
,
1362
):
Zuͦ der groͤsten pin die du maht gedenken, zuͦ der bin ich bereit.
Wickram
4, 10, 25
(
Straßb.
1556
):
so gedenck doch das dir diss buͤchlin zuͦ keinem tratz noch nachtheil gemacht.
Karnein, Salm. u. Morolf
81, 1
(
srhfrk.
, Hs.
um 1470
):
Du solt gedencken dar an, | das der hochfertige man | wolte han genomen din schones wip.
Brandstetter, Wigoleis
229, 31
(
Augsb.
1493
):
das gedencke ein yeglicher ob er woell bey jm selbs.
Anderson u. a., Flugschrr.
23, 7, 24
([
Augsb.
]
1525
):
wann ye seltzamer vnd groͤsser ain ding geschicht / ye meer ist zuͦ gedencken / das es von Gott sey.
Kohler, Ickelsamer. Gram.
35, 19
(wohl ˹
Augsb.
1. Dr. 16. Jh.
˺):
Da gedenck ainer, wie es mit allen Namen, sonderlich die ain wenig vngewonlich genant, gehn hab moͤgen.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
3, 22
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
mag eyn yeder mennsch gedenckhen, wievill der andern gevanngen Kristenmenschn, mann, weyb, iung und alt gewessen sindt.
Rudolf, Peuntner. Sterbek.
149va, 4
(
moobd.
,
n. 1434
):
Gedenkch, wie er [got] guetichleichen dich beschaffen hat.
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
93, 25
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
Was gedenckt ir euch poͤs in ewrem hertzen.
Bauer, Imitatio Haller
46, 15
(
tir.
,
1466
):
aber du solt gedenkchen vnd achtung haben mit ganczem fleis, das got mit dir sey.
Wackernell, Adt. Passionssp. St.
1, 270
(
tir.
,
v. 1496
):
Darumb gedenckt, das wir in ergreyffen, | Das er uns nit müg entschleychen.
3.
›auf etw. bedacht sein, nach etw. trachten, etw. beabsichtigen, vorhaben, planen‹, meist mit erweitertem Infinitiv, vereinzelt mit Gliedsatz, die Richtung und Ziel des Denkens nennen; auch mit präpositionalem Anschluss (
an, auf, um
).
Bedeutungsverwandte:
(V.) 14.

Belegblock:

Luther, WA
30, 2, 173, 2
(
1529
):
Aus dem kan nu ein iglicher sein gewissen richten und versichern, wo er zum streit widder den Tuͤrcken gefoddert wird, wie er gedenken und sich halten sol.
v. d. Lee, M. v. Weida. Spigell
19, 18
(
omd.
,
1487
):
Sunderlich ane todtsúnde Alß wÿ eÿner gedenckt ein weÿpp zcu nehmen.
Ebd.
21, 22
:
Ein itzlich mensch der gedenckt selig werden, Szall zcum ersten vor allen vnd ob allen dingen gott lÿben aúß gantzem hertzen.
v. Liliencron, Dür. Chron. Rothe
681, 11
(
thür.
,
1421
):
Wie gerne ich meyn veterliches erbe behilde, sso enkan ich des vor uch nicht gethun, dorumbe sso wil ich ouch meynes besten gedencken.
Thür. Chron.
7r, 18
(
Mühlh.
1599
):
Hannibal [...] war seiner Sinne vnd Gemuͤhts nit gar ein Kind / vnd gedachte seinen geschwornen Eydt [...] zuhalten.
Göz. Leichabd.
200, 2
( 
Jena
1664
):
Dein Weltberuͤhmter Herr Vater [...] gedachte alsdann seine Lust und Freude an dir zu haben.
Weise. Jugend-Lust
143, 8
(
Leipzig
1684
):
So muͤssen wir auf andere List gedencken.
Opitz. Poeterey
40, 12
(
Breslau
1624
):
wir gedencken vns wie meister fast zue werden | Des grossen Jupiters.
v. Ingen, Zesen. Ged.
385
(
Breslau
1641
):
Indessen naheten wir uns allgemach demselben Orte / wo wir uns zu letzen gedachten.
Lexer, Tucher. Baumeisterb.
51, 33
(
nürnb.
,
1464
/
75
):
Darnach in den weihennacht feiertagen soll der stat paumeister gedencken umb ein deckermeister.
Rupprich, Dürer
1, 42, 36
(
nobd.
,
1506
):
Wan jch gedenck, jch dürff der muter noch dem weib als bald kein gelt schicken.
Dietrich. Summaria
20r, 42
(
Nürnb.
1578
):
wenn es vbel zugehet / wird jederman vnleidlich / vnnd gedenckt sich zu rechnen.
v. Birken. Erzh. Österreich
65b, 40
(
Nürnb.
1668
):
gedachte er / ihme mit seiner gantzen Macht unterwegs vorzuwarten.
Chron. Strassb.
113, 4
(
els.
,
1362
):
darumbe gedaht ich, daz ich uch zerteilen wolte in die welte.
Heydn. maister
7r, 8
(
Augsb.
1490
):
vnd gedenck vmb macht dÿe groͤsser seÿ dann die in der stat.
Memminger Chron. Beschr.
24, 7
(
Ulm
1660
):
aber geschiehet solches nicht mehr / ausser der burger-Stuben vnd dem Pfannenstiel / von welchen ich etwas wenigs zu sagen gedencke.
Lindqvist, K. v. Helmsd.
1372
(
halem.
, Hs.
um 1435
):
Und do sÿ nit volbrachtend | Mit ir, als sÿ gedachtend | Do ruͦfften sÿ vil lut.
Grossmann, Unrest. Öst. Chron.
216, 21
(
oobd.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
da des kunigs von Franckreich potschafften in dem bosen hanndl vor dem babst Innocencium erschienen, da gedacht der babst dem guet nach und erfordert ain capittl mit allen cardinalen.
Hohmann, H. v. Langenstein. Untersch.
93, 30
(
moobd.
,
1. H. 15. Jh.
):
wann wir vͤble ding vnd posew ding gedenken in vnserm hertzen, so ist es vnser gedancken.
Drescher, Hartlieb. Caes.
29, 7
(
moobd.
,
1456
/
67
):
er gedacht in zeschrecken und ummdeckt sich mit eines pern hawt.
Kummer, Erlauer Sp.
4, 211
(
m/soobd.
,
1400
/
40
):
und dient im mit zuͤchten und mit ern | und gedacht im sein dinst mern.
4.
›sich an jn. / etw. erinnern, js. / e. S. eingedenk sein‹, meist mit. Gen., vereinzelt mit Gliedsatz, der den Gegenstand des Erinnerns nennt, oder mit präpositionalem Anschluss (
an, auf
).
Bedeutungsverwandte:
(V.) 13.

Belegblock:

Peil, Rollenhagen. Froschm.
573, 2128
(
Magdeb.
1608
):
Die Todten Meuß beim Hals auffhencken / | Das andre Feind daran gedencken.
Ebd.
672, 5187
:
Gott wird meiner vnschuld gedencken / | Vnd dir verdienten lohn einschencken.
Luther. Hl. Schrifft. 5. Mose
16, 3
(
Wittenb.
1545
):
Sieben tage soltu vngeseurt Brot des elends essen / [...] Auff das du des tages deines auszugs aus Egyptenland gedenckest dein leben lang.
Rosenthal. Bedencken
30, 8
(
Köln
1653
):
Wir werden auch vnderwiesen darbey etlicher Puͤnctlein des Lebens / leydens / vnd der Herrlichkeit Christi zu gedencken.
Dubizmay, kurß zu Teutze
81, 17
(
hess.
,
1463
):
er gedacht seyner barmhertzigkeit.
Knape, Messerschmidt. Bris.
3, 50
(
Frankf./M.
1559
):
so gedenk ich des sprichworts.
Allg. Schau-Buͤhne
52, 24
(
Frankf.
1699
):
Ferner haben wir allhier zu gedencken einer natürliche Geschicht.
Feudel, Evangelistar
69, 26
(
omd.
,
M. 14. Jh.
):
Gedenket myner rede dy ich uch han gesait.
Ebd.
70, 8
:
Diz sage ich uch uf daz wen dy stunde kumt, daz ir iz gedenket daz ich iz uch gesait habe.
Jungbluth, J. v. Saaz. Ackermann
23, 19
(Hs. ˹
omd.
,
1465
˺):
als mer wil ich meiner allerliebsten allweg gedenken.
Quint, Eckharts Trakt.
15, 18
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
Wil der mensche nû alle zît gedenken an die vierzic [mark] die er hât verlorn.
Strauch, Par. anime int.
54, 28
(
thür.
,
14. Jh.
):
wisheit und gude ist an Gode ein: vellit wiŝheit in fornuftikeit, si ingedenkit des anderin nummir.
Göz. Leichabd.
262, 10
( 
Jena
1664
):
Ach Himmel wirst du nicht der Deinen einst gedenken?
Bechstein, M. v. Beheim. Evang. Lk.
23, 42
(
osächs.
,
1343
):
Herre, gedenke mîn, wen du kuͤmest in dîn rîche.
Mathesius, Passionale
43v, 9
(
Leipzig
1587
):
DJe Evangelisten gedencken des Syrischen worts Gabbatha.
Stackmann u. a., Frauenlob
3, 28, 3
(Hs. ˹
schles.
,
14. Jh.
˺):
gedenke an hohe vürsten, | Die sich hie vor durch vrouwen gurten, | an turnei tjost mit strit behurten.
v. Ingen, Zesen. Ged.
386, 20
 f. (
Breslau
1641
):
Wer ist dann nun ein solcher Mensch / dessen ewig sol gedacht werden?
Loose, Tuchers Haushaltb.
70, 2
(
nürnb.
,
1509
):
damit er des hern seligen in der meß gedenck.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
2
(
Nürnb.
1517
):
ich bin selbst, der dein ungerechtikeit außlescht, der deiner sünden nit gedenken wirdet von meinetwegen.
Chron. Strassb.
490, 7
(
els.
,
A. 15. Jh.
):
do gedochte der keyser an die klage die ime der bobest geton hette vin dem herren von Meygelon.
Moscherosch. Ges. Phil. v. Sittew.
29, 24
(
Straßb.
1650
):
Gedencket, daß ein gottloser König dermahlen die wahrheit geredet vnd propheceyt.
Gilman, Agricola. Sprichw.
1, 418, 2
(
Hagenau
1534
):
Wenn es euch wolgehet / so gedencket unser auch.
Heydn. maister
39v, 20
 f. (
Augsb.
1490
):
Du solt deiner freünde gedencken in abwesen als ob sÿ gegenwertig waͤren.
Memminger Chron. Beschr.
22, 26
(
Ulm
1660
):
Es waren auch kuͤnstliche vnd wolerfahrne Handwercksleut allhie / deren die Chronic gedencket.
Bachmann, Haimonsk.
26, 25
(
halem.
,
1530
):
Also liessend die fier sŭn Amon von dysser red und gedăchtend deren dem keisser fŭr hin nŭt mer.
Spechtler, Mönch v. Salzb.
6, 43
(
oobd.
,
3. Dr. 14. Jh.
):
das wir süllen gedencken deiner kraft.
Klein, Oswald
47, 7
(
oobd.
,
um 1425
?):
Fröleichen so well wir [...] an wencken gedencken, | wo mir die zart empfloch.
Seemüller, Chron.
95
Herrsch. 9, 27 (
oobd.
, Hs.
1. H. 15. Jh.
):
do gedachten die knecht auf ir aigenschafft und fluhen.
Steer, K. v. Megenberg. Sel
385
(Hs. ˹
moobd.
,
1411
˺):
Nach der selben kraft haist der mensch ymago dei, wenn er gedenken sol lang vergangner ding.
Rudolf, Peuntner. Sterbek.
149va, 36
(
moobd.
,
n. 1434
):
Liebs chind [...] gedenkch vleissichleich, das du in deinem leben vil vͤbels begangen hast.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
28, 20
(
m/soobd.
,
1445
):
des gedenken wir wol auf sibenzig jar.
Wackernell, Adt. Passionssp. St.
2, 1249
(
tir.
,
v. 1496
):
O mensch, gedenck der liebe gross.
Grothausmann, Stadtb. Karpfen
118, 21
(
mslow. inseldt.
,
1523
):
lenger als man gedenken khon.
5.
gedacht
›bereits erwähnt, angeführt‹, s. d.