gebauer,
der
 ;
-s/-Ø
, auch
-e,-(e)n
.
1.
›Bauer, landwirtschaftlich Tätiger‹;
zu (
der
1.
Syntagmen:
einen g. aufnemen / berauben / beschädigen / beschützen / erschlagen / pfänden / verderben; ein alter / armer / einfältiger / grober / grosser / roher / ungelerter / ungestalter g
.
Wortbildungen:
gebauerhube
›Bauernhof‹ (a. 1437/8).

Belegblock:

v. Bunge, Livl. UB
4, 764, 39
(
nrddt.
,
1411
):
ee de gebur ir korn in gebracht haben.
Joachim, Marienb. Tresslerb.
163, 1
(
preuß.
,
1402
):
des meisters schribern vor eyne handfeste der gebuwer von Rockitken im gebite zu Dirssow.
Ziesemer, Marienb. Konventsb.
292, 20
(
preuß.
,
1412
):
3 m. Jost eyme gebuwer vom Canse vor eyne rotfale kobel nicht trechtig am sonobende vor Judica.
Thielen, Gr. Zinsb. Dt. Ord.
89, 28
(
preuß.
,
1437
/
8
):
sust 2 gebuwer huben geleich gebuwer erbe.
Leman, Kulm. Recht
2, 2, 88
(
Thorn
1584
):
ryttere vnde knechte vnd gebure mussen antwerten vor vnsirme richter.
Große, Schwabensp.
154, a
, 2 (Hs. ˹
nd.
/
md.
,
um 1410
˺):
Der den ploͤch rouͤbet, So her vz oder widder veret, oder den gebuͦren Jcht nimt [...] De sol man Radebraken.
Meijboom, Pilgerf. träum. Mönch
5131
(
rib.
,
1444
):
Eyn grois groff ungestalt gebuyr, | [...] Begeende mir in dē wege myn.
Chron. Köln
2, 539, 29
(
Köln
1499
):
nae der hant quam ein gebure ind sprach.
Wyss, Limb. Chron.
76, 24
(
mfrk.
, Hs.
2. H. 16. Jh.
):
da ging an, daz herren, ritter unde knechte drugen korze har unde krolle [...] unde da daden daz auch di burger unde gemeine lude unde di gebure alle darnach.
Tiemann, E. v. Nassau-S. Kgn. Sibille
131, 5
(
rhfrk.
,
um 1435
):
Ffrouwe sprach der gebure / ju sollent numme alleyn riden.
Bömer, Pilgerf. träum. Mönch
5008
(
rhfrk.
,
um 1405
):
Also als ich gedachte das | Und in gedencken gienge vorbaß, | Ein großer gebure ungestalt, | Gedreet und wiederstalt, | [...] Der begegent mir in dem wege myn.
Froning, Alsf. Passionssp.
5388
(
ohess.
,
1501 ff.
):
ich wel uns den gebuer brengen, | das hie lude von tage | dem trogener helff syn crucz tragen.
Quint, Eckharts Pred.
2, 292, 5
(
E. 13.
/
A. 14. Jh.
):
der enbekante got niht noch enweste ein hâr niht, waz got wære, und wære ein gebûre.
Thiele, Chron. Stolle
59, 18
(
thür.
,
3. Dr. 15. Jh.
):
da treben dy sachsen dy doringe ubir den harcz unnd erslugen der gebur vele tod.
Ermisch, Freib. Stadtr.
37, 24
(
osächs.
, Hs. 
v. 1325
):
Ist aber, daz di pfant sint eines uzmannes, eines bercmannes oder eines geburis [...] so sal si der butel uffen marct tragen.
Bindewald, Texte schles. Kanzl.
44, 11, 2
(
schles.
,
1386
):
Bekenñ, das vor vns gestandin han der schultheis vnd dy eldisten gebouwer von vrobelwicz.
Bührer, Kl. Renner
235
(
nobd.
, Hs.
um 1480
):
Sie sein ritter vber arme gepawer, | Die sie solten beschuczen und beschawernn.
Dinklage, Frk. Bauernweist.
23, 19
(
nobd.
,
15. Jh.
):
auch sol keyn gebawer keyne edelman oder keinem priester nicht zu kauf geben hinder unßerm genedigen herrn.
Chron. Strassb.
62, 25
(
els.
,
1362
):
der bischof von Stroßeburg wart vor Friburg erstochen von eime geburen.
Williams u. a., Els. Leg. Aurea
786, 15
(
els.
,
1362
):
Also kam er zuͦ eime einualtigen geburen, der seite ime alle geschiht wie sant Kylian in daslant wez komen.
Thiele, Minner. II,
18, 90
(Hs. ˹
wobd.
,
15. Jh.
˺):
ich nem ain gebur in ainer júppen | fúr dich in ainem saͤmit rock.
Morrall, Mandev. Reiseb.
120, 21
(
schwäb.
,
E. 14. Jh.
):
Der kúng hat wol trúzehen tusent haimlich helffan, die im die geburen ziehent.
Sappler, H. Kaufringer
3, 233
(
schwäb.
, Hs.
1464
):
er det geleich, sam er den | wölt werfen mit dem staine gros. | zuo der erd schnell niderschos | der gepaur und sich da duckt.
Chron. Augsb.
1, 145, 34
(
schwäb.
,
um 1368
/
9
):
ist er aber ain hantwercksman oder ain uzz burger der ein gebur ist, die bezzrung sol von ieglichem an den rat staun.
Bihlmeyer, Seuse
31, 1
(
alem.
,
14. Jh.
):
Dis vasnaht hiess er [Seuse] der geburen vasnaht, wan sú nit bessers erkennent.
Menge, Laufenb. Reg.
2358
(Hs. ˹
nalem.
,
um 1470
˺):
Das kompt douon das sin nature | Gewonet hett als ein gebure | Von Iugent uff der groben spyse.
Rieder, St. Georg. Pred.
118, 20
(Hs. ˹
önalem.
,
1387
˺):
ir wissent wol daz der gebure hert âdren hât von der gewonheit daz er mit arbaiten ist gezogen.
Pfeiffer, K. v. Megenberg. B. d. Nat.
218, 31
(
oobd.
,
1349
/
50
):
sint doch rôch, ungelêrt, ungeweiht, verluocht gepaurn.
Klein, Oswald
85, 17
(
oobd.
,
1423
):
Gepawren von Sant Jörgen, die ganz gemaine, | die hetten uns gesworen falsch unraine.
Auer, Stadtr. München
450, 3
(
moobd.
,
1347
):
Swaz ain gepaur ab seines herren guot verkauft, daz mag der herr aftermaln nit an sprechen.
Toeppen, Ständetage Preußen
1, 47, 26
;
224, 7
;
540, 29
;
669, 3
;
2, 245, 31
;
222, 22
;
298, 29
;
364, 29
;
671, 11
;
3, 462, 7
;
600, 10
;
4, 331, 32
;
Ziesemer, Gr. Ämterb.
464, 25
;
506, 2
;
640, 32
;
Sattler, Handelsrechn. Dt. Orden
38, 6
;
112, 12
;
204, 23
;
242, 30
;
290, 17
;
Thielen, a. a. O.
64, 3
;
75, 19
;
126, 20
;
Wiessner, Wortsch. Wittenw. Ring.
1970, 63
;
Voc. Teut.-Lat. l vijv;
Schmidt, Hist. Wb. Elsaß
120
;
Pfälz. Wb.
3, 83
;
Bad. Wb.
2, 310
;
Schwäb. Wb.
3, 119
;
Rwb
3, 1220
;
Pfälz. Wb.
3, 83
.
2.
›Bewohner, Miteinwohner, Nachbar‹;
zu (
der
6.
Bedeutungsverwandte:
 1.

Belegblock:

Toeppen, Ständetage Preußen
5, 482, 5
(
preuß.
,
1503
):
eyn iczlich her, lantman adder burger, der gebawr adder dynstbothe hat, sal dy in gerechtikeyt halten.
Fischer, Brun v. Schoneb.
9890
(
md.
, Hs.
um 1400
):
Abrahames kindes daz ist war, | der was sinen geburen also lip | als undir guten luten ein dip.
Palm, Veter Buoch
49, 2
(
schles.
, Hs.
E. 14.
/
A. 15. Jh.
):
Nv begonder gnesn sines sichtages vnd gelac bie der iungvrouwen, die wart von im swanger eines kindes vnd sagetez alle irn geburen.
Graf-Fuchs, Ämter Interl./Unterseen
125, 21
(
halem.
,
1404
):
Denne sol und mag ein ieklicher buman ein melch kuͦ [...] ob den hegen an gewonlichen stetten weiden und haben ane siner geburen schaden.
UB Zug
459, 5, 56
(
halem.
,
1409
):
woͤlle er aber als ungewonlichen schaden nemmen und naͤn, das sol er kuntlich machen mit sinen geburen ald mit zwein andern erbern mannen.
Doubek u. a., Schöffenb. Krzemienica
658
(
schles. inseldt.
,
1480
):
liber brwder vnd awch liber gebawren, gÿ vnd genere dich alls eyn frwmer man.
Rwb
3, 1220
f.