gebrauch,
der
 ;
-(e)s/-e
, auch
, jeweils + Uml.
1.
›Verwendung e. S. zu einem bestimmten Zweck, Anwendung, Gebrauch, Nutzung‹;
zu  1; vgl.  123.
Syntagmen:
g. und genies / niessung; gemeiner / künftiger / mutwilliger / öffentlicher / rechter g
.

Belegblock:

Köbler, Ref. Wormbs
41, 16
(
Worms
1499
):
die Frawen die offenlich tzu vnküschem gebruch ires lybes wonen vnd gelt darumb nemen.
Ebd.
226, 4
:
Dinstbarkeiten vnd gebrauch oder niessung vnbeweglicher guter.
v. Ingen, Zesen. Ged.
389, 12
(
Breslau
1641
):
Herr Caesius folget und lehret uns auch | Der schoͤnen Dactylischen rechten Gebrauch.
M. Cunitia. Ur. Prop.
152, 16
(
Öls
1650
):
durch welche der Tabelln innhalt in vermoͤgen und geltung der zählen / als auch deroselbten gebrauch / angedeutet werden.
Köbler, Ref. Nürnberg
219, 2
(
Nürnb.
1484
):
Von geprauch, geniesze vnnd geweere der erbe͂.
zu Dohna u. a., Staupitz/Scheurl
50
(
Nürnb.
1517
):
Ausserhalb diser werk stirbt kein fürsehener nach erlangtem gebrauch der vernunft nimer nit.
Strauch, Schürebrand
19, 4
(
els.
,
E. 14. Jh.
):
Was ungeordentes lustes ir ie hant ingeslunden an kleidern, [...] an muͦtwillgeme gebruche uwerre fünf sinne.
Andreae. Ber. Nachtmal
51r, 13
([
Augsb.
]
1557
):
So werden wir auch hernach hoͤren / wie sich das wesen des flaischs Christi nicht endere / ob sich wol die Element vnd gebrauch der hayligen Sacrament endern.
Köbler, Stattr. Fryburg
91, 3
(
Basel
1520
):
Wie einer gelyhne hab zuͦm gepruch behuͤten sol.
Köbler, Ref. Wormbs
93, 11
;
183, 17
;
202, 11
;
281, 21
;
Dasypodius
257v
;
Schöpper
89a
;
Serranus
77r
;
Maaler
160r
;
Hulsius
B irr
;
Henisch
1394
 f.;
Dietz, Wb. Luther
2, 26
 f.;
Dief./Wü.
605
;
Schwäb. Wb.
3, 132
;
Schweiz. Id.
5, 349
;
Öst. Wb.
3, 774
 f.;
Vorarlb. Wb.
1, 1074
;
Rwb
3, 1271
 f.
2.
›alltägliche Verwendung, Gewohnheit, Sitte, Tradition‹;
zu  2.
Phraseme:
etw. in gebrauch haben
.
Syntagmen:
einen g. abtun / halten / nachamen; g. und gewonheit / herkommen / ordnung / sitte; ein alter / böser / deutscher / kaiserlicher / steter / täglicher g
.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
5, 513, 16
(
preuß.
,
1508
):
Den sechsten artickell, die auflangung belangend, wollen wir uns des altenn gebrauchs erkunden.
Peil, Rollenhagen. Froschm.
557, 1598
(
Magdeb.
1608
):
das man zuvor drey tag / | Jhn nach Krieges gebrauch absag.
Buch Weinsb.
4, 214, 23
(
rib.
,
1594
):
plegen die vom fasbenderamt nach altem gebrauch zwen amtsmeister zu kiesen.
Köbler, Ref. Wormbs
244, 20
(
Worms
1499
):
als gewonlich soͤlich zinse abzuloͤsen steen nach gemeiner vnser Stat gepruch vnd herkomen.
Kollnig, Weist. Schriesh.
225, 26
(
rhfrk.
,
1571
):
wie es dann wider den rechten gebrauch ist, das ein gericht dieselbige zue strafen, wie von alters geweßen, macht haben.
Ralegh. America
3, 5
(
Frankf.
1599
):
kamen etliche Hispanier [...] vnsere Schiff zu besehen / welche wir vnserm gebrauch nach / gar wol tractierten.
Löscher, Erzgeb. Bergr.
68, 22
(
omd.
,
1544
):
Es ist aber hie beneben unser bit, so man einen steiger bestetiget, das die erbeter nach aldem gebrauch und gewonheith den steiger vortrincken mugen.
Opitz. Poeterey
15, 23
(
Breslau
1624
):
die Deutschen haben eben dieses im gebrauche gehabt.
Ebd.
25, 20
:
Als / ich mag kuͤnlich nach der Deutschen gebrauche sagen.
Reichmann, Dietrich. Schrr.
103, 2
(
Nürnb.
1548
):
Es ist nicht ein boͤser gebrauch / das man also wochenlich ein eusserliches denckzeichen des leydens vnsers Herren Christi in der Kirchen helt.
Harsdoerffer. Trichter
1, 3, 4
(
Nürnb.
1650
):
Hierinnen hat der boͤse Feind / als Gottes Aff / der Hebreer Gebrauch bey den Opfern nachahmen wollen.
v. Birken. Erzh. Österreich
85, 54
(
Nürnb.
1668
):
daß die Franzosen [...] das Jahr mit dem Mertzen anzuheben / vor alters im gebrauch gehabt.
Chron. Augsb.
9, 111, 30
(
schwäb.
,
1544
/
5
):
so hat auch ain erber rat der Römer ordnung nach bis auff disen tag noch im geprauch.
Barack, Zim. Chron.
1, 482, 12
(
schwäb.
,
M. 16. Jh.
):
darbei in ermant und gepeten, bei seiner loblichen voreltern gebreuchen, sitten und claidungen zu beleiben.
Ebd.
3, 167, 12
:
gleichwol ain ieder ein besondern namen het, wie der Franzosen und Niderländer gebrauch, das nun der elter des geschlechts namen und wappen fuert.
Gehring, Würt. Ländl. Rechtsqu.
3, 379, 4
(
schwäb.
,
um 1550
):
Hernach volgend etlich ordnungen und gebreuch auch altherkommen des gerichts zu Obermarchtall.
Rauwolf. Raiß
14, 29
([
Lauingen
]
1582
):
nach dem vnsere Schiffleut den Jarstag / jrem alten gebrauch nach gehalten.
Köbler, Stattr. Fryburg
176, 23
(
Basel
1520
):
damit woͤllen wir den gebruch so bißhar in vnser Statt dawider gewesen ist / abgethon haben.
Goldammer, Paracelsus
7, 172, 19
(
1530
):
Nun ist im alten testament der sitten und gebrauch gewesen, daß sie haben die ehe gehalten.
Rintelen, B. Walther
12, 20
(
moobd.
,
1552
/
8
):
dan in disem fall dem Gebrauch nach zwischen den geistlichen und weltlichen Grundherren kein Unterschidt ist.
Brunner, Rechtsqu. Krems u. Stein
228, 26
(
moobd.
,
1564
):
den [ayd] sie dem alten gebrauch nach [...] gelaist.
Bischoff u. a., Steir. u. kärnt. Taid.
192, 34
(
m/soobd.
,
17. Jh.
):
Alle neu aufgenombene burger [...] miessen nach der aufnembung lengist 14 tag den alten gebrauch nach bei der herrschaft [...] vorgestölt werden.
Wopfner, Bauernkr. Tirol
20, 16
(
tir.
,
1521
):
haben wir uns nach rath der verstendigen und der gebreŭch und des herkomens kŭndigen diser nachvolgenden antwort entslossen.
Chron. Augsb.
5, 374, 6
;
7, 123, 22
;
9, 51, 23
;
99, 14
;
109, 24
;
131, 2
;
134, 5
;
Rintelen, a. a. O.
17, 12
;
20, 15
;
24, 24
;
56, 10
;
146, 4
.